Jugendliche lernen Risiken einzuschätzen

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Im Projekt Höhenrausch der Diakonie Ostalb und von Epia sollen Jugendliche eine bewusste Risikoeinschätzung erlernen.
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Diakonieverband Ostalb und Epia starten das Pilotprojekt „Höhenrausch“.

Aalen.  Der Diakonieverband Ostalb hat zusammen mit dem Jugendhilfeträger Epia (Erlebnispädagogik im Alltag) das Pilotprojekt „Höhenrausch“ gestartet. Mit dem Projekt soll Jugendlichen ein verantwortungsvoller und risikobewusster Umgang mit riskanten Verhaltensweisen näher gebracht werden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Cannabiskonsum.

Der Diakonieverband  Ostalb hatte sich für die Teilnahme bei diesem Pilotprojekt bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beworben und wurde als einziger Standpunkt in Baden-Württemberg ausgewählt.

„2022 und 2023 soll in jeweils drei Veranstaltungen Jugendlichen ab 14 Jahren ein bewusster Umgang mit riskantem Verhalten und eben die Suchtgefahren von  Cannabis vermittelt werden“, erläutert Michaela Stengler von der Suchtberatung der Diakonie. In einer ersten Reihe sind rund 15 Jugendliche dabei.

Am Donnerstag  in der Aalener Kletterhalle gibt es dazu zwei Aktionen. Im „Cannabisparcours“  wird in einer Fragerunde Wissen abgefragt, die Teilnehmenden müssen sich bei der Antwort für „richtig“ oder „falsch“ entscheiden. Die Fragen lauten beispielsweise: „Welche Menge Cannabis ist derzeit legal“, „Macht der Konsum abhängig“, „sind Jüngere mehr gefährdet als Erwachsene“ und anderes. 

Teil zwei findet an der Kletterwand statt. „Hier sollen die Jugendlichen Vertrauen in andere fassen, in dem sie sich sichern lassen, teils von Menschen, die sie gar nicht kennen“, erläutert Norbert Friedel, Erlebnispädagoge und ausgebildeter Kletterexperte der Epia, dem Jugendhilfeträger aus Schwäbisch Gmünd. Außerdem lernen die Jugendlichen an der Wand, ihre eigenen Fähigkeiten einzuschätzen.

„Das Projekt will erreichen, dass die Jugendlichen lernen, verantwortungsbewusst Risiken sowohl an der Wand als auch im Umgang mit Drogen einzuschätzen“, sagt Michaela Stengler. „Denn nur Verbote und Strafen werden das nicht schaffen“, ergänzt ihre Kollegin Isabell Forst. Die Jugendlichen müssten bewusste Entscheidungen treffen und eine für sie richtige Balance finden. Dies könne letztlich auch Entscheidungen betreffen, wie die Schulbildung, die Entwicklung eines sinnvollen Lebenswegs. Alle Erfahrungen werden dann am Ende offen in der Gruppe mit den Fachleuten vertraulich besprochen.

Der Erfolg des Projekts wird am Ende vom Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) Hamburg evaluiert. ⋌Jürgen Eschenhorn

Im Projekt „Höhenrausch“ der Diakonie Ostalb und von Epia sollen Jugendliche eine bewusste Risikoeinschätzung erlernen. Foto: je

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