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Nach vorne oder nach hinten?

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Erik Roth über die einzig moralisch korrekte Ausrichtung der Rolle

Klopapier. Seit der Coronapandemie haben die weißen Rollen einen neuen Stellenwert in der Gesellschaft. Hamsterer der ersten Welle dürften immer noch auf ihren Vorräten sitzen. Die zweite Generation beginnt schon die Läden leer zu räumen. Wiederum andere schütteln den Kopf über das Kaufverhalten mancher Klopapiernutzer. Aber wie wird es eigentlich richtig genutzt? Wo muss das erste lose Blatt abgenommen werden? Nach vorne muss dieses Erstblatt zeigen. Also hin zum Benutzer. So lautet der allgemeine Konsens in meiner befragten, völlig willkürlich ausgewählten und entsprechend unrepräsentativen Testgruppe. Doch es gibt einen, der aus der Reihe tanzt. Einer, der es anders sieht. Zur Wand hin. "Barbarisch", "unmenschlich", "einfach falsch" bekommt er zu hören. Aber was das Ganze noch viel schlimmer macht: Er ist nicht einmal ein überzeugter "Klopapier-zur-Wand-Hänger". Ihm ist es schlichtweg egal, wie herum die Rolle hängt. Es mache keinen Unterschied, argumentiert er. Blankes Entsetzen in der Gruppe. Wortgefechte, Anfeindungen, Recherchen nach der korrekten Ausrichtung brechen in beiden Lagern los. Das Ergebnis: Laut dem Patent des Herstellers US 459516 A gehört das abzureißende Blatt zum Benutzer hin. Weg von der Wand. Damit das geklärt ist. Ein für allemal.

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