Naturgenuss statt Veranstaltungen

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Der Böbinger Park am alten Bahndamm ist wieder geöffnet. Besucher dürfen die Freizeitanlage unter Auflagen wieder nutzen. Gepflegt wird das Grün vom Bauhof und einem ehrenamtlichen Team sowie einer Firma aus Lauterburg.

Konzerte, Kaffeenachmittage und Co. im Park am alten Bahndamm in Böbingen sind coronabedingt abgesagt. Ehrenamtliche und Bauhof-Mitarbeiter kümmern sich um die Botanik.

Böbingen

Der Park am alten Bahndamm darf wieder begangen werden. Und alle Generationen nutzen die Freizeitanlage reichlich – unter Auflagen. "Bis auf das Beachvolleyball-Feld und die Kneippanlage ist alles wieder offen", berichtet Christina Bart von der Verwaltung.

Besonders freut sie sich über das Engagement der rund 14 Ehrenamtlichen, die sich um die Pflanzbeete und deren Erscheinungsbild kümmern. "Das sind viele hilfreiche Hände", beschreibt Christina Bart. Unterstützung gibt's von Günther Hilpert vom Bauhof. Er ist der Zuständige der Gemeinde für den Park. Vom Gießen mit dem Unimog und dessen Fass über das Stutzen der Hecken bis zum Freischneiden der Büsche kümmert er sich mit seinem grünen Daumen um die Flora. Die großen Rasenflächen sind an die Firma Kern aus Lauterburg vergeben.

HGV-Arena nicht aufgebaut

Immer wieder schaut auch Landschaftsarchitektin Rita Walpurgis im Park vorbei. Sie fährt extra aus Schwäbisch Hall an, um Seminare und Infos für die Ehrenamtlichen vor Ort zu geben. Schließlich ist es in ihrem Interesse, dass die von ihr entworfenen Beete und ähnliches noch lange die Spaziergänger erfreuen. Wiederum wertvolle Tipps hält regelmäßig Joachim Hegmann bereit. Er ist der Staudenspezialist.

Die Ehrenamtlichen verabreden sich über eine WhatsApp-Gruppe zum Unkraut jäten, Blüten abschneiden und vielem mehr. Die einen kümmern sich um die Beete beim Seniorenzentrum, die anderen um die übrigen im Park. "Da, wo es nötig ist, quasi querbeet, wird angepackt", freut sich Christine Bart. Auch Otto Betz, der sich vor der Gartenschau um die Installationen im Wald gekümmert hat, ist nach wie vor mit von der Partie. Er schaut etwa danach, dass die Kugelbahn funktioniert.

Der Park, der für die RemstalGartenschau 2019 angelegt worden ist, präsentiert sich als Paradebeispiel für die Nachhaltigkeit einer Gartenschau. Diese schloss zwar im September 2019 ihre Pforten, aber der Park ist als Herzstück für die Böbinger und für Gäste von außerhalb erhalten geblieben. Eine grüne Lunge entlang des Klotzbaches, in der alle Generationen das Grünen und Blühen rund ums Jahr genießen können.

Bedingt durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus wird es 2020 keine Veranstaltungen im Park geben. Auch die HGV-Arena, die die Veranstaltungen witterungsunabhängig machen würde, kann nicht aufgebaut werden. Weintreff, schwäbischer Abend und vieles mehr wurde abgesagt. Zumal die musischen Vereine auch keine Proben durchführen können, ebenso die Musikschule. Was jedoch bleibt, ist der Spaziergang durch die gepflegte Anlage. Und die wird geschätzt. Dies zeigt auch die Tatsache, dass es so gut wie keine Vermüllung gibt, keinen Vandalismus. "Die soziale Kontrolle funktioniert hier ganz gut", ist Christine Bart zufrieden.

Stauden gestohlen

Eine böse Überraschung gab es allerdings vor Kurzem: Rund 20 Gräserstauden wurden zwischen Mitternacht und Mittwochvormittag, 11.15 Uhr, ausgegraben und gestohlen. Christine Bart hat Anzeige erstattet. Der Wert der Stauden wird auf rund 200 Euro geschätzt. Ärgerlich ist auch, dass dadurch andere Blumen Schaden genommen haben. Offenbar ist der Dieb in den Beeten herumgetrampelt. "Wir hoffen, dass jemand etwas beobachtet hat. Und wir werden jetzt noch mehr auf den Park achten. Denn hier geht es nicht nur um Werte, sondern auch um das Ideelle", kündigt Christine Bart an.

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