Pizzeria da Mario schließt: Endgültiges Aus fürs frühere „Museumsstüble“?

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Der kleine Biergarten hinter der Pizzeria "da Mario". Foto: UW
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Die „Pizzeria da Mario“ schließt. Die Geschichte der ersten Kneipe im Hüttfeld.

Aalen. Das ehemalige „Museumsstüble“, die älteste Gastwirtschaft im Hüttfeld, ist bald Geschichte. Ihr (vorerst) letzter Pächter, Mario Maniscalco, schließt am kommenden Sonntag, 28. August, seine Pizzeria „da Mario“ für immer. Der 56-jährige Pizzabäcker hatte die Gaststätte in der Max-Reger-Straße 15 seit 2010 gepachtet. Warum er sich jetzt entschlossen hat, aufzuhören? „Der Mangel an Personal“, antwortet er einsilbig. Seit Corona habe er eigener Aussage zufolge keine zuverlässigen Mitarbeiter mehr gefunden.

Der gebürtige Sizilianer war 1996 nach Aalen gekommen und hat später acht Jahre lang bis 2010 die frühere Gartenwirtschaft „beim Bosche“ in Röthardt als Pizzeria betrieben, bevor er ins Hüttfeld wechselte.

Jetzt der Schnitt: „Ich verabschiede mich nun komplett von der Gastronomie“, sagt Maniscalco. Eigenen Angaben zufolge wechselt er in ein Angestelltenverhältnis bei einer Metallfirma.

Ein neuer Betreiber für das Lokal mit seinem kleinen Biergarten hinterm Haus und den 50 bis 60 Sitzplätzen im Innenraum sei nicht in Sicht.

Darüber, dass am 29. August endgültig Schluss ist, hatte Mario Maniscalco seine Gäste erst vor wenigen Tagen mit einer Nachricht in den sozialen Medien informiert.

Bis zum Ende der 1960er Jahre gab es im Hüttfeld keine einzige Kneipe. Erst 1968 baute der aus Schlesien stammende Hans Jablonski den ehemaligen Konsumladen, der ihm gehörte, in eine Gast- und Schankwirtschaft um. 1969 wurde sie mit dem nostalgisch anmutenden Namen „Museumsstüble“ eröffnet. Das berichtet der frühere SchwäPo-Chefredakteur Erwin Hafner in seinen Aalener Wirtshausgeschichten.

Allerdings habe die neu eröffnete Kneipe nicht ungeteilten Zuspruch gefunden. „Die Nachbarschaft begehrte auf, weil sie sich mit der zu erwartenden Lärmbelästigung in ihrer Ruhe gestört fühlte. Aber alle Proteste, auch die in späteren Jahren, nützten nichts. Das Lokal etablierte sich und wurde auch von Gästen aus der Stadt und der weiteren Umgebung angenommen“, weiß Erwin Hafner.

Bis 1984 führte Jablonski das Museumsstüble in eigener Regie. Dann vermietete er das Lokal an Wilhelm Reiger aus Unterkochen. Schon zwei Jahre später erreichte die Pizzawelle auch das Hüttfeld. Fast regelmäßig wechselten danach die Pächter, so Hafner weiter.

Auf Paolo Campoloi folgte Fiorella Bertoletto und danach 1970 Salvatore Merluzzio, der sich immerhin fast 20 Jahre bis 1989 als Pizzabäcker halten konnte. 1992 taufte Francesco Contartesi das Museumsstüble in „Bella Napoli“ um. Weitere Namensänderungen gab es 1995 unter Harald Demel aus Oberkochen mit „Extra“, 1997 unter Peter Herzig „Cheval“. 1998 folgte die Pizzeria Alfonso, 2004 „La Grotta“ und 2008 gab Alexandra Heider dem Lokal wieder den alten Namen „Museumsstüble“. Doch noch im gleichen Jahr übernahmen die Sorbellos, die zuvor viele Jahre ihre Pizzeria gegenüber dem einstigen „Hecht“ führten, die Gaststätte. Aber schon nach zwei Jahren wieder ein Pächterwechsel: Seit 2010 heißt das Museumsstüble „Pizzeria da Mario“. Aber auch sie ist ab kommenden Montag Geschichte. 

Die Pizzeria da Mario im ehemaligen „Museumsstüble“ im Hüttfeld schließt. Foto: UW

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