Operationen verschoben wegen Corona

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Die dritte Welle macht den Kliniken zu schaffen. Geplante Operationen werden derzeit verschoben.

Aalen/Mutlangen/Ellwangen. Wegen der Corona-Pandemie ist derzeit fast die Hälfte der Betten in den Intensivstationen der drei Kliniken im Ostalbkreis belegt. Das hat zur Folge, dass geplante Operationen verschoben werden müssen. Dies bestätigt auf Anfrage der Chef der Kliniken Ostalb, Professor Dr. Ulrich Solzbach. Konkret sei die Situation so, dass – Stand Donnerstag – 14 der insgesamt 35 Intensivbetten mit Patienten belegt sind, die an Corona erkrankt sind. Zudem seien weitere 15 Intensivbetten mit Patienten belegt, die aus anderen Gründen intensiv behandelt werden müssen. Um eine Reserve zu haben für Notfälle, komme die Klinikleitung nicht umhin, sogenannte "planbare Operationen" zu verschieben. Dies tue ihm leid, sagt Solzbach, der wisse, was das für die Patientinnen und Patienten bedeutet, die dringend auf einen notwendigen Eingriff warten. Er bittet aber um Verständnis angesichts der Situation. Im Übrigen sei es keine Lösung, "jetzt ein paar Intensivbetten und Beatmungsgeräte zu kaufen" – so einfach sei die Sache leider nicht. Denn woran es vor allem fehle, das sei das Personal, das im Intensivbereich arbeiten könne. Mitarbeiter, die in diesem Bereich eingesetzt werden, seien "höchst spezialisierte Fachleute" – und entsprechend knapp.

Die Intensivstationen sind aber nicht der einzige Bereich, in dem Corona-Patienten sind. Weitere 45 Patienten – wieder Stand Donnerstag – werden in isolierten Bereichen versorgt. Auch in diesen Bereichen seien die Aufwände fürs Personal hoch – schon allein wegen der notwendigen Schutz- und Hygienemaßnahmen. Es werde zunehmen herausfordernder.

Solzbach sagt aber, er gehe davon aus, "dass wir uns im letzten Drittel der Pandemie befinden". Auch wenn viele zermürbt seien, so gebe es doch auch gute Nachrichten. So seien die meisten über 80-Jährigen im Ostalbkreis mittlerweile geimpft. Auch seien mittlerweile zwei Drittel der Klinikmitarbeiter geimpft. "Wir müssen uns noch etwas anstrengen, dann schaffen wir das", sagt der Mediziner.

Angesprochen auf die Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen, sagt Solzbach, diese Menschen hätten "nicht die Logik in der Problematik begriffen". Er würde gern mit solchen Maßnahmen-Gegnern durch die Klinik gehen und zeigen, wie die Situation ist. Leider aber sei das nicht möglich.

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