Klimabeirat: OB entschuldigt sich, Rat einigt sich

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Aalen will klimaneutral werden.
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So setzt sich das neue Gremium zusammen, dass den Weg zur Klimaneutralität begleiten soll.

Aalen. Aalen will bis 2035 klimaneutral werden. Wie dieses Ziel zu erreichen ist, berät ein neues Gremium: der Klimabeirat. Um die Besetzung gab es zuletzt Streit im Gemeinderat. „Da ging es drunter und drüber“, sagte OB Frederick Brütting in der vergangenen Gemeinderatssitzung und entschuldigte sich. Den Punkt habe die Verwaltung nicht gut genug vorbereitet.

Kritik gab es in der vergangenen Sitzung unter anderem deswegen, weil die CDU-Fraktion noch zusätzliche Experten als Kandidaten genannt hatte, das übrige Gremium davon erst in der der Sitzung erfuhr und die Stadtverwaltung noch nicht mit den betreffenden Personen gesprochen hatte. Inzwischen habe man intensive Gespräche mit allen Beteiligten geführt, sagte der OB. Und so hat sich der Gemeinderat nun auch geeinigt. Bei zwei Enthaltungen (Dr. Frank Gläser und Marcus Waidmann, beide AfD) hat das Gremium einen früheren Beschluss abgeändert.

Nun sollen vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und je eine Vertreterin oder Vertreter der lokalen Agenda und des Klimaentscheids sowie vier Bürgerinnen und Bürger, einer davon unter 35 Jahre alt, dem Klimabeirat angehören.

Die Wissenschaftler sind: Prof. Dr. Jochen Eckart (Mobilität), Prof. Dr. Nicole Pfoser (Klimafolgenanpassung), Dr. Ludger Eltrop (Energiesysteme) und Prof. Dr. Norbert Schinko (Energietechnik). Für den Klimaentscheid wird Dr. Matthias Wagner Teil des Gremiums. Die lokale Agenda soll noch einen Vertreter oder eine Vertreterin benennen.

Diese vier Bürger sind ebenfalls Mitglied: Hannes Schneider, Tobias Berndt, Guntram Krieger und Wolfgang Weiß. Diese vier Bürgerinnen und Bürger sind in dieser Reihenfolge Nachrückerinnen und Nachrücker: Doris Ramer, Günther Holzhofer, Stefan Lahres und Norbert Rehm.

Im erweiterten Klimabeirat sind alle Fraktionen und Gruppen aus dem Gemeinderat vertreten. Nur Thomas Rühl und Norbert Rehm als Einzelstadträte sind raus. Das hatte der Gemeinderat in einer früheren Sitzung so entschieden. Rehm hatte sich daraufhin als Bürger beworben, im Gremium mitzuarbeiten.

In der vergangenen Sitzung lobte Michael Fleischer (Grüne) den OB. „Die Entschuldigung zeigt Format“, sagte er. „Fehler machen wir alle. Was man daraus macht, ist wichtig.“ Der Vorschlag, der nun auf dem Tisch liege, sei eine runde Sache. Die Voraussetzungen dafür, dass der Klimabeirat gut arbeiten kann, seien geschaffen. Nach einem gewissen Fehlstart sei das nun ein gutes Ergebnis.

Thomas Wagenblast (CDU) nannte den Prozess in der Sitzung zuvor „stark optimierungsbedürftig“. Jetzt aber habe man ein „ausgewogenes Tableau“. Wagenblast zeigte sich „sehr zufrieden, dass wir die lokale Agenda und den Klimaentscheid mit an Bord haben“. Hermann Schludi (SPD) lobte, dass alle wichtigen Wissenschaftsfelder abgedeckt seien. Der Klimabeirat sei „von außen und von innen gut besetzt“. Für die Freien Wähler signalisierte Jürgen Opferkuch Zustimmung. Das Gremium stehe auf einer „breiten Basis“. ⋌Katharina Scholz

Erster erfolgreicher Einwohnerantrag

Bis 2035 soll Aalen klimaneutral werden. Das hat der Gemeinderat im Oktober 2021 mit großer Mehrheit beschlossen. Gegenwind gab es nur von Thomas Rühl und der AfD. Damit setzte das Gremium den Wunsch von über 1200 Aalenerinnen und Aalenern um, die den Einwohnerantrag der „Initiative Klimaentscheid Aalen“ unterstützt haben. Es war der erste erfolgreiche Einwohnerantrag in der Geschichte der Kocherstadt. ⋌ks

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