Kitaplätze: In Hofen herrscht Alarmstufe Rot

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Der Betreuungsbedarf vor allem bei den über dreijährigen Kindern steigt in Hofen enorm. Die Stadtverwaltung Aalen zieht deshalb den Neubau einer Kita möglichst an der Schule in Erwägung. Foto: Oliver Giers
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Die Stadt Aalen zieht die Umwandlung der Kappelbergschule in einen Bildungscampus in Erwägung.

Aalen-Hofen. Hofen braucht dringend mehr Kita-Plätze. Das ist das Ergebnis der Bedarfsermittlung der Aalener Stadtverwaltung für das „Quartier 16“. Der Kindertagesbetreuungsplan Akita 2030 liegt seit November vergangenen Jahres vor. Darin hat die Stadt Aalen den aktuellen Bestand an Betreuungsplätzen in allen Quartieren der Gesamtstadt erhoben und den bis zum Jahr 2030 prognostizierten Bedarfszahlen gegenübergestellt. „Bis zum Jahr 2030 sollen 35 Prozent der U3-Kinder einen Kita-Platz in der Gesamtstadt Aalen in Anspruch nehmen können und 98 Prozent der Ü3-Kinder“, benannte Vanessa Pfeifle vom Amt für Soziales, Jugend und Familie in der jüngsten Sitzung des Hofener Ortschaftsrats das Ziel. Demzufolge zeichne sich bis 2030 in der Gesamtstadt ein Mehrbedarf von 350 Kitaplätzen - 90 für U3 und 260 für Ü3 - und 260 zusätzlichen Fachkräften ab.

Für Hofen steht die Ampel auf Rot: Ausgehend von einer Betreuungsquote für die unter Dreijährigen von 35 Prozent würden bei gleichbleibendem Angebot in den nächsten Jahren für U3 jeweils bis zu vier Kita-Plätze fehlen. Ein krasser Fehlbestand aber zeichnet sich für die Gruppe der über dreijährigen Kinder ab: Legt man eine Betreuungsquote von 98 Prozent zugrunde, würden bei stagnierendem Angebot bis zum Jahr 2030 jährlich jeweils zwischen 25 bis 31 Plätze fehlen.

Die Stadt Aalen hat den Fehlbedarf erkannt und ihn im Akita 2030 formuliert: „Hofen weist aktuell einen Mehrbedarf von zwei Gruppen auf, der sich mittelfristig auf drei Gruppen erhöht“, stellt die Stadtverwaltung fest. Gleichzeitig registriert sie, dass es aktuell in Hofen noch keine mittägliche Verpflegung und keine Ganztagsbetreuungsangebote gebe, aber die Bedarfe künftig steigen werden.

Bereits Mitte November vergangenen Jahres hatte deshalb OB Frederick Brütting in einer Hofener Ortschaftsratssitzung angekündigt, dass man eine zusätzliche Kita-Gruppe für unter Dreijährige im ehemaligen Schwesternheim des St.-Georgsvereins plane. Die Kirchengemeinde sei bereit, diese Gruppe mit zu betreuen. Darüber hinaus plane die Stadt einen mindestens dreigruppigen Kita-Neubau, der bis Ende 2026 fertiggestellt sein soll. „Die Verwaltung prüft Eignung und Verfügbarkeit von Grundstücken in Hofen“, heißt es dazu im Akita 2030.

Auch die Umwandlung der Kappelbergschule in einen Bildungcampus - analog etwa zum Bildungscampus Braunenberg in Wasseralfingen - wird in Erwägung gezogen. „Mit dem Neubau sollen auch Angebote für Ganztagesbetreuung und Verpflegung geschaffen werden“, heißt es im Akita weiter. Ab dem Jahr 2027, so die Stadtverwaltung, könnten dadurch zehn zusätzliche U3-Plätze und 40 zusätzliche Ü3-Plätze in Hofen entstehen.

Vom ursprünglichen Plan jedenfalls, die bestehende Kita durch Anbau und Umfunktionieren des Gemeindesaals für den Kita-Bereich zu erweitern, ist die Stadtverwaltung inzwischen abgerückt. Parallel plante die Kirchengemeinde St. Georg vor wenigen Jahren noch einen Neubau des Gemeindesaals. Laut Stadtverwaltung hatte sich jedoch die Finanzierung beider Projekte als schwierig dargestellt. „Ohnehin“, so heißt es im Akita, „wäre der Anbau einer Gruppe nach zwischenzeitlichen Erkenntnissen nicht bedarfsdeckend.“

Ohne Diskussion und einstimmig befürworteten die Hofener Ortschaftsräte am Ende die Umsetzung der im Akita 2030 dargestellten Ziele und Maßnahmen sowie die Beauftragung der Stadtverwaltung, den Ausbau von weiteren 90 U3-Plätzen und 260 Ü3-Plätzen in der Gesamtstadt umzusetzen.

Ein eindeutiges „Ja“ gab es in diesem Zuge auch für das geplante Aalener Sonderfinanzierungsprogramm „Sofi“, das durch höhere städtische Zuschüsse Investoren zu Neubau oder Erweiterung von Kitas motivieren will. Bisher hat die Stadt 70 Prozent der Baukosten übernommen, für den Zeitraum bis zum Jahr 2030 soll der Zuschuss auf 80 Prozent erhöht werden. Die Entscheidung trifft der Aalener Gemeinderat im Februar.

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