12 Überlebenstipps für Gemeinderatssitzungen

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Frederick Brütting kennt zwar das Aalener Gremium, doch nun leitet er den Gemeinderat erstmals als Oberbürgermeister.
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Die neue Sitzungsrunde beginnt am Mittwoch mit den Ausschüssen. Was der neue OB Frederick Brütting beachten sollte.

Aalen

Das Verhältnis zwischen dem ehemaligen OB Thilo Rentschler und dem Gemeinderat war nicht immer einfach. Das Gremium gilt als diskussionsfreudig. Die Rätinnen und Räte hinterfragen oft sehr kritisch, was die Verwaltung plant. Rentschler ist damit nicht immer klar gekommen. Mit Spannung wird erwartet, wie der neue OB Frederick Brütting mit dem Gremium umgeht, ob die Chemie stimmt. Brütting war selbst schon Aalener Stadtrat, aber nun leitet er das erste Mal als Oberbürgermeister eine Sitzung. Am Mittwoch, 13. Oktober, beginnt die neue Sitzungsrunde mit dem Ausschuss für Kultur-, Bildung- und Finanzen (KBFA). Am Donnerstag, 14. Oktober, steht der Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST) an. Damit das möglichst gut geht, folgen zwölf Überlebenstipps:

1 Ziehen Sie sich warm an! Das ist nicht im übertragenen Sinn gemeint. Denn in der Stadthalle, wo die Sitzungen pandemiebedingt stattfinden, wird's kalt. Manche bringen Schals und Jacken mit. Genosse Hermann Schludi macht's ganz elegant: Er zieht sich oft eine Daunenweste unters Jackett. Vielleicht wäre das auch eine Idee für Sie.

2 Keine Angst vor Norbert Rehm! Er ist kein Mitglied im KBFA. Der FDI-Fraktionsvorsitzende, der für seine kritische Haltung der Verwaltung gegenüber bekannt ist, kann am Mittwoch höchstens als Zuhörer kommen oder in Vertretung des Fraktionskollegen Arian Kriesch, sollte der verhindert sein. Ansonsten ist erst am Donnerstag im AUST mit Rehm zu rechnen.

3 Achten Sie zu Beginn auf zwei erhobene Hände! Vor Eintritt in die Tagesordnung müssen die Anträge zur Geschäftsordnung gestellt werden. Es ist üblich, dass die Stadträtinnen und Stadträte dazu beide Hände nach oben halten. Zumindest Norbert Rehm macht es so. Oft gibt es mehrere solcher Anträge, bevor es möglich ist, mit der eigentlichen Sitzung zu beginnen. Meist geht es darum, dass Tagesordnungspunkte verschoben werden sollen, weil nicht ausreichend Informationen dazu vorliegen oder die Informationen nicht rechtzeitig zur Verfügung gestellt wurden. Das wird eher am Donnerstag ein Thema. Genau, wenn Norbert Rehm da ist.

4 Bringen Sie Hunger mit! Die belegten Weckle, Sülzen und Kuchen, die in der Stadthalle bereitstehen, sind nicht zu verachten. Oft ist eine Stärkung auch bitter nötig. Die Sitzungen beginnen meist um 15 Uhr und sind manchmal um 20 Uhr noch nicht zu Ende. Beeilen Sie sich aber, denn meist ist das Buffet schnell leer geräumt.

5 Bringen Sie Geduld mit! Immer wenn Sie denken, ein Thema geht schnell durch durch den Rat, da schon mehrmals und/oder ausführlich vorberaten oder nur eine logische Konsequenz aus einem vorherigen Beschluss, Pustekuchen. Irgendjemand im Gremium wird einen Grund finden, die Idee noch einmal grundsätzlich infrage zu stellen und die Diskussion vorn vorne aufzurollen. Ist das nicht der Fall, findet jemand einen Aspekt, der noch nicht ausführlich vorberaten worden ist. Ist das nicht der Fall, wird in der Gemeinderatssitzung einfach noch mal wiederholt, was in der Vorberatung schon gesagt worden ist.

6 Halten Sie sich an Bürgermeister Ehrmann! Oft gibt es mehrere Anträge aus dem Gremium, Gegenanträge und natürlich den ursprünglichen Beschlussantrag der Verwaltung nicht zu vergessen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, in welcher Reihenfolge über die Anträge abzustimmen ist, halten Sie sich an Zweiten Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann. Der sitzt zu Ihrer Linken und behält bei solchen Fragen den Überblick.

7 Passgenaue Lösungen gibt es bei Bürgermeister Steidle! Zur ihrer Rechten sitzt Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle. Brauchen Sie eine passgenaue Lösung, halten Sie sich an ihn. Er hat immer eine parat. Zum Hintergrund, um diesen Insider-Witz zu verstehen: "Passgenau" ist ein Wort, das Steidle gerne verwendet. Es ist schon vorgekommen, dass man sich im Gremium darüber lustig gemacht hat. Nur ein wenig natürlich. Nicht arg.

8 Denken Sie an die Teilorte! Wehe, Sie wollen etwas im Ausschuss vorberaten, was Ebnat, Unterkochen, Waldhausen oder einen andren Teilort betrifft, aber zuvor nicht in diesen Ortschaftsräten beraten worden ist. Die Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher im Gremium oder die Rätinnen und Räte aus den Teilorten werden dann dafür sorgen, dass das Thema zurückverwiesen wird in den Ortschaftsrat. Nix war's dann mit der Beratung im Ausschuss.

9 Planen Sie extra Zeit für die Aufregerthemen ein! Stehen der Steg, das Kombibad oder die Schätteretrasse auf der Tagesordnung, kommen Sie nicht vor 20 Uhr nach Hause.

10 Bringen Sie eine Stoppuhr mit! Das Smartphone tut es natürlich auch. Nicht umsonst hat der Gemeinderat in seiner Geschäftsordnung die Redezeit pro Wortmeldung auf zehn Minuten begrenzt. Das wird vor allem am Donnerstag im AUST relevant. Sie wissen ja, dann wenn Norbert Rehm dabei ist.

11 Schalten Sie beim Punkt "Verschiedenes" noch nicht ab! Ganz am Ende der Tagesordnung braucht es noch einmal volle Konzentration. Das ist der Zeitpunkt für Anfragen, aber auch für persönliche Erklärungen. Tritt wieder jemand aus der CDU-Fraktion aus? Schließen sich mehrere frühere CDU-Fraktionsmitglieder zusammen? Unter dem Punkt "Verschiedenes" werden Sie es erfahren.

12 Suchen Sie sich eine Mountainbike-Strecke in Aalen: Man hört, als der Heubacher Gemeinderat einmal nicht so wollte wie Sie, sind Sie danach mit dem Mountainbike den Rosenstein rauf und runter gedüst, um sich abzureagieren. Suchen Sie sich schnellst möglich eine schöne Strecke in Aalen. Denn Sie werden sich regelmäßig abreagieren wollen. Rund um Aalen gibt es viele Möglichkeiten. Nur die Schätteretrasse ist wahrscheinlich keine gute Idee.

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