2020 war erneut ein zu sonniges Jahr

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Der Herbst auf der Ostalb fiel im vergangenen Jahr mild und sonnig aus.

Ein Rückblick auf das vergangene Jahr zeigt, dass die Temperaturen ungewöhnlich mild waren – und vor allem im Frühling litt die Natur unter starker Trockenheit.

Aalen

Sieben der zwölf Monate des Jahres 2020 waren zu warm auf der Ostalb. Dazu war es wieder einmal sehr sonnig. Mit Niederschlag geizte das Jahr etwas – vor allem im Frühjahr litt die Natur unter teils sehr großer Trockenheit.

Viele Stürme und keine Kälte

Im ersten Monat des Jahres 2020 war vom Winter keine Spur. Der Januar schloss gut drei Grad über dem langjährigen Mittel ab. Dazu gab es wieder reichlich Sonnenschein (83 Stunden). Es fielen lediglich 39 Liter pro Quadratmeter Niederschlag (normal sind 65). Ende Januar gab es den ersten schweren Sturm des Jahres, mit Spitzenböen bis knapp 100 Kilometer pro Stunde. Der Februar war geprägt von einer Westwetterlage, mit vielen Stürmen und teils kräftigen Regenfällen. Schnee gab es nur ganz selten. Einzig am 28. Februar schlug der Winter ordentlich zu. Bereits der 1. Februar zeigte an, in welche Richtung sich dieser Monat entwickeln sollte. Mit 14,3 Grad war es ungewöhnlich mild, dazu fiel immer wieder mal Regen. Sehr nass war es an den darauffolgenden drei Tagen. Insgesamt fielen über 50 Millimeter. Somit war zu diesem Zeitpunkt bereits das gesamte Niederschlagssoll für den Februar erreicht. In der Nacht auf den 4. Februar brachte Sturmtief Petra Spitzenböen zwischen 80 und 90 Kilometer pro Stunde. Im weiteren Verlauf der ersten Dekade machte der große Regen aber erstmal Pause. Hoch Frank sorgte für eine Wetterberuhigung, dazu sickerte auch kühlere Luft ein. In der Nacht auf den 10. Februar suchte Orkan Sabine die Ostalb heim. Es gab Spitzenböen zwischen 110 und 120 Kilometer pro Stunde. Nach Durchzug des Orkans blieb es sehr unruhig – mit teils stürmischen Böen, Regen-, Graupel- und sogar Schneeschauern. In der zweiten Monatshälfte gab es keine große Änderung beim Wetter. Es war weiterhin sehr unbeständig und stürmisch. Auch die närrischen Tage waren geprägt von schlechtem Wetter. Am vorletzten Tag des Monats ließ sich sogar nochmals der Winter blicken. Solch eine Westwetterlage, wie wir sie im Februar hatten, gab es in dieser Beständigkeit schon lange nicht mehr. Der zweite Monat des Jahres war fast dreieinhalb Mal so nass, wie im langjährigen Schnitt. Dazu war der Februar rund vier Grad zu warm.

Ein sonniger Frühling

Der Frühling legte in Sachen Sonnenschein eine große Zusatzschicht ein. Insgesamt gab es rund 230 Sonnenstunden mehr als im Durchschnitt – in der Endabrechnung waren es 700. Die Kehrseite der Medaille: Es war wieder einmal viel zu trocken. Es fielen nur rund 120 Liter pro Quadratmeter (normal sind 210). Speziell im April ist kaum Niederschlag gefallen. Temperaturtechnisch schloss der Frühling rund ein dreiviertel Grad über dem langjährigen Mittel ab.

Ein fast normaler Sommer

Der Sommer brachte auf der Ostalb zum Teil extrem viel Regen – vor allem im Juni und August. Teilweise fielen in beiden Monaten über 150 Liter pro Quadratmeter. Hitzefans kamen im August auf ihre Kosten – die höchste Temperatur mit 35,0 Grad gab es am 21. des Monats. Lange Zeit sah es so aus, als würde der Sommer unter dem langjährigen Mittel abschließen. Da der Sommer im August aber einen ordentlichen Endspurt hinlegte, war dieser letztlich etwas zu warm. Ein starkes Gewitter tobte direkt zum Juli-Start über Teilen des Ostalbkreises. Am stärksten betroffen war der Raum Aalen. Teilweise fielen innerhalb kürzester Zeit zwischen 30 und 50 Liter pro Quadratmeter.

Herbst: sehr mild und sonnig

Es war der viertwärmste Herbst seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Ostalbkreis Anfang der 1940er-Jahre. Einzig 2018, 2014 und 2006 war es noch wärmer. Es war rund ein Grad wärmer als im langjährigen Schnitt, dazu schien fast 400 Stunden lang die Sonne (normal sind 310). Außerdem war es mit 123 Liter pro Quadratmeter viel zu trocken. Normalerweise fallen rund 190 Liter pro Quadratmeter.

Häufig Schnee im Dezember

Pünktlich zum Start in den Dezember wurde es winterlich. Bis zum Elften des Monats lag oberhalb von rund 400 Metern immer eine geschlossene Schneedecke. Doch ab der Monatsmitte wurde es deutlich wärmer – und kurz vor Weihnachten zeigte das Thermometer bis zu 14 Grad an. Doch an Weihnachten gingen die Temperaturen deutlich zurück. An Heiligabend fiel erst noch Regen, dieser ging in der Nacht zum 1. Weihnachtsfeiertag in Schnee über. Am Morgen gab es nahezu im gesamten Ostalbkreis eine geschlossene Schneedecke. Unterhalb von 600 Metern war diese aber schnell wieder weg. Nach Weihnachten pendelten sich die Werte tagsüber bei knapp über null Grad ein.

Neue Zeitrechnung seit Neujahr

Seit Neujahr gibt es beim Wetter eine neue Zeitrechnung. Denn es gibt ein neues Klimamittel – dieses wird alle 30 Jahre aktualisiert. Das Neue wird bis ins Jahr 2050 gültig sein. Bis Silvester 2020 galt bei uns offiziell noch das Klimamittel der Jahre 1961 bis 1990. Seit dem 1. Januar 1991 bis 2020. Das hat folgende Auswirkung – als Beispiel der momentane Januar. Im alten Klimamittel der Jahre 1961 bis 1990 lag die Temperatur rund um Aalen bei -0,1 Grad. Im neuen Mittel wird die Temperatur bei 1,2 liegen. Somit gab es in den vergangen 30 Jahren einen Anstieg von 1,3 Grad.

Tim Abramowski

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