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Sonderbares „Sonder“

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Bernhard Hampp
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Bernhard Hampp sondiert die Lage.

Auf Putins militärische Sonderoperation – manche sagen Krieg dazu - hat die deutsche Regierung bekanntlich mit der Bildung eines Sondervermögens reagiert – manche sagen Schulden dazu. Sonder, ein ganz besonderes Wort, das einem das Gesagte gleichsam im Mund herumdreht. Seine alte Bedeutung für ohne nutzt fast niemand mehr, außer vielleicht in Wendungen wie samt und sonders, sondergleichen, sonder Zahl. Die Niederländer hingegen sagen noch zonder, wenn sie ohne meinen. „Zonder doodskist“ beispielsweise heißt „ohne Sarg“ - falls Sie das mal brauchen. Im Deutschen steht sonder- für abgetrennt, abgesondert – aus den Augen, aus dem Sinn. Daher wurde die Sonderschule zu Recht auf die Sondermülldeponie der Begriffe verbannt. Wer sich absondert, gilt als absonderlicher Sonderling – außer im Fußball, da pfeift der Schiri einfach Abseits. Und danach gehts in die Sonderbar - ein nicht sonderlich origineller Kneipenname, den es gleichwohl häufig in diversen Groß- und Kleinstädten gibt. Und schließlich steht sondern für stattdessen: Nicht A, sondern B heißt: B statt a. Davon gibt es auch eine wunderbare Variation, die ausschließlich schwäbische Mundartsprecher beherrschen: sonderscht. Ned bloß schwätza, sonderscht au schaffa. In diesem Sinne: Schaffen wir weiter.

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