Smart und autoarm am Tannenwäldle

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Vom künftigen Neubaugebiet am Tannenwäldle sind es nur wenige Fußminuten bis zum Kombibad. Plan/Montage: Stadt Aalen/ca
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Warum die Stadträte bereits vor dem Baubeschluss voll des Lobes sind für das „Wohnen am Tannenwäldle“. Und auf was sie jetzt noch Wert legen.

Aalen

Nach der Sommerpause soll's losgehen: Die Erschließungsarbeiten für das als innovativ und nachhaltig beworbene Neubaugebiet „Wohnen am Tannenwäldle“ werden im Oktober 2021 dieses Jahres starten. Mit dem neuen Wohngebiet will die Stadt ehrgeizig zukunftsweisenden ökologischen Standards gerecht werden. Dafür braucht es aber erst noch einen Baubeschluss für die Erschließung mit Kosten in Höhe von 2,4 Millionen Euro. Den soll der Gemeinderat am 29. April fassen. Zuvor hat Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle das Konzept dem Gemeinderatsausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung zur Beratung vorgelegt und skizzierte die wichtigsten Details:

Klimagerechter Straßenraum mit zahlreichen Bäumen und drei Gemeinschaftsgärten und weiteren Grünflächen.

Für das autoarme Quartier ist direkt an der Zufahrt zum Quartier, Ecke Ziegelstraße, eine Parkgarage für Bewohner und Besucher geplant. Parken entlang der Straßen im verkehrsberuhigten Quartier ist nicht zugelassen, ausschließlich kurze Stopps für Be- und Entladen. Nur für behinderte Menschen soll es Stellplätze im öffentlichen Raum geben. Die genaue Stellplatzanzahl für die Grundstücke werde noch festgelegt, so Steidle. Bei Mehrfamilienhäusern ist an Tiefgaragenstellplätze gedacht, allerdings werde sie nicht 100 Prozent der vorgeschriebenen Stellplätze erfüllen. Die Idee sei, die übrigen Stellplätze durch Baulast zu sichern, sie in der zentralen Parkgarage an der Zufahrt zum Wohngebiet nachzuweisen und sie mit den Wohnungen zusammen zu verkaufen.

Alternative Mobilitätsformen: Angebote von Fahrrädern oder Car-Sharing sollen einen Anreiz bieten, alternative Fortbewegungsmittel auszuprobieren.

Barrierefrei: Der Beirat für Menschen mit Behinderung wird den Planungsprozess begleiten.

Smart und digital: Bereits beim Tiefbau werden die Voraussetzungen gesetzt für ein Basisnetz als Glasfaser-Passivnetz und eine Dauerstromversorgung für die Straßenbeleuchtung. Steidle: Die Infrastrukturplanung berücksichtigt auch mobile Netzebenen wie WLAN, Sensordatennetze und auch die spätere Versorgung mit 5G-Mobilfunktechnik.

Die nachhaltige Bauweise mit Festlegungen zum KfW-Standard und zur Art der Beheizung will die Stadt rechtssicher im Kaufvertrag der Grundstücke fixieren.

Die Größe des Wohngebiets: Derzeit geht man laut Steidle von etwa 250 Wohneinheiten und etwa 520 bis 580 Bewohnerinnen und Bewohnern aus.

Thomas Wagenblast (CDU) verdeutlicht den historischen Aspekt: „Wir schließen mit dem Wohngebiet die letzte größere Baulücke in der Kernstadt. Wir bauen hier für alle soziale Bedürfnisse“, betonte er.

Sigrun Huber-Ronecker (Grüne) legt der Stadtverwaltung ans Herz, dafür zu sorgen dass „hier keine Schottergärten angelegt werden“.

Heidi Matzik (SPD) macht deutlich, dass man hier bezahlbaren Wohnraum anbieten wolle. „Diesen Punkt müssen wir uns noch einmal anschauen.“ Denn die hohen nachhaltigen Standards haben auch ihren Preis, meint sie.

Claus Albrecht (FW) spricht, wie schon beim Kombibad, begeistert von dem „großen Wurf, von der sehr weit vorangedachten Planung“. Albrecht regt an, auch Betreutes Wohnen im Wohngebiet zu berücksichtigen, etwa ein bis zwei Etagen eines Geschosswohnungsbaus dafür zu reservieren.

Norbert Rehm (FDI) zollt der städtischen Bauverwaltung ein Lob. „Unser letztes großes Baugebiet wird tatsächlich ein Wohngebiet zum Wohlfühlen mit vielen spannenden Punkten.“

Emil Pöltl (AfD) nennt das Gesamtkonzept „fortschrittlich und zukunftsgerecht“. Die AfD unterstütze das „durchdachte Konzept“.

Christa Klink (Die Linke) stellt den über das Aalener Modell hinausgehenden Antrag, nicht nur 25 Prozent, sondern ein Drittel der von der Wohnungsbau Aalen in diesem Neubaugebiet erstellten Wohnungen als geförderten Wohnraum zu vermieten. Denn ihrer Ansicht nach reichen die städtischen Maßnahmen gegen die zunehmende Wohnungsnot in Aalen nicht aus. „Das neue Wohngebiet am Tannenwäldle soll nicht nur ökologisch nachhaltig sein, sondern auch sozial“, betont Klink. Über den Antrag wird der Gemeinderat am 29- April abstimmen..

Die Erschließungsarbeiten für das Neubaugebiet „Wohnen am Tannenwäldle“ beginnen voraussichtlich nach den Sommerferien.

Das ist ein großer Wurf, eine sehr weit

vorausgedachte

Planung.“

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