Aalen City erfindet sich neu

+
Mit dem City Star-Gutschein kann man das Einkaufserlebnis in Aalen auch verschenken.
  • schließen

Warum der Citymarketingverein Aalen City aktiv (ACA) trotz der durch Corona verschärften Lage im stationären Handel positiv nach vorne schaut.

Aalen

Trotz Corona-Krise und der sich mehr denn je verändernden Einkaufsmentalität der Kunden hin zum Online-Handel: „Jetzt erst recht!“, lautet sinngemäß die Botschaft der im Innenstadtverein Aalen City aktiv (ACA) organisierten Händler, Betriebe und Gastronomen. ACA-Vorsitzender Josef Funk ist froh und dankbar, dass „alle von uns die Lockdowns gesund und wirtschaftlich gut überstanden haben“. Und Citymanager Reinhard Skusa ergänzt: Viele Betriebe schauten inzwischen wieder zuversichtlich in die Zukunft.

Jedoch: Wie ernst die Lage im stationären Einzelhandel ist, habe sich laut Funk vor kurzem in Freiburg gezeigt. Ein großes, 215-Mitarbeiter zählendes inhabergeführtes Modehaus musste schließen. Als Ursache wurde neben Pandemie und Strukturwandel die immer schwerer werdende Erreichbarkeit der Innenstadt angeführt. Funk: „Diese Nachricht hat unsere gesamte Branche schockiert!“

Mehr denn je müssten sich die Aalener Innenstadtakteure daher zum Ziel setzen, mit pfiffigen Ideen und Herzensbotschaften, mit Emotionen und menschlichen Werten von der Online-Konkurrenz abzuheben und ihren Kundinnen und Kunden empathische Gastgeber sein. Wie das funktionieren kann, hat Josef Funk bei der jüngsten ACA-Mitgliederversammlung vorgestellt, die erstmals im Kulturbahnhof stattfand.

Mehr Emotionen: „Unsere Innenstadt muss sich neu erfinden!“, fordert Funk. „Wir müssen die Herzen unserer Kunden gewinnen. Sie müssen in unseren Geschäften mehr Service bekommen, als sie erwartet haben.“

Lebendiger Mix: Dass der Handel allein nicht funktioniert, haben die Händler in den Monaten der Lockdowns erfahren. Umso mehr, so Funk, brauche es für einen florierenden Innenstadthandel einen lebendigen Mix aus Handel, Gastronomie, Dienstleistungen und pfiffigen Marketingideen.

Mehr und zeitgemäße Parkplätze: Die Innenstadt sieht Funk mehr denn je in der Rolle des Gastgebers. Voraussetzung sei eine gute Erreichbarkeit zu Fuß, zu Rad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln - und ja, auch mit dem Auto. „Trotz unserer Klima- und Umweltpolitik, die ich überzeugt mittrage, können wir in einer Flächenstadt wie Aalen kaum auf den Individualverkehr verzichten.“ Man brauche mehr zeitgemäße Parkplätze - auch für E-Autos. „Wir müssen auch als Arbeitsstandort attraktiv für unsere Mitarbeiter bleiben.“

Sicherer Einkauf in der Pandemie: Claus Albrecht, ACA-Vize- und BdS-Vorsitzender, ist wichtig, dass sich die Kunden bei einem Besuch der Geschäfte, Betriebe und Gaststätten in Aalen sicher fühlen. „Ob Einzelhandel oder Gastronomie: Wir werden kontrollieren und alles dafür tun, damit in unserer Innenstadt zu jeder Zeit gewährleistet ist.“

Saubere Innenstadt: Besonders freut ACA-Vorsitzenden Josef Funk, dass Aalens neuer OB Frederick Brütting um dieselbe „Liebe zum Detail“ bemüht ist, wie die Innenstadtaktiven. Brütting, der aufgrund von Haushaltsberatungen in Aalener Teilorten nicht persönlich an der Versammlung teilnehmen konnte, hatte eine Videobotschaft vorbereitet. Der OB bedankte sich bei allen ACA-Mitgliedern für deren Engagement für eine lebendige Innenstadt mit Wohlfühlfaktor. Er sicherte die Unterstützung seitens der Stadtverwaltung zu. Für die Stadtreinigung signalisierte er zusätzliche Stellen. Und man wolle die öffentlichen Plätze „schnell in Ordnung“ bringen. Auftakt sei die Sanierung des Karussells vor dem ehemaligen Spielzeug-Wanner.

City-Aktionen: Citymanager Reinhard Skusa verspricht ein ACA-Weihnachtsgewinnspiel auch in diesem Jahr. Verlost werden diesmal mehrere Exemplare des neuen Fiat 500e. Elf Monate dürfen die Gewinner dann kostenlos ihren Flitzer fahren, dabei werden alle Kosten, bis auf das Tanken, übernommen. Neben dem Open-Air-Outlet und den Sommer-Aktionen sei besonders die von Josef Funk initiierte und von Ulrich Prott organisierte Reihe „Erlebnis Herbst“ mit unterschiedlichen Themensamstagen auf dem Spritzenhausplatz „ein Volltreffer“ gewesen.

Der City-Star, der Aalener Einkaufsgutschein im Scheckkartenformat, hat sich laut Citymanager während der Pandemie weiter zum Verkaufsschlager entwickelt. Kleinere Betriebe machten damit bereits einen Umsatz von bis zu 10 000 Euro im Jahr, größere Betriebe bis zu rund 100 000 Euro. Skusa geht davon aus, dass der Kunde, der den City-Star in den Aalener Geschäften einlöst, automatisch mehr kauft und damit im Schnitt das Vierfache des aufgespielten Guthabens ausgibt. Laut Skusa orderten auch immer mehr große Firmen City-Star-Karten als Geschenk für ihre Mitarbeiter - etwa als Ersatz für die ausgefallene Weihnachtsfeier. Insgesamt seien in diesem Jahr City-Star-Gutscheine in einem Gesamtwert von 1,2 bis 1,3 Millionen Euro verkauft worden. Ziel sei ein jährlicher Verkaufswert von 2,5 bis 3 Millionen Euro. Skusa: „Das würde einen jährlichen Umsatz von 10 Millionen Euro bedeuten. Geld, das hier bei uns in Aalen ausgegeben wird.“

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare