Guten Morgen: Marcia Rottler über ihr Leben im Aufzug

Kollege E. und eine Abkürzung

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Marcia Rottler maro

Ich kenne da eine Abkürzung.“ Sätze, die so beginnen, enden nie gut. Warum ich das schreibe? Es ist Freitagmittag. Ich habe einen Termin und ein Problem: Ich komme nicht ins Gebäude, es ist abgeschlossen. Während meines verzweifelten Versuchs, die Tür durch rabiates Rütteln aufzubekommen, ruft Kollege E. an. Ich gehe hin. Erzähle ihm von meiner Lage.

Und prompt kommt von ihm: „Ich kenne da eine Abkürzung.“ Ich male mir aus, dass ich mich nun in den zweiten Stock hangeln muss, um über ein Fenster ins Haus einzusteigen. Kollege E. sagt nur: „Nimm den Lastenaufzug.“ Uff, das klingt weder abenteuerlich, noch gefährlich, noch spektakulär. Gesucht und gefunden: Nach wenigen Schritten befinde ich mich im Lift, in dem auch ein Elefant Platz hätte. Etage auswählen, Knopf drücken, und ab geht die Fahrt. „Ding“, und ich bin im zweiten Stock. Während Kollege E. in mein Ohr plappert, merke ich: Die Tür geht nicht auf. Sie. Bewegt. Sich. Keinen. Millimeter. Ein mulmiges Gefühl schleicht sich ein. Kollege E. weiß auch nicht weiter. Ich beginne, den Aufzug als mein neues Wohnzimmer zu akzeptieren. Schließlich gibt’s WLAN… Minuten später bewegt sich auf magische Weise der Elefantenlift. Und ein Engel, äh eine Frau, öffnet die Tür. „Sie sind zu früh an die Lichtschranke gekommen“, sagt sie. E. bekommt von meiner Freiheit übers Telefon mit. Ob er so schnell wieder jemandem eine Abkürzung empfiehlt ...?

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