Neue Wohlfühl-Atmosphäre für unsere Ferkel

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Blog #2

Hallo zusammen, 

Während des letzten dreiviertel Jahres haben wir für unsere Ferkel einen neuen Aufzuchtstall gebaut. Diesen möchte ich euch nun vorstellen. 

Bis zum Alter von 4 Wochen leben Mutter und Ferkel gemeinsam in der Kinderstube, die "Abferkelbox". Danach verlassen die Ferkel ihr bis dato bekanntes Umfeld und kommen in den Ferkelaufzuchtstall (wohin das Mutterschwein geht ein andermal mehr).

Dort sollen die Tiere es so angenehm wie möglich für die nächsten 9 Wochen haben, bis sie unseren Hof verlassen und zu einem Mäster in der Region kommen. Wir haben uns in der Planung viele Gedanken gemacht wie wir unseren Traum vom Tierwohlstall umsetzten können und sind stolz auf das Ergebnis. 

Fast die Hälfte der Bucht ist kein Spaltenboden, sondern geschlossener Beton. Dieser wird durch eine Fußbodenheizung auf angenehme Temperaturen gebracht und täglich mehrmals automatisch mit entstaubtem Stroh eingestreut. Das Entstauben senkt die Staubbelastung im Stall für das Wohl von Tier und Anwender und ganz nebenbei schmeckt es auch noch besser. Durch den warmen Fußboden, die Abdeckung und die Einstreu ist dieser Bereich ideal zum Liegen und Entspannen geeignet. Dafür suchen Schweine immer die Nähe zu anderen und kuscheln sich aneinander. 

Versorgt werden die Tiere mit einer Getreidereichen "Müsli-Mischung", die mit Wasser zu einem schönen Brei angerührt wird. Die ersten Tage sogar schön warm. Dieses Futter kennen sie schon, da sie es zum Kennenlernen und "Darmtraining" schon in einem Alter von 2 Wochen in kleinen Mengen "serviert" bekommen. Der Trog, in den der Brei gepumpt wird, ist fast so groß, dass alle Tiere in einer Bucht gleichzeitig fressen können und es keine Streitereien gibt. Neben dem Futter können sich die Tiere am Wühlturm mit unterschiedlich angebotenen Futtermitteln versorgen. Mal Graspellets, mal die getrockneten Reste des Apfelsaftpressens oder ähnliches. Das ist quasi der Nachtisch. 

Zur Abkühlung, vor allem im Sommer, ist eine kleine Dusche eingebaut die ca. alle 30 Minuten Wasser herabregnen lässt. Außerdem wird die Luft befeuchtet damit diese nicht zu trocken ist und den restlichen Staub vom Stroh bindet. Das macht die Luft deutlich angenehmer. 

Jeden Tag wird das "verbrauchte" Stroh, das unter die Spalten gefallen ist, und der Mist durch einen Schiebschlitten unter den Spalten aus dem Stall geschoben. Dadurch sind nur kleine Mengen an Gülle im Stall. Die geringen Mengen können nur wenig Ammoniak emittieren. Das ist nicht nur gut für unsere Tiere, sondern auch für die Umwelt. 

Zunächst werden 60 Ferkel in einer Bucht zusammen aufgezogen und nach wenigen Wochen auf 40 reduziert. Dann hat jedes Ferkel 0,45 m² Platz. Das sind mehr als 20 % zusätzlicher Platz für jedes Tier, als die Gesetzgebung vorgibt.

Die Temperaturen im Stall werden auf 22-23°C gehalten. Bei diesen angenehmen Temperaturen fühlen sich die Ferkel Sau wohl. 

Mit diesem Mix, der weit über die vorgeschriebenen Haltungsbedingungen hinausgeht setzten wir auf maximales Tierwohl und gesunde Tiere über die Gesamte Aufzucht. Das nächste Ziel ist nun die Ferkel mit langem Schwanz aufzuziehen. Dazu müssen wir aber noch einen Mäster finden, der uns diese Tiere abnimmt. 

 Viele Grüße 

 Lukas 

 

 

Mehrmals täglich wird mit gehäckseltem und entstaubtem Stroh eingestreut. Durch die Entstaubung wird die Luft nicht belastet.
Ein Blick von oben in die Bucht. Der Runde Automat rechts wird mit verschiedenen faserreichen Beschäftigungsmaterialen befüllt wie z.B. Graspellets.
Der hintere Teil der Bucht eignet sich durch Einstreu und Heizung perfekt zum ruhen.
Unter der Dusche einfach mal die Augen schließen und sich abkühlen.
Schweine sind sehr neugierige und aktive Tiere. Deshalb bleiben beim Kontrollgang die Hosen nie trocken. Ein Zeichen dafür, dass alle fit und gesund sind.
Fast alle Tiere haben einen Platz am Trog der mehrmals täglich, automatisch mit Futterbrei befüllt wird.
Unter dem Deckel halten sich angenehme Temperaturen durch die Fußbodenheizung.

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