Lob und Kritik für Maske im Unterricht

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Auch in den Klassenzimmern gilt seit Montag die Maskenpflicht ab der fünften Klasse. Die Schülerinnen und Schüler reagieren gelassen auf die neue Regelung.
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  • Jana Thiele
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Seit Montag müssen Schüler ab Klasse 5 auch im Klassenzimmer Alltagsmaske tragen. Wie das funktioniert.

Aalen/Schwäbisch Gmünd

Mit einer Maske über Mund und Nase sitzen nun die Schülerinnen, Schüler, aber auch Lehrer im Klassenzimmer. Seit Montag gilt im Ostalbkreis: Ab der Klassenstufe fünf muss nun auch im Unterricht Maske getragen werden.

In den sozialen Medien wurde die Corona-Regelung zur Maskenpflicht heftig diskutiert. Die SchwäPo und Gmünder Tagespost haben an den Schulen nachgefragt: Wie liefen die ersten Tage mit Maske im Unterricht?

Die Sicht der Aalener Schulen

Michael Weiler ist geschäftsführender Schulleiter der Aalener Gymnasien. Seine Kolleginnen und Kollegen, die Schüler und Eltern hätten sehr gelassen auf die Verkündung reagiert. Vor allem im Kollegium herrschte durchaus positive Zustimmung. "Die Lehrer sind schließlich beruflich gezwungen, stundenweise in immer neue Bezugsgruppen zu wechseln und haben am Tag Kontakt mit hundert oder mehr Schülerinnen und Schüler. Sie setzen sich dadurch einem hohen Risiko aus", sagt Weiler. Vereinzelt würden ihn aber Nachrichten von Eltern erreichen, die die Maskenpflicht im Unterricht für nicht sinnvoll halten. Die Kinder seien aber trotzdem nicht davon ausgenommen. "Lediglich Kinder mit einem ärztlichen Attest können von der Maskenpflicht befreit werden", sagt Weiler. Im Kopernikus-Gymnasium gibt es nur einen Fall, bei dem das zutrifft.

Auch in den Realschulen in Aalen wird die Maskenpflicht gut umgesetzt, sagt deren geschäftsführender Schulleiter Karl Frank. "Die Schulen haben auch einen großen Vorrat an Masken. Falls ein Kind eine Maske vergisst, ist das auch kein Problem", erklärt er. Angesichts der momentanen Situation sieht auch Frank diese Maßnahmen als sinnvoll. "Das ist der einzig richtige Weg", sagt er.

Das ist der einzig richtige Weg.

Karl Frank Geschäftsführender Schulleiter Aalen

Die Lage in Schwäbisch Gmünd

"Die Bereitschaft, Maske zu tragen, ist da", berichtet auch Veit Botsch, geschäftsführender Schulleiter der Gmünder Gymnasien. Bei ihm am Hans-Baldung-Gymnasium gebe es nur einen kleinen Anteil an Schülern mit ärztlichem Attest. Dass überhaupt noch ein Schulbetrieb stattfinden könne, darüber seien er und die Kolleginnen und Kollegen sehr froh. "Natürlich macht es keinen Spaß mit Maske, aber es ist sinnvoll", sagt auch die geschäftsführende Schulleiterin der Gmünder Grund-, Haupt- und Realschulen und Schulleiterin der Friedensschule, Daniela Maschka-Dengler. Das freie Atmen sei eingeschränkt und auch die Mimik fehle. Das mache es Lehrern und Schülern schwer. Besonders im Fremdsprachenunterricht werde es Einschränkungen geben, sind sich Botsch und Thomas Eich, Schulleiter am Parler-Gymnasium, einig. "Aber die nehmen wir gerne in Kauf", so Eich weiter.

"Ein großer Teil der Schüler findet es doof, aber sie tragen die Maske alle", sagt Daniela Maschka-Dengler. Es gebe aber vereinzelt unsichere Eltern, die ihre Kinder lieber zuhause im Fernunterricht betreuen. Man müsse akzeptieren, dass jeder eine andere Meinung hat. "Man nimmt dem Kind dabei aber auch etwas", sagt sie. Das Miteinander und die sozialen Kontakte.

Ausnahmen davon gelten seit diesem Donnerstag: In den jeweiligen Pausenzeiten kann die Maske abgenommen werden, wenn sich die Person außerhalb des Gebäudes aufhält und der Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten wird, teilt das Kultusministerium mit . Zudem wird auf die Maskenpflicht bei Zwischen- und Abschlussprüfungen verzichtet, sofern der Mindestabstand eingehalten wird.

Die Reaktionen aus dem Netz

Antje S.: "Das ist nicht mehr angemessen. Den ganzen Irrsinn sollte man von Kindern fernhalten und sie nicht brandmarken als "heimliche Verbreiter des Virus". Zudem braucht das Gehirn ausreichend Sauerstoff, gerade beim Lernen. Zumindest das ist wissenschaftlich erwiesen."

Martin G.: "Der größte Schwachsinn. Kinder fünf bis sechs Stunden die Masken auflassen, ist eine Zumutung."

Andrea J.: "Ich verstehe nicht, warum das für Schüler so ein Riesenproblem sein soll. Ich im Rettungsdienst trage immer Maske." Weiter schreibt sie: "Natürlich ist das nervig, es ist auch anstrengender zu atmen, aber uns fragt ja niemand, ob wir Vorerkrankungen haben. Bisher klappt es gut, man gewöhnt sich dran und körperlich arbeiten geht auch damit."

Sandra S.: "So ein Schwachsinn, die Konzentration der Kinder wird furchtbar leiden und im Nachhinein will keiner mehr wissen, woher die schlechten Noten kamen."

Wilfred N.: "Maskenpflicht für Kinder auf diese stundenlange Zeit ist vorsätzliche Körperverletzung."

Christine G. zitiert ihre Tochter: "Mama, am Anfang hat die Maske echt genervt (sonst nix), aber man gewöhnt sich eigentlich schnell dran."

Joachim H.: "Absoluter Irrsinn für alle ab Klasse 5, den ganzen Schultag im Unterricht sowie auf dem Schulgelände (bis auf Sport und Pausenzeiten) eine Bakterienschleuder im Gesicht zu tragen. Die gilt für Lehrer und Schüler."

Albert M.: "Wann hört dieser Albtraum auf?"

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