OB-Wahlkampf: Jetzt sind es schon vier Bewerber

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 Frederick Brütting.
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Mittlerweile vier Männer - und bislang keine Frau - wollen Nachfolger von Thilo Rentschler werden.

Aalen. Jetzt ist es schon ein Quartett. Mittlerweile vier Bewerber sind es, die Nachfolger von Thilo Rentschler (53, SPD) als Oberbürgermeister in Aalen werden wollen. Rentschler gibt sein Amt ab, weil er Hauptgeschäftsführer der IHK in Aalen wird.

Am Montag hat sich Matthias Müller (54) als OB beworben. Im Schreiben, mit dem sich Müller bewirbt, stellt er sich als geborenen Aalener vor, der zusammen mit seiner Frau in Aalen wohnt und „Oberhaupt einer großen Patchworkfamilie“ sei. Er ist Angestellter beim Gemeindevollzugsdienst in Aalen.

In seinem Schreiben an die „lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger“ und den „lieben Gemeinderat“ gibt er zu, dass er „bisher keine“ politische Erfahrung habe, erklärt aber auch, „warum Sie mich trotzdem wählen sollten“: Er sei ein „Mittelständler - so wie Sie“. Durch seine Arbeit kenne er die „Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger „besonders gut“. Er bewerbe sich, so schließt er sein Schreiben, „weil ich unsere Stadt Aalen liebe - so wie Sie“.

Am Dienstag hat sich der AfD-Stadtrat Marcus Waidmann erstmalig mit seinem Wahlkampfteam besprochen „und leitete erste planerische Schritte hinsichtlich des anstehenden OB-Wahlkampfes ein“, wie Waidmann mitteilt.

Zuvor habe er seine Bewerbung abgegeben und sich die entsprechenden Unterlagen, darunter Vordrucke für die zu sammelnden 100 Unterstützer-Unterschriften, aushändigen lassen. „Mein Mitbewerber hat seine Bewerbung ja bereits am vergangenen Samstagmorgens um 5 Uhr einwerfen lassen, da es ihm, laut eigener Aussage, wichtig war, ganz oben auf dem Wahlzettel zu stehen. Ich sehe das eher als unwichtig an. Mir liegt das Wohl der Aalener Bürger am Herzen. Dafür trete ich ein und das ist mir wichtig“, so Waidmann.

Hintergrund: SPD-Kandidat Frederick Brütting hatte erklärt, er, Brütting, wolle nicht, dass in Aalen der Bewerber der AfD oben auf dem Stimmzettel steht.

Jener, Marcus Waidmann, möchte nun nach eigenen Angaben „schnellstmöglich die benötigten Unterstützer-Unterschriften sammeln, das Wahlprogramm erarbeiten, sowie seine Homepage erstellen“. Er werde den hiesigen Vereinen und Verbänden, sowie den Unternehmern der Stadt ein Gesprächsangebot unterbreiten, um zu erfahren, „was sie sich von einem zukünftigen Aalener Oberbürgermeister wünschen“ erklärt Waidmann. Als „Krone des Wahlkampfes“ bezeichnet Waidmann den direkten Kontakt zum Bürger, auf welchen er sich besonders freut.

Vierter Kandidat ist Ronny Enßlin (46), alleinerziehender Vater einer sechsjährigen Tochter, der in Aalen in einer Patchworkfamilie lebt, bei der Caritas arbeitet und sich dort um Haushaltsauflösungen kümmert. Enßlin möchte ein Oberbürgermeister für alle sein, auch diejenigen, die es schwer haben. „Kein Mensch auf dieser Welt muss arbeiten“, sagt Enßlin. Aufgabe eines Oberbürgermeisters sei es, dafür zu sorgen, dass jeder, der arbeiten möchte, dies kann, aber nicht muss. Enßlin setzt sich daher für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein. Wichtigste Aufgabe eines OB sei es, Mittler zu sein zwischen den Menschen und der Politik. Dass derzeit eine Corona-Pandemie sei, erschwere seinen Wahlkampf. Dennoch werde er um Unterstützung kämpfen - so sei er am kommenden Dienstag morgens auf dem Spritzenhausplatz, um die notwendigen 100 Unterschriften für seine Bewerbung zu sammeln.

Als Erster hat am Samstag Frederick Brütting seine Bewerbung abgegeben. Der 37-Jährige ist seit 10 Jahren Bürgermeister in Heubach und Mitglied der SPD.

Was wichtig ist für Bewerberinnen und Bewerber: Bewerberinnen und Bewerber müssen am Wahltag das 25., dürfen aber noch nicht das 68. Lebensjahr vollendet haben und müssen die Gewähr dafür bieten, dass sie jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes eintreten. Außerdem ist eine Wählbarkeitsbescheinigung der Wohngemeinde notwendig. Weiter sind 100 Unterstützungsunterschriften beizulegen.

Zulassung zur Wahl: Die Bewerbungsfrist endet am Montag, 7. Juni, um 18 Uhr. Anschließend prüft der Gemeindewahlausschuss, welche Bewerbungen den Anforderungen entsprechen und entscheidet, ob die Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl zugelassen werden oder nicht. Die Wahl ist am 4. Juli. Jürgen Steck

Marcus Waidmann
Matthias Müller
Ronny Enßlin

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