13 Mal auf den Everest geradelt

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Auf großer Tour: Tanya Edwards und Simon Bihr radeln nach Port Edward, Tanyas Heimatstadt in Südafrika.
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Von Aalen nach Südafrika: Simon Bihr und Tanya Edwards wollen im Frühjahr in Port Edward sein. Wie sie die Feiertage erlebt haben.

Aalen

Sie sind mit dem Rad fast 13 Mal auf den Mount Everest gestrampelt – zumindest umgerechnet. Denn Tanya Edwards (29) und Simon Bihr (32) haben mit ihren Rädern seit dem Start ihrer Tour 115 000 Höhenmeter überwunden.

Im Mai 2017 startete das Paar in Aalen. Im Frühjahr 2019 wollen sie in Port Edward in Südafrika sein. 16 000 Kilometer sind die beiden bisher geradelt, etwa 4000 liegen noch vor ihnen. Kurz vor dem Ziel nimmt die SchwäPo mit dem Aalener Paar Kontakt auf, fragt, wie die Lage vor Ort ist. Simon Bihr antwortet per E-Mail.

Tanya und Simon, wo seid Ihr aktuell und wie habt Ihr die Feiertage verbracht?

Simon Bihr: Ganz gemütlich auf einem Campingplatz im Norden von Namibia direkt am Okavanga Fluss. Es hat hier zwischen 30 und 40 Grad – Weihnachtsstimmung wollte sich da nicht so richtig einstellen.

Fehlt Euch das kalte Wetter? Der Schnee?

Ja, ich vermisse den Schnee und das kalte Wetter! Die ganze Zeit in der Hitze kann ganz schön anstrengend sein. Tanya ist in Südafrika aufgewachsen und hat weniger Probleme mit der Hitze.

Eine Fee erfüllt Euch einen Wunsch. Welcher wäre das?

Eigentlich fehlt uns in unserem Radelalltag wenig. Wir haben mehr oder weniger alles – auch einige Luxusartikel wie einen Laptop und eine Hängematte. Ich hätte gerne einen Laugenwecken, aber den kann man hier nirgends kaufen. Auch gutes Brot ist schwer zu finden. In Uganda haben wir zwar gutes Brot gekauft. Das klaute uns aber ein Affe. Tanya fehlt eine Küche mit Ofen. Nach einem langen Tag auf dem Fahrradsattel auch ein bequemes Sofa.

Denkt Ihr manchmal ans Aufhören?

Wegen eines Todesfalls in der Familie sind wir im Sommer für vier Wochen zurück nach Europa gekommen. Das war ein großer Schock und auch eine große Umstellung.

Hattet Ihr Zweifel, wieder aufzubrechen?

Ja, wir waren uns nicht sicher, ob wir weitermachen. Doch wir hatten unsere Räder und unser Gepäck in Tansania gelagert. Deswegen entschieden wir uns, wieder nach Afrika zu reisen. Afrika entspricht gar nicht den Vorstellungen vieler Europäer. Die Geschichten vom dunklen und bösen Kontinent können wir so nicht bestätigen.

Warum?

Die meisten afrikanischen Länder, durch die wir fuhren, sind sicher. Die Leute sind unglaublich freundlich, offen und hilfsbereit – abgesehen von den Äthiopiern. Es flogen regelmäßig Steine nach uns. Eine schlechte Überraschung: der viele Müll in Afrika. Plastikmüll wird kaum recycelt und liegt überall. Die Ausnahme: Ruanda. Dort sind Plastikartikel verboten und das Land ist picobello sauber. Erstaunlich war, dass wir in Norduganda traditionelle Jäger sahen. Zwei Männer gingen mit einer erlegten Antilope und Pfeil und Bogen über den Schultern über die Straße.

Wie geht Eure Route weiter?

Wir radeln jetzt durch Namibia. Danach geht es an der Atlantikküste bis nach Kapstadt. Wir wollen auf jeden Fall noch einen Teil der Küste bis nach Durban radeln, aber vielleicht nehmen wir dort auch einen Bus. Der Plan ist, im Frühjahr in Port Edward, Tanays Heimatstadt, zu sein und von dort wieder zurück nach Deutschland zu fliegen.

Begleitet werden kann das Paar online unter rock-road-rhino.com

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