Konrad A. Theiss wird 80 Jahre alt

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Konrad A. Theiss wird an diesem Montag 80 Jahre alt.
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Altverleger der GT und SchwäPo feiert diesen Montag einen runden Geburtstag.

Aalen / Schwäbisch Gmünd. Die Abteikirche in Neresheim ist für ihn "eines der schönsten Bauwerke" Europas. Und Gmünds Heilig-Kreuz-Münster hält er für die "schönste gotische Hallenkirche". Über beide Bauwerke hat Konrad A. Theiss geschrieben. Der frühere Verleger der Gmünder Tagespost und der Schwäbischen Post feiert an diesem Montag in Aalen seinen 80. Geburtstag.

Insbesondere im Verlagswesen und in der Kunst- und Kulturgeschichte, wie sie in der Region sichtbar werden, spiegelt sich das Wirken von Konrad A. Theiss. Die beiden Bücher "Kunst- und Kulturdenkmale im Ostalbkreis", nach wie vor ein Standardwerk für Kunst- und Kulturinteressierte, und "Alle Kunst erzählt vom Leben. 35 000 Jahre Geschichte der Kunst auf der Ostalb und im Ries" hat der hauptberufliche Zeitungsmann in seiner Freizeit verfasst. Konrad A. Theiss hat in Freiburg Volkswirtschaft studiert. Danach war er fünf Jahre lang Volontär und Redakteur bei der Badischen Zeitung in Freiburg. 1968 kehrte er nach Aalen zurück und trat in den Verlag des Süddeutschen Zeitungsdienstes ein, den sein Vater Konrad Theiss erfolgreich aufgebaut hatte und der seit 1948 die Schwäbische Post und seit 1959 die Gmünder Tagespost herausgibt. 1973 trat Konrad A. Theiss mit seiner Schwester Gertrud in die Geschäftsführung ein. Er wurde zudem Geschäftsführer des Konrad-Theiss-Verlages in Stuttgart. In seiner Zeit als Geschäftsführer führte Theiss den regionalen Radiosender "Radio 7 Ostalb". Er brachte 1976 die Wochenzeitungen "Wochenpost" und "Gmünder Anzeiger" auf den Markt. 1992 entwickelte er die Monatszeitung "Wirtschaft Regional", deren Herausgeber er bis März 2020 blieb. Von 1987 bis zu seinem Ruhestand 2001 war Theiss Vorsitzender des Verbandes Südwestdeutscher Zeitungsverleger. Nicht nur in dieser Funktion war ihm eine gute Ausbildung von Redaktionsvolontären eine Herzensangelegenheit, um ihnen die Aufgabe der freien Presse als "Wächter" in der Demokratie nahezubringen. Bis heute ist Konrad A. Theiss Ehrenvorsitzender des Verlegerverbandes. Zudem war Theiss im Vorstand des Verbandes der Druckindustrie. Auf regionaler Ebene setzte er sich für die Förderung der Wirtschaft ein. Er war Mitglied in der Vollversammlung der IHK Ostwürttemberg und Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren. Von 1980 bis 1996 war Theiss Beisitzer am Arbeitsgericht Stuttgart, Kammer Aalen, von 1984 bis 2015 Vorsitzender der Volkshochschule Ostalb. Von 2011 bis 2020 war Konrad A. Theiss Vorsitzender des Geschichtsvereins Aalen, der die vielfältige Geschichte Aalens und seiner Umgebung erforscht und darstellt. Sein Interesse aber an der Medienlandschaft ist nach wie vor groß. Was die Zukunft des Mediums Zeitung angeht, ist er "nicht pessimistisch". Denn einen Auflagenverlust der Tageszeitungen führt er "nicht auf eine nachlassende Akzeptanz des Mediums Tageszeitung" zurück, sondern auf die "Struktur der als Abonnenten in Frage kommenden Leserschaft und deren Lebensgewohnheiten". Dabei ist sich Theiss sicher, dass sich junge Menschen in oder nach der Phase der Familiengründung für eine Zeitung entscheiden werden.

Ich rate zu sachlich fundierter, wenn berechtigt und notwendig auch kritischer Kommentierung.

Konrad A. Theiss früherer Verleger

Er glaube auch, sagt er, dass "vor allem im regionalen und lokalen Bereich das Interesse nicht nur an reiner und verlässlicher Information, sondern auch an meinungsbildender Kommentierung noch groß genug ist und – hoffentlich – auch bleiben wird". Dazu rät er den Journalisten zu "sachlich fundierter, wenn berechtigt und notwendig auch kritischer Kommentierung" und "gegebenenfalls auch zu einer redaktionellen Initiative, ein Problem öffentlich und damit auch politisch zur Sprache zu bringen". Anliegen, die Konrad A. Theiss über Jahrzehnte wichtig waren. Und weiterhin wichtig bleiben werden. Der Verlag und die Redaktion wünschen dem Altverleger alles Gute und viel Gesundheit.

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