208 997 Euro – ein Knaller!

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Pirmin Heusel, Diplom-Sozialpädagoge
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So viel wie nie zuvor haben Leserinnen und Leser in der knapp 60-jährigen Geschichte von Advent der guten Tat gespendet. Danke!

Aalen

Rechtzeitig vor Jahresende kommt der echte Knaller: 208 997 Euro, so viel wie nie zuvor in der knapp 60-jährigen Tradition der SchwäPo-Hilfsaktion Advent der guten Tat wurden für Menschen in akuten Notlagen hier in Aalen gespendet! Das ist einsame Spitze. Unser größter Applaus zum Jahresabschluss gilt daher Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender!

Ganz gleich ob Krankheit, Unfall oder Arbeitslosigkeit: Von einer Sekunde auf die andere kann sich das Leben schlagartig verändern, kann die finanzielle Situation in Schieflage geraten. Besonders schlimm ist das, wenn es Familien oder Alleinerziehende trifft, deren Kinder unmittelbar darunter zu leiden haben. Vor allem diesen Fällen gilt das Augenmerk von Advent der guten Tat, der traditionellen Hilfsaktion der Schwäbischen Post für unverschuldet in Not geratene Menschen im Altkreis Aalen.

Gerade in diesem von allerlei Einschränkungen beherrschten Corona-Jahr war uns die Spendenaktion Advent der guten Tat eine Herzenssache. Denn viele Verlierer der Corona-Krise gibt es schon jetzt: Menschen, deren geringes Einkommen knapp über dem Anspruch auf staatliche Hilfen liegt. Und Menschen, die sich bislang mit mehreren Minijobs oder durch Leiharbeit ihren Lebensunterhalt finanzieren konnten. Die aber jetzt in der Krise die Ersten waren, die ihren Job verloren haben. Die ohnehin keinen Anspruch hatten auf Kurzarbeitergeld und auch sonst sozial kaum abgesichert sind.

Hinzu kommt die coronabedingte psychische Belastungsprobe besonders bei Familien auf engem Wohnraum. "Viele Familien sind psychisch an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gekommen, stecken mitten in einer Krise, Beziehungen zerbrechen", weiß Diplom-Psychologe Pirmin Heusel von der Caritas-Ostwürttemberg, Mitglied im Vergabeausschuss von Advent der guten Tat. Was in diesem Jahr besonders auffiel: Spürbar mehr Hilfsanträge als in den Vorjahren kamen von alleinerziehenden Müttern, darunter immer wieder Opfer häuslicher Gewalt.

In vielen Fällen aber ist nach wie vor Krankheit der Grund, warum Menschen Advent der guten Tat um Hilfe bitten. Darunter immer wieder Rentner, die den geforderten Zuzahlungsbetrag bis zur Befreiungsgrenze nicht aufbringen können. "Das sind oft nur kleine Hilfen, aber für viele Menschen sind sie ganz viel Wert", weiß Diakon Jörg Dolmetsch von der Diakonischen Bezirksstelle Aalen.

Schnell und unbürokratisch

Dolmetsch ist in diesem Jahr erstmals Mitglied im Vergabeausschuss Advent der guten Tat. "Die SchwäPo-Hilfsaktion ist ein Segen für unsere Arbeit und für die Menschen", sagt er. "Wenn die Behörden sich schwer tun, wenn nichts mehr geht, ist Advent der guten Tat mit schnellen und unbürokratischen Hilfen für uns da." So geschehen beispielsweise in dem geschilderten Fall von ...

Advent der guten Tat ist ein Segen für die Menschen in Aalen.

Jörg Dolmetsch Diakon

... Maja O. (Name geändert): Die 59-Jährige leidet unter den schmerzhaften und extrem sozial und finanziell einschränkenden Folgen einer verpfuschten Hüft-OP vor zwölf Jahren. Advent der guten Tat hat der allein lebenden Frau eine erste Finanzspritze von 1000 Euro für Fahrten zum Arzt, zum Einkaufen und für Lebensmittel reserviert. Pirmin Heusel hat sich von Maja O. am Telefon eine lange Einkaufsliste durchgeben lassen für Lebensmittel, die er persönlich eingekauft und noch am selben Tag an Majas Wohnungstür gebracht hat. Advent der guten Tat wird Maja O. weiter begleiten.

Unmittelbar von Obdachlosigkeit bedroht sind eine alleinerziehende Mutter und ihr 15-jähriger Sohn. Darüber hat Advent der guten Tat am 2. Dezember berichtet. Dank der persönlichen und segensreichen Unterstützung Dietmar Nendzas, Geschäftsführer von Domo-Therm, sehen Mutter und Sohn nun endlich Licht am Ende des Tunnels. Nendza, der seit Jahren Einzelfälle der SchwäPo-Hilfsaktion sehr engagiert begleitet, hat unter anderem das Bußgeld übernommen, das Alexanders Mutter aufgebrummt bekam, weil ihr Sohn nach der Trennung vom Vater eine Zeit lang unentschuldigt die Schule geschwänzt hatte. Damit ist die Mutter, die das Bußgeld selbst nicht aufbringen konnte, zumindest von ihrer Befürchtung befreit, mit einer Gefängnisstrafe rechnen zu müssen. Und auch die Gebühren für den nötigen Internetanschluss wird Nendza übernehmen, damit der 15-jährige Sohn am Homeschooling teilnehmen kann. Advent der guten Tat wird Mutter und Sohn in den nächsten Monaten finanziell in ihrem Neustart begleiten.

Hilfe für die Brandopfer in Ellwangen: Dramatische Szenen haben sich eine Woche vor Heiligabend bei dem Brand eines Mehrfamilienhauses im Ellwanger Goldrain abgespielt. Die Bewohner von 18 Wohnungen sind über Nacht obdachlos geworden, haben sich nur mit dem retten können, was sie am Leib hatten. Die Betroffenen – Kinder und Eltern – die derzeit in Notunterkünften untergekommen sind, sind teilweise traumatisiert. Die SchwäPo-Aktion Advent der guten Tat wird den Betroffenen eine erste Überbrückungshilfe in Höhe von insgesamt 10 000 Euro zur Verfügung stellen. Jeder dieser Familien wird Advent der guten Tat ausreichend Lebensmittel und Kleidung finanzieren – und Einrichtungsgegenstände, wenn notwendig.

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Diakon Jörg Dolmetsch, Diakonische Bezirksstelle Aalen
Advent der guten Tat zündet eine Applaus-Rakete für alle Spenderinnen und Spender für den bisher größten Spendenbetrag in der Geschichte der SchwäPo-Hilfsaktion. Grafik: Carmen Apprich

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