Nur Männer durften an die Schere 

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Bei der Freigabe der Unterführung bei der Hochbrücke war der Spion aufmerksam.

Der Spion hatte seine Augen und Ohren wieder einmal offen.

Ein bisschen bedröppelt haben einige Stadträtinnen und -räte dreingeschaut bei der Eröffnung der Unterführung Kettelerstraße am Freitag. Denn als es daran ging, das Band durchzuschneiden, bat der OB, dass pro Fraktion nur eine Vertreterin oder ein Vertreter zur Tat schreitet. Wahrscheinlich aus Platzgründen, vermutet die Spionin. Das schloss aber viele Anwesende aus. Unter anderem durften Sigrun Huber-Ronecker, Petra Pachner und Eva-Maria Markert nicht mitschneiden. Das Ergebnis: Nur Männer sind auf dem Band-Durchschneide-Foto zu sehen. Kein zeitgemäßes Bild, findet die Spionin.

Ein echter Hingucker war dagegen der dunkelhäutige junge Mann am Donnerstag auf dem Gehsteig in der Alten Heidenheimer Straße. Rastalocken, stahlblaues T-Shirt, konzentrierter Gesichtsausdruck. Die Blicke auf sich zogen vor allem seine schlangenhaften Bewegungen: Sehenswert virtuos jonglierte er mit einem etwa eineinhalb Meterbreiten, weißen Pfeilschild: „Tegut - Neueröffnung“ war darauf zu lesen. Ein Hinweis auf den neuen Supermarkt im Grauleshof, der an diesem Tag eröffnete. Ein schönes Beispiel kreativer Werbung, findet der Spion. Und ein schönes Beispiel, dass Werbung auch ohne großsprecherische Verheißungen locker jede Menge Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen vermag. 

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