100 000 Euro fürs Aalener Weihnachtsland?

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In der Zeiten der Pandemie können Feste und Veranstaltungen nur unter Auflagen stattfinden. Zum Trinken darf der Mundschutz abgenommen werden.
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Die Corona-Pandemie, der Weihnachtsmarkt auf dem Spritzenhausplatz und die Kostenfrage - warum von der Finanzausschusssitzung am Mittwoch so einiges abhängt.

Aalen

Am Mittwoch gilt's. „Hop oder top“ - sagt Georg Löwenthal. Für ihn, den Veranstalter des Aalener Weihnachtslands auf dem Spritzenhausplatz, wird sich an diesem Tag entscheiden, in welchem Umfang er den Weihnachtsmarkt in der City plant. Das entscheidende Signal erwartet er vom Finanzausschuss des Gemeinderats, der am Mittwochnachmittag über einen Zuschuss für sein Unternehmen befinden soll.

Regeln: Die neue Corona-Verordnung des Landes zu Weihnachtsmärkten fordert unter anderem: Der Veranstalter muss ein Hygienekonzept erstellen, Kontaktdaten aller Besucherinnen und Besucher erfassen lassen, für die Einhaltung der dann geltenden 3G- oder 2G-Regeln sorgen.

Weihnachtsland unter Corona-Bedingungen : Löwenthal plant mit einem abgegrenzten Bereich mit drei Ein- und Ausgängen, jeweils besetzt mit Personal, das Besucherdaten erfasst. Jeder, der dort Bratwurst, Glühwein oder weihnachtliche Leckereien konsumieren will, muss seinen „G-Status“ nachweisen und zwingend ein Bändchen tragen. Letzteres, so Löwenthal, müsse kontinuierlich kontrolliert werden. „32 Öffnungstage, neun Stunden am Tag, da brauchen wir acht, eher zehn Leute, allein um die Einhaltung der Sicherheits- und Hygienevorschriften zu überprüfen.“ Hinzu kämen erhöhte Auflagen in puncto Toilettenreinigung und Desinfektion. Mehr Aufwand, mehr Personal, mehr Kosten also, die dem Schausteller zufolge nicht auf die Beschicker des Weihnachtslands umlegt werden können: „Bei einem normalen Umsatz rechnet sich das Ganze dann nicht mehr.“

Deshalb hat er bei der Stadt einen Zuschuss beantragt - Gerüchten zufolge über mehr als 100 000 Euro. Auf SchwäPo-Anfrage mag Löwenthal die konkrete Summe nicht nennen, er sagt nur: „Nein, 100 000 Euro sind es nicht, aber knapp darunter“.

Der Zeitplan: Sein Antrag steht auf der Tagesordnung im nichtöffentlichen Teil der Finanzausschusssitzung am Mittwoch, 10. November. Gemäß der Hauptsatzung der Stadt kann der Ausschuss eine „Freiwilligkeitsleistung“ solcher Art bis zu einer Höhe von 100 000 Euro genehmigen. Liegt die Summe darüber, muss zwingend der Gemeinderat entscheiden. Dessen nächste Sitzung ist am Donnerstag, 25. November. Bereits am Montag, 22. November, aber will Löwenthal das Weihnachtsland eröffnen. Wie geht das zusammen?

Das Signal: Zur Höhe der Löwenthal'schen Antragssumme mag die städtische Pressesprecherin Karin Haisch öffentlich nichts sagen. „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass er seinen vertraglichen Verpflichtungen nachkommt, nämlich einen Weihnachtsmarkt zu veranstalten.“ Löwenthal fordert: „Die Stadt muss im Boot sein.“ Er betont aber auch: „Wir stehen Gewehr bei Fuß.“ Sollte es am Mittwoch grünes Licht geben, werde er mit seinem Team umgehend Aufbauvariationen und Logistik prüfen, planen und zusammenstellen.

Sollte der städtische Ausschuss ihm einen Zuschuss verweigern, werde er „was nettes, kleines Weihnachtliches“ veranstalten. Also ein Weihnachtsland in abgespeckter Form, zum Beispiel ohne lebende Krippe, ohne Kinderkarussell oder Eisenbahn, die ihm zufolge coronabedingt deutlich erhöhten Aufwand mit sich brächten. Löwenthal: „Wichtig ist doch, dass wir Stände haben, dass es stimmungsvoll ist.“ Der Aufbau soll voraussichtlich am Montag, 15. November, beginnen.

Weihnachtsmärkte in Aalens Nachbarstädten: In Schwäbisch Gmünd und Ellwangen hat man sich bereits entschieden. Man bevorzugt die Bändchenlösung, eine komplette Umzäunung soll es nicht geben.

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