Pop & Poesie: Es geht was im KubAA

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Am Piano: SWR Musikredakteur Peter Grabinger.
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Livemusik unter Coronabedingungen. SWR1 Pop & Poesie probt in Aalen die neue Staffel „In The Air Tonight“. Hitparaden-Legende Viktor Worms: Die Location ist der Hammer!

Aalen

Es geht wenigstens ein bisschen was in dieser lähmenden Corona-Zeit: Die Tore des Veranstaltungssaals im Kulturbahnhof sind geöffnet, der laue Frühlingswind trägt Live-Töne von E-Gitarre, Piano und Saxofon nach draußen aufs Stadtoval. Gegenüber, an der Corona-Teststelle des DRK, bleiben Leute stehen und lauschen.

Sehnsucht liegt in der Luft an diesem sonnigen Morgen. Der Wunsch ist längst einem hungrigen Verlangen gewichen, endlich wieder einmal einem Livekonzert lauschen zu dürfen. Das gibt es an diesem Morgen im KubAA – allerdings nur als Probe und ohne Publikum: Vier Tage lang, bis Donnerstag, probt hier das Ensemble von SWR1 Pop & Poesie. Wohlgemerkt: coronakonform, mit Abstand, mit Maskenschutz und einem nachweislich negativen Testergebnis der Ensemblemitglieder. Der Kontakt zum Aalener Kulturbahnhof kam über den lokalen Veranstaltungsunternehmer Christian Mathéus zustande.

„Die Akustik hier ist fantastisch“, schwärmt Christoph Mohr, früher selbst Radiomoderator und nun für das Marketing der Hörfunkprogramme und des Fernsehsenders des SWR zuständig. Im Corona-Abstand plaudert er vor dem KubAA mit Viktor Worms, den die Älteren noch in Verbindung bringen mit der ZDF-Hitparade, die er in den 1980ern moderiert hat.

Viktor Worms ist der Regisseur

Jetzt ist der 61-Jährige das erste Mal in Aalen. Und hat auch die Stadt schon ein bisschen kennengelernt, wenn auch unfreiwillig. „Wegen der schlechten Ausschilderung des KubAA bin ich kreuz und quer herumgefahren“, schmunzelt Worms, der die Rolle des Regisseurs übernimmt. Versöhnlich schickt er hinterher: „Aber die Location ist der Hammer!“

Drinnen in der Halle greift gerade Jochen Stöckle zum Mikro. Der in Heidenheim aufgewachsene Redakteur und Moderator ist die „prägende Stimme“ von SWR1 Pop & Poesie und für die Übersetzungen der Texte zuständig. Der Moderator fungiert als Gastgeber und ist so etwas wie der „Link“ zu SWR1. Auf seinen Bühnenpartner, Radio-Legende Matthias Holtmann, muss er bei den Proben verzichten. Der heute 70-jährige Erfinder von SWR1 Pop & Poesie musste aus gesundheitlichen Gründen leider absagen.

Im rot-schwarz karierten Flanellhemd sitzt Stöckle vor seinem Laptop und zitiert mit schauspiel-starker Stimme die deutsche Übersetzung des Songtextes von Roger Hodgson: „Ich seh' Dich morgens auf dem Weg zur Schule. Vergiss nicht Deine Bücher! Du weißt, Du musst die Goldene Regel lernen ...“. Neben und hinter ihm rockt das SWR1-Pop & Poesie-Ensemble mit Peter Grabinger, dem SWR-Musikredakteur, Produzent und musikalischen Leiter am Piano.

Einer guckt interessiert zu: Florian Münzmay, Leiter des neuen städtischen Eigenbetriebs „aalen.kultur&event“, feiert in diesen Tagen so etwas wie eine persönliche Premiere. Denn seit seinem Amtsantritt, der quasi mit der Eröffnung des Kulturbahnhofs im vergangenen Oktober zusammenfiel, ist es das erste Mal, dass Livemusik in der Veranstaltungshalle am Stadtoval gespielt wird.. „Da blutet einem das Herz, wenn man sieht, was hier möglich wäre, aber wegen Corona nicht möglich sein kann“, sagt er ein wenig melancholisch.

Die Akustik im KubAA ist phantastisch!“

Christoph Mohr, Leiter SWR Marketing

„Kleine Hoffnung“ auf eine Premiere Mitte August

Das neue Programm des Kultformats SWR1 Pop & Poesie heißt „In The Air Tonight“ und ist eine Hommage an den gleichnamigen Hit von Phil Collins aus dem Jahr 1981.

Das SWR1-Kultformat begann im Jahr 2009, damals noch im Sendesaal des SWR, und ist eine Mischung aus Konzert, Lesung, Comedy und Show.

Die Idee: Neun Musikerinnen und Musiker, Sänger und Schauspieler interpretieren die Lieblingshits der SWR1-Hörer so, dass die bekannten Titel in einem ganz neuen Licht erscheinen.

Geplant für das aktuelle Jahr sind „theoretisch“ 16 bis 17 Shows mit gewöhnlich jeweils über 1000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Auch eine Show im Stadtgarten Bopfingen ist beabsichtigt. „Aber wegen Corona will ich keine Hoffnung machen“, betont SWR-Marketing-Leiter Christoph Mohr. Deshalb sei SWR1 Pop & Poesie auch noch nicht in den Vorverkauf gegangen. „Aber wir haben noch eine leichte Hoffnung für eine Premiere Mitte August auf dem Stuttgarter Schlossplatz.“

Ein moderner Souffleurkasten: Ein Bildschirm mit der deutschen Übersetzung des Songs „School“ der Pop-Veteranen.
Ein Blick von der Empore des Veranstaltungssaals im KubAA auf das SWR1 Pop&Poesie-Ensemble.
SWR-Redakteur und Moderator Jochen Stöckle (l.) unterhält sich mit Schauspielerin Simone von Racknitz-Luick.
Hitparaden-Legende Viktor Worms hier als Regisseur

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