Mit dem Saunamobil auf Tour

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Markus Siemens aus Bettringen kann seine selbst gebaute Sauna überall mit hinnehmen. Warum er auch von einem Tiny House träumt.

Schwäbisch Gmünd

Den Traum vom eigenen Tiny House hat er sich noch nicht erfüllt. Stattdessen hat sich Markus Siemens aus Bettringen eine mobile Sauna gebaut, die er überall mit hinnehmen kann.

Etwas abgelegen zwischen Bargau und Buch führt ein holpriger Schotterweg zum Gartengrundstück der Schwiegereltern. Dort auf der großen Wiese steht sie: die rund sechs Meter lange mobile Sauna auf Rädern. Auf der Weide nebenan treibt der Bauer gerade seine schottischen Hochlandrinder zurück in den Stall. Der Blick und die Geräusche: irgendwie idyllisch.

Beim Annähern an den Saunawagen fällt auf: Hier steckt die Liebe zum Detail. Ein Hirschgeweih hängt über der Eingangstüre des Holzhäuschens aus Douglasie und Fichte. Die Außendusche macht das Outdoorabenteuer komplett. Innen ist es ganz schön geräumig. Im Vorraum steht ein Tisch mit zwei Sitzbänken. Der Frischwassertank unter der Sitzbank fasst 150 Liter. Strom wird über eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach generiert. Natürlich darf auch ein Kühlschrank nicht fehlen.

Auf dem Regal stehen die verschiedensten Düfte für die Aufgüsse bereit: Zirbe-Zitrone beispielsweise, oder Zitrone-Orange. Aus einem Schrank holt Siemens ein weiteres Fläschchen hervor: Riecht nach Weihnachtsmarkt. Ja, Bratapfel! "Am Samstag haben wir die Winterdüfte ausprobiert", erzählt der Familienvater. Er lacht: "Irgendwann haben wir angefangen, Weihnachtslieder zu singen."

Getestet hat Siemens seine Schwitzhütte schon oft und ist begeistert: "Einmal haben wir sogar 120 Grad erreicht." Seit Januar darf die Sauna offiziell genutzt werden. Der TÜV ist zufrieden.

Im hinteren Teil der Holzhütte führt eine Glastüre in den Saunabereich. Bis zu acht Personen haben hier Platz. Die Saunabänke sind aus speziellem Espenholz gefertigt. Der Ofen wird mit Holz beheizt.

Die Sauna steht auf einem Spezialanhänger, die Siemens mit seinem SUV, wie einen Wohnwagen, durch die Gegend fahren kann. Wo immer es ihm gefällt, kann er den Ofen anfeuern. Natürlich nur mit Genehmigung der Behörden.

Aktuell gefalle ihm das Grundstück am Waldrand aber ganz gut. Hier kann er immer hinkommen, alles steht bereit und es ist ruhig. Auch Saunagäste sind dort willkommen.

Einmal haben wir sogar 120 Grad erreicht.

Markus Siemens Inhaber Tiny Events

Faszination Minimalismus

Markus Siemens ist gelernter Schreiner. Heute arbeitet der 40-jährige Familienvater als Flächenplaner bei Bosch. Die Leidenschaft im Umgang mit Holz hat er aber nie verloren. "Als gelernter Schreiner, hat es mich schon gejuckt, sowas zu bauen", sagt er. So wurde aus einer Idee ein Viermonatsprojekt, bei dem ihn auch sein Vater Jakob Siemens tatkräftig unterstützte.

Eigentlich könne er sich gut vorstellen, in einem Tiny House zu leben. Was ihm aber durchaus bewusst ist: "Mit drei Kindern geht das nicht." Vielleicht ein Wochenenddomizil, direkt neben der Sauna.

Mit seiner Frau, drei Töchtern im Alter von acht, 15 und 17 und dem Hund Mylo wohnt er in Bettringen. Trotz Hausbau, ist Siemens fasziniert vom Minimalismus: "Der ganze Materialismus belastet einen." Besonders der tödliche Unfall seines älteren Bruders vor fünf Jahren habe ihm das deutlich gemacht.

Saunafans aufgepasst

Die Sauna hat Siemens jedoch nicht nur fürs eigene Privatvergnügen gebaut. Saunafans können das Häuschen auch mieten. Wer selbst keinen Platz hat oder nur für einen Abend in der Natur entspannen will, darf es sich im Gartengrundstück von Markus Siemens gemütlich machen. Wer lieber im eigenen Garten saunieren möchte, kann sich die Sauna auf Rädern auch liefern lassen.

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Die mobile Sauna hat Markus Siemens selbst gebaut.

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