Aalen City blüht: Goldammers gräserreicher Gartenstil 

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Gerhard Goldammer (61) hat den Platz bei der früheren Ritterschule unter dem Motto „Fahrrad und Kunst“ gestaltet. Fotos: hag
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Der Inhaber der Gärtnerei in Tannhausen hat den Platz an der alten Ritterschule in eine mediterrane botanische Insel verwandelt. Ein kleiner Wandelgarten auf Zeit.

Aalen

Es ist ein Kleinod mediterraner Gartenkunst, in das Gerhard Goldammer, Inhaber der Gärtnerei Goldammer in Tannhausen, hinter der früheren Ritterschule einlädt: Auf einer kleinen Fläche von nur wenigen Quadratmetern wetteifert hier ein kleines Meer von Sonnenblumen mit roten Geranien, der schwarzäugigen Susanne und den duftend weißen Blüten des falschen Jasmin um die Aufmerksamkeit der Besucherinnen und Besucher. Diese schlüpfen - mit einem Mittags-Snack in der Hand - in diesem Hitzesommer gerne unter das Schattendach der Platanen. Um dann zur Verdauung ein paar Schritte auf einem der zwei mit Birkenholz abgesteckten Kieswege hinein zu wandeln in den Naturgarten auf Zeit.

Die kreative Ader: Unter dem Motto „Fahrrad und Kunst“ zeigt Gerhard Goldammer bei der diesjährigen ACA-Sommeraktion „Aalen City blüht abgefahren“ hier seine kreative Ader. Aus dem Grün von Gräsern und Rankenpflanzen heben sich aus Fichtenholz-Dachlatten gezimmerte und in den Signalfarben Pink und Orange angestrichene zweirädrige Kunstvehikel ab. Vom stilisierten Kinderrad über den Hochlenker bis zum Bonanza-Rad ist hier eine komplette Fahrradfamilie auf jeweils zwölfeckigen „Rädern“ auf Tour. „Auch im Pflanzenbau sind wir uns treu geblieben“ sagt Goldammer. Was er meint: „Wir versuchen in unserem Betrieb in Tannhausen ständig, aus alten ausrangierten Materialien etwas ganz Neues zu gestalten.“ Hier auf dem Platz an der Ritterschule sind das zudem allerlei Pflanztröge - zusammengebaut aus alten Fahrradfelgen mit einer Einfassung aus Stahlringen.

Auch Grüntöne können interessant sein: Neben dem Platz an der Bohlschule bespielt Gerhard Goldammer erstmals auch einen kleinen Platz an der Stuttgarter Straße, am Neuen Tor am Rathaus. Hier ranken sich verschiedene Arten der Trichterwinde in die Höhe; entlang von Spundwänden, wie sie zur Sicherung von Baugruben verwendet werden. Links und rechts dieser Wände sind in der Mitte zersägte Fahrräder drapiert; mal ragt ein Lenker aus den grünen Winden, mal ein Sattel. „Dass das so zuwuchert, hätte ich nicht gedacht“, wundert sich Goldammer. Und noch etwas irritiert ihn: Normalerweise, sagt er, müssten die Winden eigentlich längst in voller Blüte stehen. „Vielleicht haben wir den Pflanzenboden zu sehr mit Dünger verwöhnt“, überlegt er laut. „Gemeinsam mit regelmäßigem Gießen sorgt das vor allem für Wachstum und Blattbildung, bremst aber die Blütenbildung.“

Ziergräser - die aktuellsten Gartenpflanzen: Sie sind nicht nur unkompliziert und damit eine gute Wahl für Gartenbesitzer, die nicht viel Zeit haben. „Sie sind aber auch die aktuellste Pflanze in der Gartengestaltung“, weiß Goldammer. Und so findet man auch auf seinen beiden Plätzen einen dicht bewachsenen Gräser-Teppich von Gräsern aller Art. Inzwischen, so Goldammer, seien 50 bis 60 verschiedene Arten im Handel. „Weil sie so filigran sind, passen sie in moderne Gärten genauso gut wie in einen Bauerngarten.“

Die Pflege: Wie an den übrigen sechs Aalen-City-blüht-Plätzen in der Innenstadt haben die Blumen und Stauden im Beet auch hier nicht schlapp gemacht - trotz der langen Trockenheit. „Das ist das Verdienst der vielen fleißigen und ehrenamtlichen Hände, die das regelmäßige Gießen der unterschiedlichen Plätze übernommen haben“, sagt Goldammer. Seine beiden Plätze verantworten die Gartenfreunde Hofherrnweiler-Unterrombach. Die anderen Plätze werden gewissenhaft umsorgt von den Gartenfreunden Aalen, Dewangen, Fachsenfeld, dem Obst- und Gartenbauverein Aalen und dem Musikverein Unterkochen.

Alles hat seine Zeit: „Schade, dass die Pflanzen bald abgeräumt werden“, bedauern Passanten, die an den botanischen Inseln der Innenstadt stehenbleiben. In der Tat werden die blühenden Plätze ab dem 5. September, und damit rechtzeitig vor den Reichsstädter Tagen, abgeräumt. „Alles hat seine Zeit“, sagt der Gartenprofi, der an mancher Pflanze bereits den Herbst im Anmarsch sieht. Goldammer fasst an die weißlich verfärbten grünen Blätter des Eisenkrauts. „Das ist ein Mehltaupilz. Daran erkennt man, wie weit wir schon in der Jahreszeit fortgeschritten sind.“

Der Olivenbaum: der Traum vom sonnigen Süden

Inbegriff des sonnigen Südens: Der Olivenbaum gilt als eine der beliebtesten Kübelpflanzen überhaupt. Damit holen sich immer mehr Menschen hierzulande den Traum vom mediterranen Süden auf die eigene Terrasse.

Am schönsten wächst der Olivenbaum, wenn er im Frühjahr stark zurückgeschnitten wird. Gartenprofi Gerhard Goldammer empfiehlt, etwa ein Drittel der Krone zu stutzen. „Nur dann erhält der Olivenbaum seine kompakte Form und bildet frische Triebe aus.“

Die typische Kübelpflanze verträgt laut Goldammer zwar kurzfristig auch mal Minusgrade. „Aber unseren Ostalb-Winter würde sie draußen nicht überleben.“ Deshalb: Im Winter ins Innere stellen, und so hell wie irgend möglich. „Je wärmer der Olivenbaum steht, desto mehr Licht braucht er“, weiß Goldammer.

Gepflanzt werden Olivenbäume am besten in standfeste Töpfe in hochwertige Kübelpflanzerde. Ton- und Terracottatöpfe eignen sich gut. Die trockenheitsliebenden Pflanzen sollten nur sparsam gegossen werden.

Handgemacht, extra für die Sommeraktion: Stilisierte Fahrräder, aus Fichtenholz-Dachlatten zusammengezimmert.
Gerhard Goldammer hat den Platz bei der früheren Ritterschule unter dem Motto "Fahrrad und Kunst" gestaltet.
Gerhard Goldammer hat den Platz bei der früheren Ritterschule unter dem Motto "Fahrrad und Kunst" gestaltet.
Gerhard Goldammer hat den Platz bei der früheren Ritterschule unter dem Motto "Fahrrad und Kunst" gestaltet.
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Gerhard Goldammer hat den Platz bei der früheren Ritterschule unter dem Motto "Fahrrad und Kunst" gestaltet.
Gerhard Goldammer hat den Platz bei der früheren Ritterschule unter dem Motto "Fahrrad und Kunst" gestaltet.
Ein Muss in jedem mediterranen Garten: der Olivenbaum, auch wenn er hierzulande nur als Kübelpflanze überlebt.
Gerhard Goldammer hat den Platz beim Neuen Tor am Rathaus unter dem Motto "Fahrrad und Kunst" gestaltet.
Gerhard Goldammer hat den Platz bei der früheren Ritterschule unter dem Motto "Fahrrad und Kunst" gestaltet.
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Gerhard Goldammer hat den Platz bei der früheren Ritterschule unter dem Motto "Fahrrad und Kunst" gestaltet.
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