Mit Leib und Seele 60 Jahre lang Metzgermeister

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Karl Hauber hat von Jürgen Vetter, Obermeister der Fleischer-Innung Ost-Württemberg, den Diamantenen Meisterbrief der Handwerkskammer Ulm erhalten.

Karl Hauber hat den Diamantenen Meisterbrief der Handwerkskammer Ulm erhalten.

Aalen. „Man kommt aus dem Feiern ja gar nicht heraus“, freut sich Metzgermeister Karl Hauber bei der Übergabe. Vergangenes Jahr konnte er mit seiner Ehefrau Hannelore die Diamantene Hochzeit feiern, am 15. Mai 2021 feierte er seinen 85. Geburtstag und das „Triple“ macht jetzt der Diamantene Meisterbrief komplett.

„Du warst mit Leib und Seele Metzger, du hast dich um die Schlachthausgenossenschaft verdient gemacht“, sagte Obermeister Jürgen Vetter, der auch im Auftrag von Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm, gratulierte.

Stationen eines Arbeitslebens

Nach seiner Metzgerlehre und der Absolvierung des Gesellenbriefs ging Hauber auf die Meisterfachschule nach Passau, wo er im März 1961 den Meisterbrief in Empfang nehmen konnte. 1962 übernahm er zusammen mit seiner Gattin Hannelore die Metzgerei Spresser am Stadtpark und 1969 ging er in Verantwortung im elterlichen Betrieb, den er von seinem Vater Alfons Hauber übernommen hatte: das „Posthorn“, Gasthof und Metzgerei. Über 30 Jahre leitete er das „Posthorn“.

Funktionärsleben fürs Handwerk

Obermeister Vetter würdigte aber auch Haubers ehrenamtliches Engagement als „Funktionär im Fleischerhandwerk“. Jahrzehntelang habe er in den Vorstands- und Aufsichtsratsgremien der Metzgerzentrale Aalen, der Schlachthausgenossenschaft Aalen und der Schlachtviehversicherung erfolgreich gewirkt.

Sein Wirken für die berufsständischen Einrichtungen würdigte der damalige Geschäftsführer Ottmar Brenner bei Haubers Verabschiedung. 2001 war der Jubilar zum Ehrenvorsitzenden der Metzgerzentrale und der Schlachthausgenossenschaft ernannt worden.

Engagement für den Schlachthof

Nicht unerwähnt blieb in der Laudatio von Obermeister Jürgen Vetter Haubers Verantwortung für den ins Leben gerufenen EU-Schlachthof im Aalener Industriegebiet. 2002 hatte ihm der württembergische Genossenschaftsverband in Stuttgart die Ehrenmedaille in Silber verliehen.

„Der Diamantene Meisterbrief wird einen Ehrenplatz erhalten“, sagte Karl Hauber bei der Überreichung der Urkunde. Zurückblickend fügte er hinzu, dass der 11. November 1996 ein besonderer Tag in seinem Berufsleben gewesen sei. Denn damals sei der erste Schlachttag im neuen und modernen Fleischversorgungszentrum im Industriegebiet-West „über die Bühne gegangen“. Lothar Schell

Besondere Meisterbriefe nach verdienstvoller Arbeit

Ein Diamantener Meisterbrief ist etwas Besonderes, das ist klar. Aber zu welchen Anlässen und wie oft kommen solche Würdigungen bei der Handwerkskammer Ulm überhaupt vor? Pressesprecher Giuseppe Palmieri erklärt auf Anfrage:

„Den Silbernen Meisterbrief gibt es für Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister, die vor 25 Jahren ihre Meisterprüfung erfolgreich abgelegt haben und jetzt im Handwerkskammerbezirk Ulm wohnen.

Den Goldenen Meisterbrief bekommt, wer vor 50 Jahren die Meisterprüfung erfolgreich abgelegt hat, den Diamantenen Meisterbrief gibt es nach 60 Jahren.

Dann gibt es noch das 65-jährige Meisterjubiläum– 65 Jahre nach der erfolgreichen Meisterprüfung, das 70-jährige Meisterjubiläum = nach 70 Jahren und das 75-jährige Meisterjubiläum = nach 75 Jahren.“

Giuseppe Palmieri erklärt außerdem: „Wir stellen jährlich knapp 400 Silberne Meisterbriefe, rund 200 Goldene Meisterbriefe und rund 100 Diamantene Meisterbriefe aus. Die Meisterjubiläen ab 65 Jahre sind natürlich sehr selten, hiervon gibt es durchschnittlich etwa fünf Stück im Jahr.“ cow

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