So wählt Aalens Partnerstadt Saint-Lô in der ersten Runde um das Präsidentenamt

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Saint-Lô mit seiner kennzeichneden Stadtmauer und der Kirche Notre-Dame
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Wer in der französischen Partnerstadt Aalens die Nase vorn hat und wer noch gut abschneidet.

Saint-Lô. In der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl haben die Bürgerinnen und Bürger von Saint-Lô ein eindeutiges Votum abgegeben. Wie im ganzen Land hat Präsident Emmanuel Macron (La République en marche) die Nase vorn – vor Marine Le Pen (Rassemblement National, bis 2018 Front National) und Jean-Luc Mélenchon (La France insoumise). Die Wahlbeteiligung liegt bei 70,01 Prozent.

Der amtierende Präsident hat mit 35,09 Prozent in Saint-Lô bei dieser Wahl rund fünf Prozentpunkte mehr erreicht als 2017. Während es die rechtspopulistische Marine Le Pen landesweit schaffte, 23,15 Prozent der Wähler zu mobilisieren, erhielt sie im traditionell mitte-links orientierten Saint-Lô, lediglich 19,34 Prozent der Stimmen, wenn auch mit einem Plus von 4, 5 Prozent.

Jean-Luc Mélenchon mit La France insoumise („widerspenstiges“ Frankreich) erzielte 19,88 Prozent (plus 0,5) und rangiert damit in Saint-Lô an Platz zwei. Der „ökologisch-grüne“ Yannick Jadot erhielt 5,94 Prozent und Éric Zemmour 4,87 Prozent mit der am rechten Parteienspektrum gelegenen Reconquête.

„Wir bedauern es sehr, dass nicht mehr Franzosen die soziale Frage und die klimatische Katastrophe erkennen, auf die wir alle zusteuern“, sagt Sophie Foulatier. Die 58-jährige gebürtige Saint-Lôerin ist Aalen seit über vier Jahrzehnten über private Kontakte durch die Städtepartnerschaft verbunden. Sie habe sich gewünscht, dass diese aktuell wichtigen Themen die Wahl stärker beeinflussen.

Auch Hermann Schludi, Vorsitzender des Aalener Städtepartnerschaftsvereins, hält es für bemerkenswert, dass die Grünen in Frankreich so gut wie keine Rolle spielen. Er hofft, dass die Anhänger Jean-Luc Mélenchons dessen eindringlichen Aufruf vom Sonntag folgen und ihre Stimmen „auf keinen Fall der Rechten“ geben. „Ich bin überrascht, wie handzahm der Front National daherkommt“, so Schludi. Marine Le Pen wolle „aus der rechten Ecke heraus und bei den Bürgern punkten“. Der Frankreich-Kenner geht aber davon aus, dass es Präsident Macron gelingt, bei der Stichwahl gegen Le Pen zu gewinnen. „Dazu darf er aber nicht weiterhin nur staatstragend agieren“, sagt Schludi. Macron müsse vielmehr die bürgerliche Basis überzeugen.

Indessen ist wegen der Stichwahl am 24. April von offizieller Seite in St. Lô keine Stellungnahme erhältlich.

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