9,31 Millionen: höheren Kosten für den Steg zugestimmt

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Der Fußgängersteg wird rund 600 000 Euro teurer. Ein Gemeinderatsausschuss gibt grünes Licht. Nur von den Grünen gibt's Gegenwind.

Aalen. Wieder gab's eine Diskussion um den Fußgängersteg. Der Anlass: Nach der Ausschreibung eines Großteils der Arbeiten ist klar, dass das Projekt noch einmal 600 000 Euro teurer wird. Rund 9,31 Millionen Euro kostet der Steg laut aktueller Berechnung. Und: Diese Information war nicht in der Sitzungsvorlage für den Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST) am Donnerstag enthalten.

Michael Fleischer (Grüne) ging auf die Aussagen ein, die Karl Haag vom Büro Wick und Partner zu Beginn getroffen hatte. Das Büro, das den Wettbewerb für das Stadtoval gewonnen hatte. Haag sprach von der Vernetzung der Quartiere Stadtoval, Rötenberg und Hirschbach mit der Innenstadt. „Man braucht einen zusätzlichen Brückenschlag über die Bahn“, sagte Haag.

Fleischer konterte: „Diesen Werbeblock habe ich nicht erwartet.“ Der Grünen-Fraktionschef nahm das zum Anlass, Argumente gegen den Steg zu nennen. Durch die Hischbachunterführung komme man schneller in die Innenstadt, führte er unter anderem an. „Ich bin nicht überzeugt, dass das Projekt so viel Geld wert ist.“

Fleischer kritisierte außerdem, dass die Stadtverwaltung den Gemeinderat nicht informiert habe, dass sie nicht alle Arbeiten gemeinsam ausschreibt. Stattdessen sind die Arbeiten auf drei Pakete, sogenannte Vergabeeinheiten, aufgeteilt worden. Zwei sind ausgeschrieben worden, eins soll erst im Frühjahr ausgeschrieben werden.

Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle, der in Vertretung von OB Thilo Rentschler die Sitzung leitete, sagte dazu, dass im Frühjahr günstigere Ausschreibungsergebnisse zu erwarten seien. Fleischer wollte das nicht glauben. „Dass da Vorsatz dahinter steckt, drängt sich mir auf“, sagte er. Kritik äußerte er außerdem an der Sitzungsvorlage. Zwar hat die die Ausschreibungsergebnisse für die ersten beiden Vergabeeinheiten enthalten. Ob das Ergebnis aber im Kostenrahmen bleibt, nicht. „Unseriös und tendenziös“ nannte Fleischer das.

Im Mai hatte der Rat den Kostenrahmen von insgesamt 6,57 Millionen Euro auf 8,71 erhöht. Fleischer nannte das „einen kräftigen Schluck aus der Pulle“. Dass es nun bei 9,31 Millionen Euro bleibt, glaubt er nicht. „Dieser Steg wird zehn Millionen plus X kosten“, sagte der Fraktionssprecher. „Das weckt das allergrößte Misstrauen gegenüber dem, was da noch kommt.“

Thomas Wagenblast (CDU) erinnerte, dass die Grundsatzdiskussion geführt sei. Nun gehe es um die Vergabe. „Das ist nicht das erste große Bauprojekt, das sukzessive ausgeschrieben wird“, sagte er. „Bedauerlicherweise“ gebe es beim Steg eine Kostensteigerung. Andere Projekte würden dafür günstiger. „Ich sehe mich in der Rolle desjenigen, der verlässlich agiert.“

Andrea Hatam (SPD): „Die SPD-Fraktion stand immer zum Steg und zur Verlässlichkeit“, sagte sie und fügte an: „Es ist eine stadtplanerische Notwendigkeit, den Steg zu bauen.“

Claus Albrecht (FW): Schon gefasste Beschlüsse immer wieder zu hinterfragen, nannte er „penetrant“. Er mahnte, nicht immer ganz so misstrauisch zu sein.

Emil Pöltl (AfD): „Ich möchte mich Herrn Albrecht anschließen“, sagte er. Der Gemeinderat müsse verlässlich bleiben.

Christ Klink (Linke): „Ich mache es kurz: Die Linke stimmt dem Vergabevorschlag zu.“

Bei neun Gegenstimmen von den Grünen, Ilse Schmelzle (FDI) und Manfred Traub (fraktionslos) sowie 14 Ja-Stimmen empfahl der Ausschuss dem Gemeinderat mehrheitlich, die beiden Vergabeeinheiten an die günstigen Bieter zu vergeben. Die Entscheidung im Gemeinderat steht am 30. September an.

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