Ostalb-Heimatgeschichte erstmals auf Englisch

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Titelseite des Heftes.

Was die Ansiedelung der Heimatvertriebenen für die Landkreise Aalen und Gmünd bedeutete.

Aalen. Vor Kurzem erhielt Landrat Dr. Joachim Bläse – coronabedingt per Post - eine in Englisch verfasste Untersuchung zur neueren Geschichte des Ostalbkreises. Es handelt sich dabei um das 2012 vom Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd herausgegebene Buch: „Verlorene Heimat - gewonnene Heimat“, in dem unter Federführung von Prof. Dr. Ulrich Müller die Geschichte der Gmünder Heimatvertriebenen dargestellt wurde. Das teilt die Landkreisverwaltung mit.

Da die meisten der 15 Mitautoren aus dem Kreis der Vertriebenen stammen, stelle das Buch ein besonders authentisches Dokument über Aufnahme und Integration der Vertriebenen in die Gesellschaft der damaligen Landkreise Schwäbisch Gmünd und Aalen dar. „Wenn auch der Schwerpunkt auf Schwäbisch Gmünd gelegt wurde, so werden doch auch die Verhältnisse in Aalen berücksichtigt, die der bekannte Aalener Heimatforscher Alois Schubert aus eigener Erfahrung schildern konnte“, heißt es in der Mitteilung des Landratsamtes. In kürzester Zeit hatte sich damals die Einwohnerzahl der beiden Landkreise um rund ein Drittel erhöht. „Eine unglaubliche Leistung, wenn man bedenkt, dass unmittelbar nach dem Krieg ein allgemeiner Mangel herrschte und vor der Währungsreform praktisch nicht gebaut werden konnte.

Warum erscheint nun dieses Buch unter dem Titel „A Homeland Lost- a Homeland Gained“ ? Die Initiative ging vom Verein „Brücke nach Osten“ und Dr. Kurt Scholze aus, der sich seit Jahren um enge Kontakte nach Osten und vor allem nach Tschechien bemüht. Bei diesen Begegnungen zeigte sich, dass die Gäste zwar großes Interesse am Schicksal der Vertriebenen haben, aber leider nur selten deutsch können. So entstand die Idee, eine englische Fassung anzubieten, damit dieses Buch auch in den Ländern, aus denen die Vertriebenen des Ostalbkreises stammen, gelesen werden kann.

Es wäre besser gewesen, so werden jetzt einige einwenden, dieses Buch in den jeweiligen Landessprachen anzubieten, also vorwiegend in Tschechisch, Slowakisch und Polnisch, aber auch in Ungarisch, Rumänisch oder Russisch. Ein solches Projekt aber hätte die Möglichkeiten der Herausgeber bei weitem überschritten, deshalb kam nur eine englische Version in Frage.

Dazu kommt, so das Landratsamt weiter, dass das Thema „Vertreibung“ durch die Zunahme weltweiter Migrationsbewegungen in den letzten Jahren eine unerwartete Aktualität gewonnen hat.

In Christopher Sloan sei ein sehr kompetenter Übersetzer gefunden worden, der bereit war, dieses Buch in seine Muttersprache zu übertragen. Er habe dies auch deshalb getan, weil er während seiner jahrzehntelangen Unterrichtstätigkeit am Gmünder Parlergymnasium viele Kollegen und auch Schüler hatte, die das bittere Schicksal der Vertreibung erlitten haben.

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