Aalen City trauert um Alfons Wiedemann

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Der liebenswerte Weinexperte, Geschäftsführer des Weinmarkts Grieser, ist im Alter von 68 Jahren gestorben.

Aalen. Von seinem Frohsinn, seinem herzhaften und markanten Lachen haben sich viele, viele Menschen – und nicht nur Aalener – sehr gerne anstecken lassen. Alle Ideen, die er angepackt hat – ganz gleich ob für die Aalener Innenstadt oder für "seinen" Weinmarkt Grieser im Aalener Proviantamt – hat er stets mit Herz begleitet. Im Alter von 68 Jahren ist Alfons Wiedemann am Samstag nach schwerer Krankheit gestorben.

Wen Alfons Wiedemann als Kunde bediente, dem gab er das Gefühl, einen Freund vor sich zu haben. "Man muss sich Zeit nehmen", legte der Weinexperte Kunden und Freunden ans Herz, wenn er ihnen einen Schluck zur Verkostung ins Glas schenkte. Riechen, fühlen, schmecken – Nuancen erkennen, die der Kellermeister dem Wein mitgibt. Und wie man einen edlen Tropfen standesgemäß genießt. Diese Wissenschaft hatte sich der professionelle Weinkenner während mehrerer Jahrzehnte in diesem Metier zu eigen gemacht. Sich intensiv um die Kunden kümmern war für Alfons Wiedemann kein bloßes Lippenbekenntnis. Er gründete ein Weinabo und veranstaltete regelmäßig weite Weinreisen mit seinen Abonnenten – unter anderem nach Australien und Südafrika. Und weil die besten Weine gut schmecken, nur wenn man sie in Gesellschaft trinkt, war es Alfons Wiedemann, der in den 1970er Jahren das Südtiroler Weinfest maßgeblich mit dem DRK-Ortsverband Aalen mitinitiiert hat.

"Damals war er noch bei Rudi Grieser beschäftigt", erinnert sich der frühere Aalener Bürgermeister Dr. Eberhard Schwerdtner, der Alfons Wiedemann bereits seit 1976 kannte und als Freund begleitete. "Alfons Wiedemann ist für Aalen ein ganz großer Verlust. Als Mensch und als umtriebiger Geschäftsmann", stellt Schwerdtner fest. Und Josef Funk, Vorsitzender des Innenstadtmarketingvereins ACA, ergänzt: "Alfons Wiedemann war nicht nur ACA-Mitglied, sondern immer auch äußerst aufgeschlossen für unsere Innenstadtaktionen, die er mit eigenen kreativen Ideen bereichert hat. Er war viel mehr als Geschäftsführer des Weinmarkts Grieser. Er war die Seele des Unternehmens."

Diejenigen, die Alfons Wiedemann kannten, schätzten den humorvollen gebürtigen Schwabsberger nicht nur wegen seines Wissens um die Weinkunde, sondern vor allem auch wegen seiner kernigen, aber ehrlichen, liebenswerten und großzügigen Art. "Er war ein ganz positiv denkender Mensch", weiß Eberhard Schwerdtner, der Anfang der 1980er Wiedemanns Idee unterstützt hat, mit dem Südtiroler Weinfest vom Weinmarkt Grieser (damals noch an der Schleifbrückenstraße) umzuziehen auf den Spritzenhausplatz. Dorthin, wo Alfons Wiedemann kurz darauf auch die Kulinarische Meile als das größte mobile Wirtshaus der Region aus der Taufe hob.

Die Geschmacksnote seiner letzten Kreation werden Aalener Weinliebhaber noch auf ihrer Zunge tragen: Denn zur diesjährigen ACA-Sommeraktion hatte Alfons Wiedemann gemeinsam mit einem Kellermeister aus Untertürkheim einen Rotwein zur Kampagne "Verliebt in Aalen" entworfen.

Als würde er damit gleichsam sein eigenes Temperament beschreiben, erläuterte Alfons Wiedemann damals die vier Traubensorten des Cuvée: Lemberger stehe für Tradition, Merlot für Herzlichkeit, Cabernet Franc für Verbindlichkeit und Corbin für "spitzbübischen Charme".

Auf ein letztes Glas im Steh'n, Alfons! Du wirst Aalen fehlen!

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