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Nutella lebenslang

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Anja Müller über Menschen und Mäuse und beziehungsfördernde Technik

Einen Status muss sich erarbeiten, wer nicht, sagen wir mal, Thronfolger von Großbritannien ist. Und selbst dann braucht es noch ein gewisses Charisma, damit einem die Herzen des Volkes zufliegen. Das ist bei Mäusen nicht anders. So will eine Gmünderin seit Wochen den Besuchen solcher Nager in ihrem Spülenunterschrank Einhalt gebieten, was trotz modernster Technik nicht so recht gelingt. Oder gerade deswegen. Denn mit einer Wildkamera hat sie ergründet, wer dort des Nächtens ein- und ausgeht. Erkenntnis: Es sind mehrere. Dass darauf kein kriegerisches "A-ha" folgte, sondern ein "Ach, sind die süß", war eher nicht vorgesehen. Also wurden die niedlichen Tierchen mit Nutella in eine Lebendfalle gelockt und eines nach dem anderen in die Natur entlassen – natürlich nur, wenn weder Katze noch Greifvogel zusahen. Nur die letzte Maus, die ist nicht irgendeine. Ist gekennzeichnet von den Härten des Mäuselebens mit einem eingerissenen Öhrchen. Und schlau. Schlängelt sich seit Wochen auf zarten Pfötchen am Schnappmechanismus der Falle vorbei, schleckt den Brotaufstrich, geht wieder. So eine hat einfach den Status "Nutella lebenslang" verdient.

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