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Sind die Schnelltests kontaminiert?

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Corona Schnelltest kontaminierte Stäbchen
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Ein Bürger aus der Region macht eine ungewöhnliche Entdeckung auf einem handelsüblichen Corona-Schnelltest. Ein Forensiker erklärt, was es mit den schwarzen Objekten auf sich hat.

Aalen

Corona-Schnelltests gehören mittlerweile zum Alltag. Doch geht von eben diesen Tests eine Gefahr aus? Ein Bürger aus der Region, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, macht unter dem Mikroskop eine ungewöhnliche Entdeckung. Würmchen, Parasiten oder einfache Stofffasern? Was steckt hinter den schwarzen Objekten auf den Teststäbchen?

„Ich habe es zunächst als Verschwörungstheorie abgetan“, erklärt ein besorgter Bürger aus der Region. Trotzdem kann er sich seine Entdeckung nicht erklären: Unter dem Mikroskop untersucht er Corona-Schnelltests aus dem Einzelhandel der Marke „Hotgen“. Die Entdeckung? Schwarze, wurmartige Objekte sind zu sehen. Auch bei originalverpackten Tests. Soweit, so unspektakulär. Allerdings bleibt das Objekt nicht regungslos. „Wenn man nicht darauf gehaucht hat, sieht es aus wie eine normale Faser“, berichtet er. Sobald das Objekt allerdings mit dem Atem in Kontakt kommt, bewegt es sich. Allerdings nicht, wie sich ein Faden wegen bewegter Luft bewegen sollte. Viel mehr sieht es danach aus, als fahre sich das Objekt aus. „Ich will den Teufel nicht an die Wand malen“, erklärt er, „aber das gehört da nicht drauf.“ Seine Ärztin habe er informiert, diese habe die entsprechenden Schnelltests an ein Laborgeschickt. Es könne sich um keine „normalen“ Verunreinigungen handeln. „Sonst hätte meine Ärztin nicht so reagiert“, sagt der Leser. „Was es ist, kann ich nicht definieren“, so der besorgte Bürger. Was ihn außerdem stutzig macht: Ende März setzte die Stadt Leipzig Testungen mit bestimmten Schnelltest-Kits aus.

Mark Benecke

Nichts Lebendes ist darin zu sehen.“

Dr. Mark Benecke, Forensiker und Biologe

Im Netz häufen sich Videos, in denen das besagte Phänomen thematisiert wird. Doch was steckt nun dahinter? Forensiker und Biologe Dr. Mark Benecke hatte bereits mehrfach mit derartigen Anfragen zu tun und kann entwarnen. „Ich kann verstehen, dass das ungewöhnlich klingt “, sagt Benecke, „aber es ist wirklich kein Grund zur Aufregung“. Das Objekt auf den Tests ist definitiv nicht lebendig, fand er bei Untersuchungen heraus. „Nichts Lebendes ist darin zu sehen. Es sieht aus, wie eine typische Kleidungsfaser“, erklärt der Forensiker. Das erkenne man zum Beispiel an den stumpfen Enden des Objekts oder daran, dass keinerlei Anzeichen für Organe oder dergleichen zu sehen seien. Als mögliche Herkunft der Fasern vermutet er Stofffasern von Masken oder der Arbeitskleidung der Produzenten.

Dass Textilfasern bei der Produktion auf die Teststäbchen gelangen können, wundere ihn nicht. „Viele Leute glauben, wenn du ein steriles Produkt herstellst, muss das von vorne herein steril sein“, berichtet er. Doch dem sei nicht so. „Da musst du weder eine staubfreie Umgebung haben, noch eine fusselfreie Umgebung, noch eine sterile Umgebung, noch einen Reinraum.“ Denn der entscheidende Schritt komme erst zum Schluss. „Gerade die Wattestäbchen werden hinterher sterilisiert“, erklärt Benecke.

Und warum bewegen sich die Objekte nun? „Textilfasern reagieren auf Feuchtigkeit und Wärme“, erklärt Benecke. „Wenn sich etwas ausdehnt oder zusammenzieht, das länglich und gekrümmt ist, sieht es halt aus, wie ein Wurm, der sich bewegt.“

Corona-Schnelltests im Überblick

Das DRK testet in der Aalener Stadthalle, beim DRK-Verwaltungszentrum sowie am Rettungszentrum im Greut. Termine unter www.drk-aalen.de.

Die Johanniter testen auf dem BayWa-Parkplatz in der Gartenstraße. Termine unter www.johanniter.de

Der Drogeriemarkt Dm in der Gartenstraße testet mit Termin unter www.dm.de/corona-schnelltest-zentren.

Murat Onay bietet Tests in der Innenstadt bei Dr. Fair Fashion. Termine unter portal.schnellteststrasse.de/webform/oaLhKBrhxjXuzoAy. Es gehe aber auch ohne Termin. err

Was hat es mit den schwarzen Objekten auf den Teststäbchen auf sich? Foto: err; Montage: ca

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