Neuer Platz für kleines Haus

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Das Häusle steht nun im Garten des Sieger-Köder-Hauses.
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Wie das kleinste Dopferstein-Häusle in Wasseralfingen entdeckt, umgesiedelt und neu errichtet wurde.

Aalen-Wasseralfingen. Alle haben an einem Strang gezogen, damit das kleinste Dopferstein-Häusle in Wasseralfingen einen neuen Platz bekommt. Dass es sich bei dem Häusle um einen alten Hühnerstall handelt, das interessiert nicht. Schließlich geht es um das Baumaterial, die sogenannten Dopfersteine und die Geschichte der Familie Dopfer, die viel für Wasseralfingen geleistet hat. 

Spannend ist die Geschichte, die Christa Hartmann, stellvertretende Vorsitzende des Bunds für Heimatpflege, erzählte. Am Samstag erläuterte sie im Atelier von Sieger-Köder, wie es dazu kam, dass das Häuschen jetzt dort im Garten steht und was notwendig war, die „Umsiedlung“ zu vollziehen. Ortsvorsteherin Andrea Hatam begrüßte viele Interessierte.

Wegen des Regens wurde der Vortrag ins Atelier verlegt. Passend zum Richtspruch von Bernhard Werner vom Bildungszentrum Bau in Aalen, der als Zimmerermeister zusammen mit seinem Kollegen, Maurermeister und Ausbildungsleiter Wolfgang Seckler, sowie ihren Auszubildenden die handwerklichen Arbeiten übernommen hat, kam die Sonne zum Vorschein.

Gerade mal zwei Meter Länge, zwei Meter Höhe und 1,24 Meter Breite misst der Hühnerstall, der unter viel Gestrüpp versteckt in der Maiergasse 7 fast vergessen wurde. Mit dem Rad ist Hartmann oft daran vorbeigefahren, hat gewusst, dass da was steht und schließlich reagiert, als die ersten Baufahrzeuge der Firma Auchter das Grundstück für einen Neubau vorbereiteten. Als klar wurde, dass es ein Dopfersteinhaus ist, kam regelrecht der Stein ins Rollen. Eine Spezialfirma hatte den Transport übernommen, das Bildungszentrum Bau die notwendige Betonplatte gegossen. Da nicht mehr alle Ziegel vorhanden waren, wurde improvisiert und der Dachstuhl, der zu marode war, mit passendem alten Gebälk ersetzt. Außerdem gab es Sponsoren und einen Zuschuss von der Stadt.

Und warum steht das Häusle nun im Garten des Sieger-Köder-Hauses? Anton Dopfer, Vater des späteren Dopfersteinerfinders und Maschinenbauingenieurs Franz Dopfer, hat das Haus gebaut, in dem Sieger-Köder seine „Malstube“ hatte, wie er selbst sein Atelier nannte, wie Hartmann erklärte. Der Name Dopfer leitet sich laut Duden vom Töpfer ab, erklärte Hartmann in ihrem Vortrag und ergänzte, dass die Dopfersteine, die zum großen Teil aus der Schlacke der Hochöfen hergestellt wurden, nicht gebrannt, sondern drei Monate an der Luft gehärtet wurden.

Um der Familie Dopfer ein Andenken zu schaffen, brachte Christa Hartmann die Idee ins Spiel, den Bürgersaal in „Dopfersaal“ umzubenennen. 

Einweihung des Dopfersteinhauses am neuen Standort im Garten des Sieger-Köder-Hauses.
Einweihung des Dopfersteinhauses am neuen Standort im Garten des Sieger-Köder-Hauses. Foto: Oliver Giers

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