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Letzte Generation schadet dem Klimaschutz

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Chefredakteur Lars Reckermann.
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Warum Straßenblockaden dem wichtigen Anliegen einen Bärendienst erweisen.

Was ist aktuell die wertvollste Währungseinheit? Gold? Bitcoin? Öl? Gas? Nein. Die neue Währung heißt „Aufmerksamkeit“. Das ist die Währung, in der aktuell alles bezahlt wird. Das Produkt ist da nur nebensächlich. Das ist ein Dilemma. Vor allem für die Klimaaktivisten der „Letzten Generation“. Die wollten am 14. November ihre erste Klebeaktion in Aalen starten, sagten diese aber kurzfristig am 11. November ab, weil die Aktion im Vorfeld öffentlich wurde. Aus wissenschaftlicher Sicht ist unstrittig, dass grundlegende Veränderungen innerhalb weniger Jahre erfolgen müssen, um eine völlig unberechenbare Klimakrise abzuwenden. Mal ehrlich: Tempo 100 auf deutschen Autobahnen und einen für jedermann und jede Frau bezahlbaren Personennahverkehr sind keine radikalen Forderungen. Doch die Straßenblockaden rücken diese Forderungen nicht in den Fokus der Menschen. Im Mittelpunkt dieser Klebeaktionen stehen nicht die politischen Ziele, sondern die Kampagnenteilnehmer. Diese Protestform schadet dem Klimaschutz. Selbst überzeugte Klimaaktivisten distanzieren sich inzwischen von den Straßenblockaden. Dadurch wird die wichtige Diskussion zum Klimaschutz träge. Und noch mehr Trägheit können wir uns diesbezüglich wirklich nicht erlauben. Lars Reckermann

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