Manfred Traub tritt aus CDU-Fraktion aus

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Manfred Traub
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Ebnats Ortsvorsteher sorgt am Ende der Gemeinderatssitzung für eine dicke Überraschung.

Aalen. Stadtrat Manfred Traub verlässt die CDU-Fraktion im Gemeinderat. Das gab er am Ende der Sitzung am Donnerstagabend bekannt. Dem Entschluss ging eine „lang andauernde und intensive Prüfung“ voraus, wie der Ebnater Ortsvorsteher am Freitag im Gespräch mit der SchwäPo sagt. Seine Gründe möchte er nicht näher ausführen, das sei nicht sein Stil.

Er betont, dass er „diese Fraktion“ verlässt und bittet darum, es genau so festzuhalten: „diese Fraktion“ und nicht „die Fraktion“. Diese zwei Buchstaben würden einen großen Unterschied machen. Warum ihm diese Unterscheidung so wichtig ist, möchte er allerdings nicht weiter erläutern.

Die Fraktionskolleginnen und -kollegen kennen Manfred Traub zufolge die Gründe, warum er die Fraktion verlässt. Dass der Austritt und deren Ankündigung überraschend kam, sagt dagegen Fraktionssprecher Thomas Wagenblast auf Nachfrage. „Als Fraktion müssen wir uns nun erst einmal sortieren“, fügt er an.

Was nun? Zur Frage, wie es nun weitergeht, sagt Manfred Traub ebenfalls nicht viel. Schließt er sich einer anderen Fraktion an oder wird er Einzelstadtrat? „Den Begriff Einzelstadtrat gibt es nicht“, sagt er dazu. „Ein Stadtrat ist ein Stadtrat“, sagt Manfred Traub. „Und manchmal schließen sich Stadträte in einer Fraktion zusammen.“

Einzelstadtrat sei eine Bezeichnung, die der Oberbürgermeister für Norbert Rehm verwendet habe. Zum Hintergrund: Auch Rehm war einst Mitglied der CDU-Fraktion, wurde dann als einziger Stadtrat der Liste „Aktive Bürger“ ins Gremium gewählt. Heute bildet er gemeinsam mit Inge Schmelzle und Arian Kriesch die FDI-Fraktion.

Würde die FDI-Fraktion Manfred Traub aufnehmen? Dazu schweigt Norbert Rehm. Er sagt nur so viel: „Ich bin äußerst überrascht über das, was da passiert.“ Er sei in Sorge über die Entwicklung in der CDU-Fraktion.

Oder geht Traub etwa zu den Grünen? „Herr Traub hat nicht bei uns angefragt, daher steht das nicht zur Debatte“, sagt Grünen-Fraktionssprecher Michael Fleischer.

Folgen weitere? Oder schließt sich Traub mit anderen Rätinnen und Räten zusammen? In Aalen machen Gerüchte die Runde, denen zufolge weitere Mitglieder die CDU-Fraktion verlassen wollen. Genannt werden Inge Birkhold und Peter Peschel. Birkhold möchte nichts zu den Gerüchten sagen, Peschel dementiert sie.

Er sei mit Manfred Traub seit vielen Jahren befreundet, politisch auf der gleichen Wellenlänge, gemeinsam habe man viel bewegt, aber er sei auch der CDU, vor allem der Aalener CDU sehr verbunden. „Ein Peschel tritt nicht so schnell aus der CDU-Fraktion aus“, sagt er. Weiter berichtet er, dass eine Sondersitzung der Fraktion für Freitagabend einberufen wurde. Manfred Traub nimmt nicht daran teil. Er ist schließlich kein Mitglied der Fraktion mehr.

Mehrheitsverhältnisse: Bisher war die CDU die stärkste Fraktion mit 14 Sitzen, dicht gefolgt von den Grünen (13 Sitze). Mit dem Austritt Traubs haben beide Fraktionen 13 Stimmen. Würde nun noch jemand aus der CDU-Fraktion austreten, wären die Grünen die stärkste Fraktion.

Um Abstimmungen zu gewinnen, reicht das noch nicht, der Gemeinderat hat 50 Mitglieder. Die stärkste Fraktion hat aber Rechte. In Debatten kommt sie zum Beispiel als erste zu Wort und sie darf den Vorschlag zur Wahl des Ersten Bürgermeisters machen. Die zweitstärkste Fraktion darf den Zweiten Bürgermeister vorschlagen. Die Wahl beider Bürgermeister steht 2023 an. Um die neuen Mehrheitsverhältnisse in den Ausschüssen und Aufsichtsräten abzubilden, könnten Neubesetzungen anstehen. Katharina Scholz

Update 26. Mai: In einem Schreiben wendet sich der Ortsvorsteher Manfred Traub an die Bürger und den Ebnater Ortschaftsrat.

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