309 Aalener mit Corona infiziert

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Sieht die Innenstadt bald wieder so aus? Von insgesamt 930 aktiven Fällen im Ostalbkreis meldet das Landratsamt am Dienstag 309 Fälle allein in Aalen. Das ist rund ein Drittel. Archivfoto: Oliver Giers
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Rund ein Drittel der aktiven Fälle im Ostalbkreis kommen aus Aalen. Keine Rückschlüsse auf Hotspot-Entwicklungen. Die Lage in den Kliniken ist angespannt.

Aalen

Die Coronazahlen in Aalen steigen weiter stark an. Von insgesamt 930 aktiven Fällen im Ostalbkreis meldet das Landratsamt am Dienstag 309 Fälle allein in Aalen. Das ist rund ein Drittel. Noch vor zweieinhalb Wochen machten die aktiven Infektionen in Aalen rund ein Sechstel der kreisweiten Fälle aus. Seither steigt die Zahl im Vergleich zu den anderen Städten und Gemeinden überproportional an.

Keine Hotspot-Ereignisse: Gerüchten zufolge soll eine Trauerfeier der Auslöser für den Anstieg sein. Weder das Landratsamt noch die Stadt Aalen bestätigen das. "Uns ist nichts Derartiges bekannt", sagt Karin Haisch, Pressesprecherin der Stadt Aalen. Das Infektionsgeschehen in Aalen sei sehr diffus und könne nicht auf einzelne Ausbrüche zurückgeführt werden, heißt es von Seiten des Landratsamts.

Zwar gebe es auch in Schulen und Kitas immer wieder Fälle – aber auch hier: "nichts besonders Auffälliges", sagt Karin Haisch.

Der OB appelliert: Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler mache sich angesichts der stark ansteigenden Zahlen – vor allem im Aalener Stadtgebiet – Sorgen und appelliere an die Bürgerinnen und Bürger, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen, so Stadtsprecher Sascha Kurz.

Nicht nur Abstands- und Hygieneregeln, sondern auch alle anderen landkreisweiten und landesweiten Regelungen müssen eingehalten werden. Zudem weist der OB darauf hin, gerne auch die Testungen in Anspruch zu nehmen.

Die Lage ist ernst, aber nicht katastrophal.

Ralf Mergenthaler Pressesprecher Kliniken Ostalb

Das sagt der Landrat: Die britische Corona-Variante spiele eine immer größere Rolle im Infektionsgeschehen – im Ostalbkreis und auch in Aalen, sagt Landrat Dr. Joachim Bläse auf Anfrage der Redaktion. Auffallend im Vergleich zu den vergangenen Wellen: Wenn jemand sich mit der britischen Mutante des Virus infiziere, dann sei immer die ganze Familie betroffen – alle würden infiziert. Das treibe die Zahlen in die Höhe. Zudem erkrankten auch jüngere Menschen teils schwer.

Bläse rechnet damit, dass es im Mai, zu Pfingsten eine Zäsur geben könnte – mit entsprechenden Lockerungen: Das Impfen sei der Schlüssel zum Erfolg. "Wenn wir 30, besser 40 Prozent der Menschen hier geimpft haben und wenn wir uns alle bis dahin zusammennehmen."

Situation an den Kliniken: Einen "Ticken" entspannter als im Kreis Schwäbisch Hall, wo die Kliniken fast am Limit sind, sieht die Lage an den Kliniken im Ostalbkreis aus, berichtet Ralf Mergenthaler, Pressesprecher der Kliniken Ostalb. "Die Lage ist ernst, aber nicht katastrophal", sagt er und verweist auf die Zahlen des DIVI-Intensivregisters: Demnach sind derzeit (Stand 13. April) elf Corona-Patienten im Ostalbkreis in Intensivbehandlung. Sieben davon werden beamtet.

Allein durch die Bettenbelegung lassen sich laut Mergenthaler aber keine Rückschlüsse auf die Lage ziehen. Ein Patient könne einen wesentlich höheren Aufwand darstellen, als zwei Patienten, die eine deutlich geringere Betreuung benötigen. Das könne sich täglich ändern. Dass das Durchschnittsalter der Patienten gesunken sei, hänge damit zusammen, dass die über 80-Jährigen bereits geimpft seien, so Mergenthaler.

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