Neubaugebiet: Warum Dewangen auf „Birkäcker I und II“ besteht

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Die Potenzialfläche „Birkäcker I und II“. Hier am nordöstlichen Ortsrand von Dewangen, soll ein Neubaugebiet entstehen.⋌ Grafik: rico
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Grüne wollen Potenzialfläche eines Neubaugebiets reduzieren. Was die Dewanger antworten.

Aalen-Dewangen. Dewangen drängt seit vielen Jahren auf die Erschließung eines neuen Wohnbaugebiets. Denn in der vereinsstarken Gemeinde wollen sich viele junge, im Ehrenamt engagierte Dewanger, am Ort eine Zukunft aufbauen und hier siedeln. Im aktuellen Flächennutzungsplan ist dafür eine Potenzialfläche am nordöstlichen Ortsrand von Dewangen ausgewiesen, mit einer Fläche von insgesamt knapp 11 Hektar - „Birkäcker I und II“.

Wie Sabine Rieger, Leiterin des städtischen Stadtplanungsamtes, in der jüngsten Sitzung des Dewanger Ortschaftsrates sagte, eigne sich „Birkäcker I“ mit 6,3 Hektar gut als Wohnbaugebiet. Theoretisch könnten hier etwa 165 Wohneinheiten mit etwa 300 Einwohnern entstehen, ausgehend von 60 Einwohnern pro Hektar. „Birkäcker II“ mit 4,6 Hektar würde sich als Mischbaufläche anbieten für etwa Wohnen und „nicht störendes Gewerbe“. Laut Rieger könnten hier etwa 140 Menschen wohnen.

Beide Potenzialflächen finden sich auch in der Fortschreibung des Flächennutzungsplans für 2030 wieder. Diese Fortschreibung wird vom Aalener Gemeinderat gerade beraten, ist also noch nicht beschlossen.

In dieser Phase hat nun ganz aktuell die Stadtratsfraktion der Grünen den Antrag gestellt, die Potenzialfläche „Birkäcker II“ komplett zu streichen und die Fläche „Birkäcker I“ zu reduzieren. Laut Ortsvorsteherin Andrea Zeißler schlagen die Grünen vor, einen Streifen entlang der Treppacher Straße als Mischgebiet auszuweisen, und den westlichen Streifen im Norden mit Wohnbau zu belegen.

Diesen Grünen-Antrag hatte die Stadtverwaltung kurz vor der jüngsten Ortschaftsratssitzung dem Dewanger Gremium per Mail zukommen lassen. Das Dewanger Gremium reagiert mit heftigem Widerspruch. Bis auf eine Ausnahme (Monika Brauch-Siedler, Gründ) positionieren sich die Ortschaftsräte klar zu „Birkäcker I und II“.

Eberhard Stark (FW) verwies auf vergangene Beschlüsse des Ortschaftsrats, woraufhin bereits manche Wohnbaupotenzialflächen, wie Rotfeld-Süd und Fischberg, aus dem FNP gestrichen wurden. „Allerdings wurde der vom gesamten Ortschaftsrat ausgegebenen obersten Priorität, der Realisierung des Baugebiets Birkäcker, bisher nicht nachgekommen. Hier stehen wir immer noch mit leeren Händen da“, monierte Stark. Seiner Meinung nach sollte das Baugebiet Mehrfamilienhäuser mit Eigentumswohnungen und Mietwohnungen mit Einheiten von 50 bis 60 Quadratmeter bieten, für Singles oder Paare, aber auch für ältere Dewanger, die sich verkleinern und aus ihrem Haus ausziehen wollen. „Diese Häuser könnten dann jüngeren Familien zur Verfügung stehen.“ Erneuerbare Energien sollten für alle Gebäude dort Pflicht sein. Stark sprach von einer „Solarsiedlung Dewangen“. Margit Schmid (CDU) signalisierte: „Den Grünen-Antrag werden wir ablehnen!“ Helmut Gentner (SDP) pflichtete bei: Birkäcker I und II seien Dewangens wichtigsten Entwicklungsgebiete.

Monika Brauch-Siedler (Grüne) bekräftigte die Position ihrer Gemeinderatsfraktion. Ihre Argumente: „Birkäcker I und II“ stellten einen zu großen Flächenverbrauch zu Lasten von Pflanzen, Tieren und der Landwirtschaft dar. Und ohnehin würden heute viele potenzielle Häuslebauer von ihrem Vorhaben zurücktreten, weil es für sie nicht mehr finanzierbar sei.

OB Frederick Brütting versuchte zu vermitteln: „Wir brauchen die Gesamtheit der Potenzialflächen I und II als Option, dass wir Teile davon umsetzen können. Wir gehen nicht davon aus, dass wir beide Flächen komplett bebauen.“ ⋌Ulrike Wilpert

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