Samariterstift will in der Jahnstraße bauen

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Grundstücksfläche zwischen der Jahnstraße und der Walkstraße.
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Stadt plant Grundstückstausch. Ausschuss stimmt zu - mit Einwänden.

Aalen. Die Samariterstiftung möchte in der Jahnstraße in Aalen ein Wohnheim mit 20 Plätzen und 10 Tagespflegeplätzen bauen. Die meisten der Bewohner sind in ihrer Mobilität eingeschränkt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Das bringt einiges an Auflagen hinsichtlich Barrierefreiheit und Flächengrößen mit sich. Damit das Haus dort gebaut werden kann, plant die Stadt nun einen Grundstückstausch mit der Samariterstiftung: Die Stadt gibt einen 300 Quadratmeter großen Streifen an der Jahnstraße her. Sie erhält dafür ein angrenzendes, rechteckig geschnittenes Grundstück an der Walkstraße von der Samariterstiftung. Der Tausch soll flächen- und wertgleich erfolgen, der Kaufpreis würde mit 600 Euro je Quadratmeter angesetzt.

Die Pläne: Geplant ist ein dreigeschossiger Baukörper mit Eingang an der Jahnstraße. Er grenzt westlich in ganzer Breite an den Spielplatz Jahnstraße an. Im Gartengeschoss ist ein Tagespflegebereich vorgesehen, in den übrigen Geschossen soll es Wohngemeinschaften geben für fünf bis sechs Personen und Einzelapartments. Das ganze Gebäude soll optisch und von der Bepflanzung her eingebunden werden in die Grünfläche mit Spielplatz. An der südlichen Hausseite, zur Walkstraße hin, entsteht ein geschützter Bereich sowie ein Urban-Gardening Bereich.

 Wegen der engen Baugrenzen wäre das Vorhaben ohne den zusätzlichen Grundstückstausch nicht zu realisieren, informierte Stefan Overmann, Leiter des Stadtmessungsamtes, im Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung. 

So diskutieren die Räte: Claus Albrecht (Freie Wähler) fand das Vorhaben der Samariterstiftung grundsätzlich „lobenswert“. Er sah aber etliche Probleme aufkommen und wollte diese auch zu Protokoll geben: zum Beispiel Gefahren für den alten Baumbestand auf dem „schönsten Kinderspielplatz in dieser Stadt“. Und ein Haus mit drei Stockwerken – das gehe über geltendes Baurecht hinaus. Zudem fürchtet Albrecht Einwände der direkten Anwohner und weist auf die Grunderwerbssteuer in Höhe von 9000 Euro hin, die die Samariterstiftung tragen müsse.

Manfred Traub (Zählgemeinschaft Traub/Birkhold) kritisierte „Widersprüche“ in den Plänen, Christa Klink (Die Linke) sorgte sich, dass es zu wenig Parkraum geben wird. Martina Lechner (SPD) signalisierte Zustimmung ihrer Fraktion: Das Objekt in das Wohngebiet zu integrieren, sei gerade wegen des Kinderspielplatzes richtig. Die CDU-Fraktion habe Vertrauen, dass da „was Ordentliches entsteht“, sagte Thomas Wagenblast. Im jetzigen Stadium könne man noch alle Einwände aufnehmen und mit dem Bauherrn abstimmen. Ähnlich sah es Grünen-Fraktionschef Michael Fleischer: Der Grundstückstausch sei flächenmäßig neutral, Spielgeräte müssten nicht versetzt werden, letztlich sei das Ganze so angelegt, dass „eine gute Kooperation möglich ist“.

Laut OB Frederick Brütting müssen zwei Bäume weichen, es würden aber auch neue gepflanzt. Er sicherte zu, dass die Verwaltung im bauordnungsrechtlichen Verfahren die Einwände der Gemeinderäte im Blick habe.

Der Zeitplan: Der ATUS hat einstimmig den Tausch befürwortet. Stimmt nun der Gemeinderat zu, will die Samariterstiftung bis 30. Juni eine Bauvoranfrage einreichen, bei positivem Bescheid den Bauantrag bis Ende 2024.

Die Stadt will ein Rückkaufsrecht vereinbaren, sollte das Baugesuch bis dahin nicht vorliegen. ⋌Bea Wiese

Grundstücksfläche zwischen der Jahnstraße und der Walkstraße.
Grundstücksfläche zwischen der Jahnstraße und der Walkstraße: Die Samariterstiftung will oberhalb des Spielplatzes ein Behindertenwohnheim mit Tagespflegeplätzen bauen.

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