Mit der Schubkarre durchs E-Länd

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Garanten für einen vergnüglichen Abend: Hannes und der Bürgermeister - am Montag- und Dienstagabend gastierten sie in der Stadthalle.
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Mit Stumpfes Zieh und Zupfkapelle gastieren Hannes und der Bürgermeister am Montag und Dienstag in der Stadthalle und begeistern das Publikum.

Aalen

Albin Braig und Karl-Heinz Hartmann, vielen besser bekannt als Hannes und der Bürgermeister, haben am Montag und Dienstag kurzerhand ihre Amtsstube nach Aalen verlegt, um dort in der vollbesetzten Stadthalle das Publikum an ihren oftmals philosophischen Gedankengängen teilhaben zu lassen. „Herrgott, no hilf mr halt nuff“ heißt das aktuelle Programm, das mit Liedern von Herrn Stumpfes Zieh und Zupfkapelle zwischen den Stücken gespickt ist, um die schwäbische Mundart auch musikalisch zu pflegen.

Der ewige Kampf um Wählerstimmen, die Gunst seiner Bürgerinnen und Bürger erhoffend und den Widersacher und Kontrahenten Schlotterbeck im Nacken zu spüren, macht es dem Bürgermeister nicht leicht, seine Amtsgeschäfte mit Weitblick durchzuführen. Zu eng ist sein Kreis, in dem er sich bewegt. Oftmals nur vom „Ochsen“ heim zu seinem Schatzilein, die mal wieder von ihm verlangt, statt eines Rostbratens einen Salat zu essen. Wie gut, dass er sich da auf seinen Amtsboten Hannes verlassen kann. Der bringt ihn nicht nur zielsicher mit der Schubkarre nach Hause, wenn die Füße mal wieder nicht so wollen wie sie sollen, sondern steht auch mit allerlei tiefsinnigen Ratschlägen zur Seite. Wenn beispielsweise Schlotterbeck den Bürgermeister diskreditieren will, da dieser vom Alkohol auf alle Viere gezwungen wird - was in den Augen des Schultes eine völlig ungerechtfertigte Verleumdung darstellt – macht Hannes daraus den passenden Wahlkampfslogan.

Dass der Juchtenkäfer im Rathaus lebt und Fledermäuse im Sitzungssaal hängen, muss der Bürgermeister trotz sichtbarer Verzweiflung einfach akzeptieren. Immerhin hilft er, für den Ministerpräsidenten den passenden Slogan für Baden-Württemberg zu finden, was am Ende auf „E-Länd“ hinausläuft und vielleicht auch dem Schnaps geschuldet ist, der im Schreibtisch nie alt wird.

„Wer lange genug schifft, trifft auch mal einen Hafen“ ist nur einer der Sinnsprüche, die Albin Braig, alias Hannes, raushaut. „Die Ehe ist eine staatlich sanktionierte Tyrannei“, plaudert das Stadtoberhaupt aus dem Nähkästchen, kann aber nicht verhindern, dass Hannes seine bessere Hälfte, in dem Fall sein besseres „Ich“ unbedingt heiraten will, um so in die Steuerklasse vier zu rutschen.

Das Publikum ist wie immer begeistert von den beiden Vollblutschwaben, die auch mal kleinere Versprecher oder Hänger mit viel Humor glatt bügeln. Wenn dann, wie bei der Zugabe am Ende, der Faden total verloren geht und Karl-Heinz Hartmann und Albin Braig sich das Lachen nicht mehr verkneifen können, haben sie längst den Punkt überschritten, sich an irgendwelche Vorgaben halten zu müssen. Und auch Stumpfes können sich ihrer Fans immer sicher sein, denn die schwäbischen Musiker können nicht nur sämtliche Instrumente spielen, sondern finden auch immer die gelungene Mischung aus spaßigen wie auch nachdenkenswerten Texten.

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