17,5 Millionen für intelligente Städte

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Ausbau des Breitbandnetzes, Logistik in den Städten, ein intelligentes Management für Parkplätze und intelligente Mülleimer: All das ist Teil der Smart City, der intelligenten Stadt. Aalen und Heidenheim tun sich nun zusammen und wollen gemeinsam fünf Projekt verwirklichen. Archivfotos/Collage: opo, dpa, fotolia/ca
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Aalen und Heidenheim tun sich zusammen. Das Ziel: Smart City werden. Fünf Projekte sollen dabei in den kommenden fünf Jahren realisiert werden. Dazu gibt's eine Rekordsumme an Fördergeld.

Aalen

Autofahrer wissen, wo sie in einer halben Stunde einen Parkplatz finden, Lieferungen werden digital koordiniert, damit weniger Lkw durch die Stadt rollen und die GOA und der Bauhof wissen genau, welcher Mülleimer und welcher Glascontainer bald voll sein wird und geleert werden muss: So oder ähnlich funktioniert die Smart City, die intelligente Stadt. Aalen und Heidenheim tun sich nun zusammen, um Pionierkommunen auf diesem Gebiet zu werden.

Historisch nannte Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler diesen Tag. Am Montag unterzeichnete er im Heidenheimer Rathaus gemeinsam mit seinem Amtskollegen Bernhard Ilg die Kooperationsvereinbarung zu "#Aalen-HeidenheimGemeinsamDigital". Das interkommunale Projekt wird vom Bund mit 17,5 Millionen Euro gefördert. "Mir ist kein anderer Fall bekannt, in dem so viel Geld auf einmal geflossen ist", sagt Thilo Rentschler beim zugehörigen Online-Pressegespräch.

Eingebunden sind auch große Unternehmen aus der Region und die Hochschulen Aalen und Heidenheim. Das sind die fünf Projekte, die die beiden Städte in den kommenden fünf Jahren auf dem Weg zur Smart City angehen wollen:

Digitales Stadtentwicklungskonzept: Ziel ist es, eine Smart-City-Strategie zu verabschieden. Sie soll die Klammer bilden um alle digitalen Stadtentwicklungskonzepte in der Zukunft. Daran beteiligt sein sollen nicht nur die Stadtverwaltungen, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger – und zwar in Arbeitsgruppen und einer digitalen Plattform für Bürgerbeteiligung.

Konvergenter Netzplan: Ein sogenannter konvergenter Netzplan ist die Grundlage für alle smarten Anwendungen. Im Zusammenspiel von Breitband, Mobilfunknetzen und Verkehrssensoren kann die Smart City Realität werden. Zunächst sei es wichtig, den Istzustand aller Netze zu erfassen und darauf aufbauend, einen Plan für den Sollzustand zu entwickeln, wie beide OBs erläutern. "5G ist das Ziel, das brauchen wir", sagt Thilo Rentschler im Hinblick auf den Mobilfunk. Im Frühjahr soll die Erarbeitung des konvergenten Netzplans ausgeschrieben werden.

Mir ist kein anderer Fall bekannt, in dem so viel Geld auf einmal geflossen ist.

Thilo Rentschler Aalens Oberbürgermeister

Smartes Cockpit: Das smarte Cockpit soll künftig auf den städtischen Homepages zu finden sein. Jeder kann dort live Daten aus dem öffentlichen Raum ablesen: beispielsweise zur Lärmbelastung, zur Auslastung von Parkhäusern und Parkplätzen, zu verfügbaren E-Ladestationen, zum Füllstand städtischer Mülleimer, zur Funktionsfähigkeit von Laternenmasten und mehr. Später können daraus mehr Anwendungen entwickelt werden.

Smartes Parken: Über eine App schon vor dem Losfahren checken, wo Parkplätze frei sind oder wahrscheinlich bei Ankunft frei sein werden: So soll der sogenannte Parksuchverkehr in beiden Städten minimiert werden. Sensoren mit Magnetfeldern auf den öffentlichen Parkplätzen sollen die Daten dazu liefern.

Diese Sensoren erfassen nur, ob ein Auto auf dem Parkplatz steht. Sie erfassen keine personenbezogenen Daten wie das Kennzeichen. Ganz gezielt könnte man mit dieser Technik auch spezielle Parkplätze für Menschen mit Behinderung oder Eltern mit Kinderwagen finden. Thilo Rentschler nennt noch ein anderes Anwendungsbeispiel, das die Sicherheit in der Stadt erhöht: Wenn eine Feuerwehrzufahrt blockiert ist, bekommt die Leitstelle Bescheid und das Fahrzeug kann abgeschleppt werden.

Smarte Urbane Logistik: Damit zum Beispiel Lieferanten nicht mehr zu allen Tageszeiten durch die Innenstädte oder sogar die Fußgängerzonen fahren müssen, könnte eine zentrale Paketstation als Umschlagplatz für "die letzte Meile" dienen, wie Bernhard Ilg erläutert. Dort können Pakete dann auf emissionsfreie Fahrzeuge wie E-Transporter umgeladen und zum Empfänger gebracht werden.

Worin investiert wird

Die 17,5 Millionen Euro an Fördergeldern teilen die Städte Aalen und Heidenheim unter sich auf. Jede bekommt die Hälfte. Zwei Drittel, erläutert Oberbürgermeister Thilo Rentschler, wird ganz direkt in die Projekte investiert. Ein Drittel fließt in Sach- und Personalkosten. Die Förderquote beträgt 65 Prozent.

Je eine Smart-City-Managerin oder einen Smart-City-Manager suchen die Städte Aalen und Heidenheim. Beide sollen eng zusammenarbeiten. Sowohl Heidenheims OB Bernhard Ilg wie auch Rentschler loben die bisherige Zusammenarbeit. "Der kurze Draht zu Thilo Rentschler war sensationell", sagt Ilg.

32 Bewerbungen sind bundesweit eingegangen. Die Bundesregierung hat zwölf davon für die Förderung ausgewählt. ks

Auf dem Weg zur Smart City, zur intelligenten Stadt: Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler (rechts) und sein Heidenheimer Amtskollege Bernhard Ilg unterzeichnen das Abkommen. Damit verbunden sind 17,5 Millionen Euro Fördergeld.

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