Kutteln machen schlau – und helfen

  • Weitere
    schließen
+
Von links: Die Kuttel-Fans Jürgen Steck und Marc Pitschel (beide Albverein Heubach) und Pfarrer Thomas Adam sind zufrieden.

In der Dose statt auf dem Teller – die Macher des "Heubacher Kuttelessens für Männer, die zuhause keine Kutteln (HKfM) bekommen" zeigen sich zum zehnten Geburtstag kreativ.

Heubach

Es ist ein Jubiläum, das eigentlich gefeiert gehört hätte. Da sind sich der evangelische Pfarrer von Heubach, Thomas Adam, sowie Marc Pitschel und Jürgen Steck vom Heubacher Albverein einig. Denn seit zehn Jahren gibt es das Heubacher Kuttelessen für Männer, die zuhause keine Kutteln (HKfM) bekommen. Doch wie macht man das in einer Pandemie?

Thomas Adam und Jürgen Steck blicken zurück, wie alles begann. Am Rande eines Heubacher Stadtfestes stellten die beiden fest, dass sie zwei Dinge gemein haben: Sie mögen Kutteln und sie haben Frauen, die keine Kutteln mögen. In mehreren Gesprächen kam zutage, dass es diese Duplizität in mehreren schwäbischen Haushalten gibt.

Doch wo die Not am größten, da ist die Rettung nah. Adam und Steck ersannen das erste Kuttelessen nur für Männer. Mit geistlichem Impuls und auf Spendenbasis. Gekocht und gespeist wird im evangelischen Gemeindehaus.

Das HKfM wird schnell eine Institution in Heubach – auch deswegen, weil der Überschuss aus den Spenden an unterschiedliche Hilfsprojekte meist in Afrika gegeben wird, die alle das Thema Bildung für Kinder und Jugendliche gemein haben. Daher lautet das Motto des HKfM seit einigen Jahren "Kutteln machen schlau".

Jetzt sollte das zehnte HKfM eigentlich gefeiert werden – und Adam, Pitschel und Steck wollten langjährigen Stammgästen eigentlich die "Die Kuttel am goldenen Bande" verleihen. Doch wegen der Corona-Pandemie ging das nicht. Sich von einer Pandemie einfach so das HKfM nehmen lassen? Das wollten Pitschel und Steck nicht akzeptieren und entschieden: "Wir dosen die Kutteln ein."

Gemeinsam haben sie einen großen Hafen der Leckereien gekocht – und die Kutteln in der Metzgerei von Adolf Widmann in Lautern in Dosen gefüllt, verschlossen und haltbar gemacht, wofür sie Widmann ganz besonders danken. Zumal Steck zum ersten Mal in seinem Leben Essen eingedost hat: "Wer weiß, wofür ich das noch brauchen kann", sagt er. Thomas Adam hat schicke Etiketten entworfen: mit allen Basisinfos rund um HKfM.

Anschließend organisierten die drei Heubacher Oberkuttler eine corona-gerechte Abholung als "Drive in" in der Stellung in Heubach.

Was in diesem Jahr besonders auffiel: Die Kuttelabholer spendeten ganz besonders gern – und freuten sich, dass die Tradition auf diese Weise am Leben erhalten wird. Adam kündigte derweil das nächste "richtige" Kuttelessen an. Am 22. Januar 2022 soll dieses wieder abgehalten werden – ganz in echt im evangelischen Gemeindehaus.

Die Spenden gehen in diesem Jahr an den Hoachanas Children Fund, der sich im Süd-Osten Namibias darum kümmert, dass Kinder dort zur Schule gehen können und etwas zu essen bekommen.

Lange Schlange und natürlich Corona-Sicherheitsabstand. Die Kutteln kommen bestens an.

Zurück zur Übersicht: Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL