Das sagen die Fraktionen

So geht's für Radler in Aalen voran

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An der Hochschule ist die erste Mobilitätsstation in Aalen entstanden. Dort können Radler ihr Fahrradabstellen, ihr E-Bike aufladen oder ein E-Bike ausleihen. SchwäPo-Redakteurin Sarah Schwellinger hatte das im vergangenen Jahr getestet. Archivfoto: hag
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20 Millionen Euro investiert die Stadt, damit Radfahren bequemer und sicherer wird. Über 600 Maßnahmen sind geplant: Einige schon realisiert, andere in der Umsetzung. Ein Überblick.

Aalen

Den Ausbau der Radinfrastruktur lässt sich die Stadt Aalen einiges kosten: 20 Millionen Euro werden innerhalb von zehn Jahren investiert in neue Radwege, bessere Vernetzung, Mobilitätsstationen und mehr. Gemeinderat und Verwaltung haben dazu gemeinsam mit dem Büro VAR+ das Radverkehrskonzept erarbeitet. Vergangenes Jahr hat es der Gemeinderat verabschiedet. Es umfasst über 600 Maßnahmen. Einige davon wurden bereits umgesetzt, andere werden im Moment verwirklicht. Die Leiterin des städtischen Umweltamts, Maya Kohte, gab einen Überblick darüber in der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST).

Mobilitätsstationen: Das Konzept sieht an verschiedenen, strategischen Punkten im Stadtgebiet sogenannte Mobilitätsstationen vor. Dort können Fahrräder abgestellt, abgeschlossen werden, E-Bikes können ausgeliehen und aufgeladen werden oder kleinere Reparaturen wie ein platter Reifen erledigt werden.

Eine solche Station ist an der Rombacher Straße bei der Hochschule bereits gebaut. Als Nächstes wird eine Station in der Schlossstraße in Wasseralfingen und eine Station an der Bohlschule in Aalen gebaut. Im nächsten Schritt soll eine Station am Hauptbahnhof und eine in Unterkochen dazukommen. Weitere Stationen an Bahnhalten, Ausflugszielen und Hauptverkehrsachsen sind vorgesehen.

Radweg am Kocher: „Nutzen Sie den Radweg am Kocher“, empfahl Maya Kohte den Rätinnen und Räten. Auf dem kürzlich fertiggestellten Weg könnte man neue Seiten von Aalen entdecken, die so bislang noch nicht zugänglich gewesen seien. Der Geh- und Radweg verbindet die Aalener Innenstadt mit Unterkochen und ist Teil der geplanten schnellen Radwegeverbindung von Aalen über Oberkochen nach Heidenheim.

Schilder: Ein wichtiger Punkt im Radverkehrskonzept ist die einheitliche Beschilderung aller Radwege. Gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) hat die Stadt auf 324 Kilometern Weg 1080 neue Schilder aufgestellt.

Radweg Wilhelm-Merz-Straße: „Die Baustelle an der Wilhelm-Merz-Straße schreitet gut voran“, sagte Maya Kohte. Dort entsteht derzeit ein neuer Radweg.

Geh- und Radweg zwischen Waldhausen und Beuren: Stimmt der Gemeinderat zu, soll noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten für den Geh- und Radweg zwischen Waldhausen und Beuren begonnen werden. Im zweiten Bauabschnitt ist eine Überführung über der A7 geplant, um den Anschluss an den dortigen Radweg zu schaffen. Damit soll die Lücke im Radwegenetz zwischen Hülen und Bopfingen geschlossen werden.

Altstadtring: Rund um die Aalener Innenstadt sollen Radwege markiert werden. Der Altstadtring wird dann zum Start und Zielpunkt der Radwegeverbindungen ins Umland und hat daher höchste Priorität unter den zahlreichen geplanten Maßnahmen im Konzept.

Projekte in Bearbeitung: Maya Kohte zählte verschiedene weitere Projekte auf, für die noch kein Baubeschluss in den Gremien gefasst wurde und die derzeit in Bearbeitung seien. Darunter die Radwegeverbindung „In den Schafgärten“, der Radweg Industriestraße zur Kochertalstraße mit Brücke über den Kocher und 230 Fahrradbügel für Kindergärten, Schulen und Friedhöfe.

Fahrradklimatest: Baubürgermeister Wolfgang Steidle stellte dem Gremium die Ergebnisse des aktuellen Fahrradklimatests vor. Als eine der wenigen Städte vergleichbarer Größe habe sich Aalen bei der Umfrage des ADFC verbessern können. Die Stadt belegt nun mit Note 3,87 Platz 39 unter 110 Städten ähnlicher Größe. „Damit sind wir noch nicht zufrieden, aber es zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte Steidle.

Nutzen Sie den Radweg am Kocher!“

Maya Kohte, Leiterin Umweltamt Aalen

Lob fürs Konzept - Kritik an Weg durch Schafgärten

Thomas Wagenblast (CDU): „Eine hervorragende Sache“, nannte er das Fahrradkonzept. Da Konstanz seiner Meinung nach eine sehr fahrradfreundliche Stadt ist und die Stadt im Klimatest nur eine 3,2 bekommen habe, seien die Teilnehmer der Umfrage sehr kritisch.

Michael Fleischer (Grüne): „Es ist richtig, hier den großen Schwerpunkt zu setzen“, sagte er. Nur von einseitigen Schutzstreifen halte seine Fraktion nicht viel. Zum Altstadtring, speziell in der neu zu gestaltenden Stuttgarter Straße, interessiere ihn nun, wie die Umsetzung ganz konkret aussehen soll.

Karl-Heinz Vandrey (SPD): Man sei auf dem richtigen Weg, sagte der Stadtrat. „Wir sind stolz darauf, was wir geschafft haben.“

Claus Albrecht (Freie Wähler): Er bedankte sich für alles, was schon geschafft wurde. Dass er ebenfalls nicht viel von Schutzstreifen halte, machte Albrecht aber deutlich. Außerdem bat er die Umsetzung des Altstadtrings im Westlichen Stadtgraben noch einmal zu prüfen.

Norbert Rehm (FDI): „Da gibt es eine Bewegung, die nicht ganz zufrieden ist, mit dem was da abgeht“, sagte er zur geplanten Radwegeverbindung „In den Schafgärten“. Die Verwaltung möge bitte darstellen, was dort genau geplant ist. Pflöcke durchs Gebiet würden womöglich schon einen Trassenverlauf anzeigen.

Christa Klink (Linke): Auf diesen Punkt kam auch Christa Klink zu sprechen. Die Schafgärten seien ein Feuchtbiotop. „Wir sehen das kritisch, dass man da einfach drüber geht und das zerstört“, sagte sie.

Baubürgermeister Wolfgang Steidle antwortete, dass es noch keinen Baubeschluss gebe. Die Radwegeverbindung „In den Schafgärten“ sei intern noch in der Diskussion. Privatrechtlich gebe es außerdem noch Fragen zu klären. Er will in Erfahrung bringen, warum dort etwas ausgepflockt ist. Er vermutete, dass es dabei vielleicht um eine Kanalverlegung fürs Wohnen am Tannenwäldle gehe. Die Trasse für einen Radweg sei aber sicher noch nicht markiert. ks

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