Guten Morgen

Spätes Remis am Esstisch

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moll

Manfred Moll über ein glückliches Unentschieden mit Messer und Gabel

Sie macht den Bohnensalat, er brät den Rotbarsch und serviert. Bald fischt sie die erste Gräte aus dem Filet. Nach und nach werden es fünf. „Na“, meint sie stirnrunzelnd, „da hast du dir doch das richtige Teil aufs Teller gelegt!“ Nicht, dass er sich erkennbar darüber freut, in seinem Stück noch kein Skelettteil gefunden zu haben. Ein bisschen vielleicht, wie damals die Spieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, 2014 im WM-Halbfinale gegen Brasilien. Als es zur Halbzeit 5:0 stand und sie am liebsten Luftsprünge vollführt hätten, sich aber nicht recht trauten, weil der Spielstand für den Gegner doch allzu peinlich war. Wir erinnern uns: 7:1 lautete das Endergebnis. Am Esstisch allerdings sind nach der zweiten Hälfte die Fischgräten gleichmäßig verteilt. Der Hobbykoch holt auf, Endstand 7:7. Puuhh, spannend war’s, und nach dem letzten Bissen gibt’s nichts, wofür er sich entschuldigen müsste.

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