Landfrauen bringen vollen Einsatz für die Gesellschaft

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Der Kreislandfrauenverband besteht seit 75 Jahren: Dies feierten die Landfrauen, Gäste, Rednerinnen und Redner mit einem Festakt am Freitagabend im Gmünder Prediger.
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Kreislandfrauenverband Schwäbisch Gmünd feiert Festakt zum 75. Jubiläum im Prediger. 

Schwäbisch Gmünd. Als „kraftvolle Bewegung“ bezeichnete Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold im großen Predigersaal die Landfrauen. Als „Sprachrohr des ländlichen Raums“, wobei die Innovation aus dem Süden komme. Denn Baronin Margarethe Freifrau vom Holtz gründete bereits 1946 in Alfdorf den ersten Landfrauenverein in Baden-Württemberg. Der OB hatte beim Festakt zum 75. Jubiläum des Kreislandfrauenverbands das große Engagement in sozialen, kulturellen, aber auch in politischen Bereichen im Blick. 

„Wenn du was hinkriegen willst, dann nur mit den Landfrauen“, erinnerte er an den Erfolg der Gartenschau 2014, bei der die Landfrauen „maßgeblich“ zum Gelingen beigetragen hatten. „Sie haben der Gartenschau ein neues Gepräge gegeben, diese mit Herz und Inhalt gefüllt.“ Der Oberbürgermeister bezeichnete die Landfrauen als „Innovationsmotor für die Gesellschaft“. Egal, ob es nun um die Rentenpunkte für die Mütter, um Hebammenversorgung im ländlichen Raum oder die Breitbandversorgung und Digitalisierung gehe, beschrieb er die breite Palette des Engagements. 

Auch die erste Landesbeamtin Gabriele Seefried sparte nicht mit Anerkennung in ihren Grußworten. „Sie haben dem Strukturwandel Rechnung getragen“, ging sie auf die vielfältigen Angebote der Ortsvereine in Sachen Bildung und Kultur ein. „Landfrauen übernehmen Verantwortung und gestalten das Zusammenleben“, brachte sie es auf den Punkt. Dank der Landfrauen habe das Land heute viel zu bieten. Seefried sah die Landfrauen als Bildungsträger auf dem Land. Egal, ob es um Sprachkurse, Gesundheits- und Ernährungsangebote oder auch beispielsweise um einen „Crashkurs fürs Auto“ geht. Die Präsidentin des Landesverbands, Marie-Luise Linckh, informierte über die „zwei Säulen“ der Landfrauen: Interessensvertretung und Bildung. Aktueller könne das Leitmotiv nicht sein: „Grenzenlos digital!?“ Auf dieses Thema war auch Kreisvorsitzende Doris Kurz in ihrer Begrüßung eingegangen. Wobei sie bedauerte, dass noch nicht alle Häuser Breitband zur Verfügung haben: „Wir müssen Druck auf die Politik machen.“

Die Präsidentin stellte fest: „Wir haben viel mehr in der Hand als wir glauben. Wir sind starke Frauen mit einer Schwäche fürs Land“, erklärte sie, dass die Landfrauen offen für alle Berufsarten, überkonventionell und überparteilich Einsatz für den Erhalt eines liebens- und lebenswerten Landlebens bringen. „Jede von Ihnen ist wichtig.“ Marie-Luise Linckh hielt eine Urkunde für Ursula Schabel vom Landfrauenverein unterm Rechberg bereit. Ab sofort ist die ehemalige, langjährige Vorsitzende die Ehrenvorsitzende. 

Bewährtes weiterentwickeln

„Landfrauen haben bewiesen, dass man, gemeinsam organisiert, viel bewegen kann“, gratulierte Hubert Kucher für den Bauernverband. „Sie wollen nicht politische Klassen aufmischen, sondern das Landleben besser organisieren.“ Hierfür blicke man über den Kirchturm hinaus und knüpfe soziale Kontakte. „Landfrauen halten nicht an alten Zöpfen fest, sondern entwickeln das Bewährte weiter“. Zudem böten die Landfrauen der Wegwerfgesellschaft die Stirn, „denn sie wissen, was Lebensmittel wert sind“. Er dankte von Herzen für die gute Zusammenarbeit. 

Margot Wagner vom Kreisfrauenrat stellte fest, dass die Landfrauen von Anfang an Mitglied im Kreisfrauenrat sind. „Wir haben viele Parallelen, wir ergänzen uns.“ Für gute Unterhaltung beim Festakt sorgte das Stuttgarter Ensemble „Dein Theater“. Das Stück „Bella Bella Donna“ war dem 75. Jubiläum der Landfrauen auf den Leib geschneidert. Stationen aus dem Vereinsleben und -wirken wurden dargestellt. Anja Jantschik

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