Schon 65 Jahre lang hält die Sportliebe der Eichs

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Das Ehepaar feiert Eiseren Hochzeit.
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Wie das Ehepaar Gerda und Franz Eich nach ereignisreichen Zeiten seine Eiserne Hochzeit sieht und feiert.

Bei der Leichtathletik haben wir uns kennegelernt.“

Franz Eich

Aalen-Unterrombach

Wie das damals so war im Nachkriegsdeutschland: Viele wussten nicht, was sie am nächsten Tag erwartet. Auch einen Teil der Familie Eich „verschlug“ es nach den Kriegswirren vom Rheinland in den Süden nach Crailsheim.

Franz Eich, 1932 in Aachen geboren, kam 1951 über Untergröningen als 19-Jähriger nach Aalen, wo der junge Sportler sofort feststellte, dass die dortigen Fußballclubs viel besseren Fußball spielten als der Dorfverein.

Warum er in dieser Woche mit seiner Frau Gerda, geb. Wörle die Eiserne Hochzeit begehen kann, das kam dann so. „Ich hatte Hemmungen, in der neuen Heimat Fußball zu spielen und ging als Leichtathlet zum SSV Aalen. Dort lernte ich meine spätere Frau kennen.“

Und die Zeit eines aufregenden Lebens begann. Denn Gerda war schon in der B- und A-Jugend zwischen 1953 und 55 zweimal württ. Meisterin im Fünfkampf und bei den Frauen Landesmeisterin im Weitsprung und wurde auch bei Länderkämpfen eingesetzt. „Einmal in Oberkochen war die Grube zu kurz und ich landete dahinter auf der Wiese“, erzählt die heute 85-Jährige über eine schmerzhafte Erfahrung. Ihre weitesten Sprünge lagen damals zwischen 5,40 und 5,50 m und ihre besten Leistungen würdigten OB Dr. Schübel mit der Ehrenplakette der Stadt Aalen und der SSV 2001 mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft.

1956 haben Gerda und Franz Eich geheiratet, sie bekamen zwei Söhne, Dieter und Norbert und sie blieben dem Sport treu. Franz ging zum Automobilsport, wurde Vertragsfahrer bei Auto Union (DKW) und war international erfolgreich als Rallyefahrer. Mit den beiden Söhnen gingen die Eichs später auf die Piste und in die Loipe – „Gerda und ich hatten so viel Spaß daran, dass wir eine Ausbildung zu Ski-Übungsleitern machten“, fährt Franz fort.

Das Wasserskifahren kam natürlich auch noch dazu und die vierköpfige Familie war zweimal bei Wettbewerben zwischen Österreich, Schweiz und Deutschland bestes Team. 1970 gründeten die Eichs dann eine Sportschifferschule, in der Franz Eich als 89-Jähriger noch heute als Segellehrer tätig ist.

Nach der aktiven sportlichen Zeit stellten sich die Eichs in den 60 er und 70 er Jahren in den Dienst der Vereine, so war Franz 20 Jahre für den ADAC-Ortsclub MSC Aalen tätig und organisierte mit seinem Stab 45 Moto Cross- und Autofahrten. Als Mitgesellschafter engagierte sich das Ehepaar stark bei der Aalener Kunsteisbahn. Franz hat als 1. und 2. Vorsitzender des Eislaufvereins Aalen 18 Jahre die Geschicke der Eisbahn mitverantwortet.

Das Ehepaar führt also eine Familie, die sowohl sportlich wie gesellschaftlich als auch geschäftlich in Aalen eine bedeutende Rolle spielte. Im Westlichen Stadtgraben firmierte das Unternehmen Peter Eich als Kfz-Zubehör-Großhandlung, in der Stuttgarter Straße über 20 Jahre das Sportgeschäft Eich und schlussendlich eröffnete die Ehefrau in der Beinstraße eine Trachtenstube nahe des Regenbaums.

„Wir können nicht klagen, wir haben die üblichen Wehwehchen in diesem Alter, wir gehen aber noch spazieren und einkaufen und feiern an diesem Samstag in der Großfamilie“, ist das Schlusswort des Ehepaares Eich am Tag der Eisernen Hochzeit nach 65 Jahren.

Festgedeck

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