Aalen ist im Tauschrausch

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Topfpflanze gegen Buch, Tasche gegen Schal – Tauschrausch im Haus der Jugend in Aalen.
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Tauschen statt wegwerfen ist das Motto am 7. Mai im Haus der Jugend.

Aalen. Am Samstag, 7. Mai, ist es so weit, dann starten sie die Aktion Tauschrausch. Sie, das sind Mitglieder der Gruppen Utopiaa, Repair-Café, Kulturküche, Klimaentscheid, Act for Transformation und Seniorenwerkstatt. Von 10 bis 15 Uhr können Kleidung, Bücher, Möbelstücke & Co. im Haus der Jugend getauscht werden – mitmachen kann jeder, der Lust hat.

Tauschen statt wegwerfen

„Wir haben alle viel zu viel. Wir können davon gut etwas loswerden“, sagt Mitorganisatorin Anne Klöcker. Es breche ihr das Herz, wenn sie sieht, was alles auf dem Wertstoffhof landet. Am Samstag lautet das Motto daher: tauschen statt wegwerfen. „Wir wollen Nachhaltigkeit leben“, betont sie.

Fünf Kronkorken gibt's als Währung am Einlass für Besucherinnen und Besucher. Pro Kronkorken kann eine Sache getauscht werden. „Wir wollen, dass die Leute sich überlegen, was sie brauchen und vermeiden, dass Getauschtes wieder nur im Schrank liegt“, sagt Susanne Knüfermann, die Teil des Teams ist. Für Mitorganisatorin Ute Kaufmann ist der Tauschrausch wie eine Schatzsuche – vielleicht wartet an einem Tisch die neue Lieblingshose?

Wer mitmacht, müsse nicht von morgens bis mittags bei seinen Sachen stehen, betont Anne Klöcker. Die Ware wird auf Thementischen verteilt, Mitglieder der Organisationen haben diese im Blick. Auch Musik und Ideen könnten während der Veranstaltung getauscht werden, sagt Ute Kaufmann.

Eine Anmeldung zum Tauschrausch ist nicht nötig. Teilnehmen können auch Menschen, die nichts zum Tauschen haben. 

"Wir haben alle viel zu viel.“

Anne Klöcker, Mitorganisatorin Tauschrausch

16 Kleidungsstücke gibt jeder Bürger und jede Bürgerin in Deutschland laut Verbraucherzentrale pro Jahr in den Altkleidersack – ein Kleiderberg von etwa 1,1 Millionen Tonnen Textilien jährlich. Die Kleidung landet im Müll, wird verkauft, exportiert oder an Bedürftige weitergegeben. 95 Kleidungsstücke besitzen Deutsche laut einer Greenpeace-Studie durchschnittlich. Jedes fünfte Kleidungsstück werde so gut wie nie getragen.

„Wir haben die Entscheidung zu sagen: Das ist Müll oder das ist ein Wertstoff“, sagt Anne Klöcker. Man müsse in Kreisläufen denken und von der Idee Abstand nehmen, dass alles neu sein muss, betont sie. Denn auch ausgemusterte Dinge hätten meist noch einen Wert. „Ich erwarte mir von der Gesellschaft, dass dieser Wert geschätzt wird.“

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