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Platzfreihalter - ein Virus breitet sich aus

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Lars Reckermann
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Lars Reckermann über Menschen, die einfach nicht abwarten können.

Kennen Sie diese Platzfreihalter? Die bekannteste Gattung ist die Handtuch-auf-dem-Liegestuhl-Fraktion. Wie ein Virus hat sich diese Spezies längst weiterentwickelt. Da gibt es die Stehtisch-Platzhalter-Fraktion, bei der ein Stehtisch schon vor dem Bestellen der Bratwurst vom hungrigen Rudel eingenommen wird. Einer aus der Gruppe muss dann los und die Palette Bratwürstchen kaufen. Ich selbst gehöre der Waschstraßen-Platzhalter-Fraktion an. Gerne parke ich mein Auto erst vor der Waschstraße und kaufe mir dann das Ticket, was mich zur Einfahrt berechtigt. Um ihre Frage direkt zu beantworten: Ja, ich finde mein Verhalten selbst unsozial. Und nein, ich kann Ihnen nicht erklären, warum ich das trotzdem immer wieder mache. Immer öfter entdecke ich die Supermarktkassen-Platzhalter. Derweil er (oder sie) zwei drei Dinge aufs Kassenband legt, geht sie (oder er) noch einmal durch den Laden und legt, immer mit dem Hinweis „ach Gott, das habe ich ganz vergessen“, ein weiteres Teil aufs Band. Für mich neu (und sehr gefährlich) ist die Parkplatzfreihalter-Fraktion. Vor kurzem erst hätte ich beinahe diese Spezies dezimiert, weil (in diesem Fall) eine Frau mitten auf der Parkbox stand. Auf meine Frage, ob sie bitte auf den Bürgersteig gehen könnte, schüttelte sie energisch den Kopf. Sie warte aufs Auto. Ich glaube, ich habe eine neue Mutation des von mir längst ausgestorben geglaubten Parkplatzwächters entdeckt. Habe ich einen Platzfreihalter vergessen? Schreiben Sie mir: l.reckermann@sdz-medien.de

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