Neugeborenen in Nigeria helfen

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Pfarrer Dr. Pius Adiele bei einem früheren Heimatbesuch in Nigeria. Noch ist unklar, wann er wieder reisen kann.

Die Geburts- und Kinderstation des Holy Rosary Hospital in Nigeria gilt als Erfolgsgeschichte. Wie sich der katholische Priester Dr. Pius Adiele von Lauchheim aus kümmert.

Lauchheim

Wie Schneeflocken kreisen die Gedanken in seinem Kopf. Besonders dann, wenn nach Ostern der Winter noch einmal über die Ostalb zieht. Pfarrer Dr. Pius Adiele denkt an seinen verpassten Heimaturlaub in Nigeria, wo es ihn während der kalten Jahreszeit üblicherweise hinführt und die vielen Menschen, die dort dringend Hilfe benötigen. Vor allem sorgt sich der katholische Priester um die werdenden Mütter und Neugeborenen, die bei Komplikationen oder aufgrund unzureichender Versorgung täglich sterben müssen.

Pfarrer Dr. Adiele will sich kümmern und sammelt seit Jahren Geld für eine Geburts- und Kinderstation in Ogbor Nguru in der Diözese Ahiaria Mbaise Imo State Nigeria. "Die Dächer des alten Krankenhaus-Gebäudes waren in einem miserablen Zustand und teilweise eingebrochen", erzählt uns Adiele aus Erinnerungen eines früheren Besuchs. "An allen Ecken regnete es in die Kranken- und Behandlungszimmer, sodass nur noch ein Abriss blieb."

Sein Projekt nennt er "Ahuike Umunta – Für die Gesundheit der Kinder" und ihn freut die große Unterstützung, die er bisher erfahren durfte. "Ich bin wirklich sehr froh, dass es in der Seelsorgeeinheit Kapfenburg so tolle Menschen gibt, die helfen möchten." So verfügt das Holy Rosary Hospital inzwischen über einen zweigeschossigen Neubau mit 18 Betten für Mütter und Kinder sowie den nötigen Geburts- und OP-Räumen.

Spezielle Babystation

Stolz ist Pfarrer Dr. Pius Adiele auf die neueste Errungenschaft. "The Neonatal Intensive Care Unit NICU" – oder auf Deutsch die Intensivstation für Neugeborene - ist eine spezielle Babystation, die sich der Versorgung von kranken oder frühgeborenen Neugeborenen widmet. Die Station nahm am 1. September 2020 offiziell ihren Dienst am Holy Rosary Hospital auf. Und weil Pfarrer Adiele bisher noch nicht selbst vorbeischauen konnte, haben Ärzte und Verantwortliche aus Nigeria nun Bilder und Berichte nach Lauchheim ins katholische Pfarrhaus geschickt. "Mit einigen dringend benötigten Geräten und einem weiteren Inkubator hat die NICU ein paar Schritte nach vorn gemacht", heißt es in einer Nachricht. Auch über eine Klimaanlage und gut bestückte Apotheke freue man sich. Und wie Pfarrer Adiele ergänzt, versorge eine Solaranlage alles mit Strom und das Personal erhielt die nötige Ausbildung.

Es kostet einfach viel, um ein Kind am Leben zu halten.

Pius Adiele Pfarrer

Schritte, mithilfe derer schon mehrere Fälle erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Die Geschichte eines Babys spiegelt die Bedeutung des NICU besonders wieder. "Es wurde vorzeitig, etwa in der 29. Woche der Schwangerschaft mit einem Geburtsgewicht von 1,05 Kilogramm geboren. Die Behandlung dieses Babys erforderte mehrere Herausforderungen. Am Ende waren alle froh, es gesund entlassen zu dürfen", weiß Pfarrer Adiele aus Berichten der Ärzte. Darin wird das NICU und Holy Rosary Hospital als Erfolgsgeschichte umschrieben. Trotzdem fehle es oftmals an Geld, um die laufenden Kosten zu decken. Eltern zählten meist zu Geringverdienern und hätten kaum genug, um sich selbst zu ernähren. Deshalb bittet Pfarrer Dr. Pius Adiele weiter um Unterstützung. "Es kostet einfach viel, um ein Kind dort am Leben zu halten. Darum geht es", so wie er sagt.

Wer helfen möchte, kann eine Geldspende unter dem Zusatz "Projekt Holy Rosary Hospital, Nigeria" auf das Konto der Katholischen Kirchenpflege Lauchheim unter IBAN: DE64 6145 0050 0110 6100 67 bei der Kreissparkasse Ostalb überweisen oder bar auf dem Pfarramt abgeben.

Mehr Infos zum Neonatal Intensive Care Unit (NICU) auf der Homepage der Seelsorgeeinheit Kapfenburg unter www.se-kapfenburg.de/fotos-holy-rosary-hospital-stand-november-2020

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