Ostalbklinikum: Abteilung tagelang nicht erreichbar

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Die Abteilung Innere Medizin I im Ostalbklinikum ist im Moment nur schwer zu erreichen.
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Eine Tumorpatientin möchte einen Termin vereinbaren. Doch telefonisch kommt sie nicht durch.

Aalen. Eine SchwäPo-Leserin hat von ihrem Frauenarzt eine Tumordiagnose erhalten. Deswegen soll sie im Ostalbklinikum einen Termin zur Gewebeentnahme vereinbaren. Außerdem möchte sie am Telefon organisatorische Fragen klären: Braucht sie für den Termin eine Überweisung vom Frauenarzt oder vom Hausarzt?

Aber telefonisch kommt sie nicht zur zuständigen Abteilung durch. „Ich versuche heute seit 9.45 Uhr, das Sekretariat der Inneren Medizin zu erreichen“, schreibt sie vergangenen Freitag an die SchwäPo. Die Leserin möchte unbedingt anonym bleiben, da sie ansonsten wegen ihrer Beschwerde Nachteile befürchtet. Weiter berichtet sie: „Die Rufnummern werden zuerst durch einen Anrufbeantworter über die Dauer von mehr als einer Stunde bedient mit Dudelmusik und der Bitte um etwas Geduld, weil alle Mitarbeiter beschäftigt seien.“ Dann, ab 10.30 Uhr werde weitergeleitet auf eine neue Bandansage. „Diese informiert mich als Anrufenden, nach nahezu zwei Stunden, dass der Anschluss nicht besetzt sei“, erzählt die Patientin. Sie fügt an: „Man muss explodieren über diese Frechheit.“

Auch über die Telefonzentrale kommt sie nicht weiter. „Mehrere Versuche, über die Telefonzentrale des Ostalbklinikums mit der Inneren Medizin verbunden zu werden, scheitern dann nach der Weiterleitung wieder an der automatischen Ansage, dass der Anschluss nicht besetzt sei.“ Auch der Mitarbeiter in der Telefonzentrale sei nicht darüber informiert, ob eine Verbindung überhaupt möglich ist oder ins Leere führt, so die Leserin. Schließlich habe sie die Auskunft erhalten, dass die Innere Medizin wohl erst wieder drei Tage später zwischen 9 Uhr und 11 Uhr zu erreichen sei. „Dass die Innere Medizin telefonisch über Stunden und mehrere Tage nicht erreichbar ist, ist aus meiner Sicht ein Skandal“, findet die Patientin. „Sorry, Ostalbklinikum, das ist ein Unding.“

Ihr Schreiben hat die Leserin gleichzeitig an das Ostalbklinikum geschickt. Pressesprecher Ralf Mergenthaler antwortet ihr: „Ich kann Ihren Frust nach dem beschriebenen Erlebnis sehr gut verstehen.“ Auch er selbst hätte schon des Öfteren eine ähnliche Erfahrung gehabt und sich über Telefonhotlines oder Anrufbeantworteransagen geärgert. „Die Erreichbarkeit unserer Kliniken und deren Fachabteilungen ist uns ein hohes Anliegen, auf das wir großen Wert legen“, so Mergenthalter. Und weiter: „Wenn eine Telefonnummer angegeben ist, muss dort auch jemand erreichbar sein.“ Doch im Sekretariat der Medizinischen Klinik I im Ostalb-Klinikum gebe es derzeit einen personellen Engpass. „Durch mehrere krankheitsbedingte Ausfälle ist das Team aktuell unterbesetzt“, schreibt der Pressesprecher.

Bedauerlicherweise habe das gesamte Haus zusätzlich immer noch mit vielen coronabedingten Ausfälle innerhalb des Personals zu kämpfen. Daher könnten die personellen Lücken in der Urlaubszeit auch von anderen Abteilungen kaum aufgefangen werden. „Wir arbeiten intern an einer Verbesserung der Lage und hoffen auf eine baldige Rückkehr der Kolleginnen, damit sich die Lage baldmöglichst entspannt und das Sekretariat wieder wie gewohnt erreichbar ist“, so Mergenthaler. Anschließend entschuldigt er sich: „Es tut mir sehr leid, dass Sie diese Erfahrung machen mussten. Ich hoffe dennoch auf Ihr Verständnis in dieser aktuellen Notlage.“

Als die Patientin auch am Montag telefonisch niemand erreicht, spricht sie einfach persönlich in der Abteilung vor. Wegen ihrer Diagnose, so schreibt sie, wird sie sofort vom Oberarzt untersucht. Der ordnet weitere Tests an, unter anderem eine Untersuchung im MRT. Der Termin wäre am Donnerstag gewesen. Doch das Sekretariat habe ihr den Termin nicht mitgeteilt, daher habe sie ihn verpasst. Am Montag hat sie nun einen neuen Termin. 

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