Aalen-Ost: Wo die Bagger heißlaufen

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Diese Bildkombo zeigt eine Auswahl der Wohnbauprojekte in der Aalener Oststadt. Oben, Bildmitte, das Lias-Quartier an der Ziegelstraße, rechts davon entsteht „Wohnen am Tannenwäldle“. Links neben der Ziegelstraße Schlatäcker I und II. Unten lin
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Rund 400 neue Wohnungen werden in absehbarer Zeit in verschiedenen Quartieren östlich der Bahnlinie entstehen. Hauptinvestor ist die Aalener Wohnungsbau.

Aalen

An vielen und größeren Stellen in der Aalener Oststadt laufen derzeit die Bagger heiß: Allein am Galgenberg, im Grauleshof und im Pelzwasen werden in absehbarer Zeit rund 400 neue Wohnungen gebaut. Was hier entsteht, wie innovativ das ist, wer baut und investiert – ein Überblick:

1 Das Lias-Quartier: Es ist Teil des Neubaugebiets „Wohnen am Tannenwäldle: Es ist spannend zu beobachten, wie schnell sich die Baustelle an der Ziegelstraße seit dem Spatenstich im November vergangenen Jahres verändert. Auf über 6000 Quadratmetern baut Merz Objektbau ein Ensemble aus fünf Baukörpern auf einem großen tegut-Markt. Direkt über dem Lebensmittelmarkt entstehen 14 Maisonette-Stadthäuser, acht Penthouse-Wohnungen und ein Mehrfamilienhaus mit 18 Wohnungen – insgesamt also 40 Wohneinheiten. „Lias ist derzeit eines der größten Holzbauprojekte Süddeutschlands“, sagen Markus Bamann und Jannis Merz, Geschäftsführer der Merz Objektbau. Ein Teil der 40 Mieteinheiten wird nach dem „Aalener Modell“ zur Wohnraumförderung erstellt. Damit strebt die Stadt an, mehr bezahlbaren Wohnraum für Haushalte mit sogenanntem mittleren Einkommen anbieten zu können. Die Fertigstellung des Lias-Quartiers ist für Herbst 2022 geplant. Bereits Mitte 2020 wurde das Projekt an die Aberdeen Standard Investments Deutschland AG verkauft, die das Quartier nach der Fertigstellung managen wird.

2 Wohnen am Tannenwäldle: Ende Oktober war Spatenstich für die Erschließung des rund sieben Hektar großen Baugebiets mit 250 Wohneinheiten für mindestens 500 Menschen. Ende 2022 sollen die Bauplätze vergeben werden. Vorgesehen sind Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser sowie Geschosswohnungen. 25 Prozent der Mietwohnungen werden sozial gefördert. Aktuell wird der Hauptkanal von der Mohlstraße am Galgenberg her verlegt, die Hausanschlüsse werden nachgezogen. Der Wohnbau soll ab 2023 starten. Die Stadt Aalen steckt viel Ehrgeiz in das Planungsziel: Denn das „Wohnen am Tannenwäldle“ ist nicht nur das in dieser Größe letzte neue Wohngebiet in Aalen, sondern soll auch das bislang innovativste und nachhaltigste Aalener Quartier werden. Große Themen in diesem energieoptimierten Neubaugebiet sind, den Autoverkehr im Quartier erheblich zu reduzieren und alternative Mobilitätsformen anzubieten. Dieses Wohngebiet mit viel Grün, kurzen Wegen und Plätzen der Begegnung soll „Dorfcharakter“ erhalten; in Planung sind eine Kita und ein Angebot für Pflegebedürftige. Zum künftigen Tegut-Markt mit Bäckerei-Café im Lias-Quartier sind es nur wenige Minuten zu Fuß.

3 Schlatäcker II: An der Hangkante oberhalb der Hegelstraße baut die Wohnungsbau Aalen aktuell auf einem 2600 Quadratmeter großen Baufeld zwei Mehrfamilienhäuser in Betonbauweise mit Flachdach und dem Energiestandard KfW 40. Insgesamt 29 Wohnungen, darunter vier Penthouse-Wohnungen. Investitionsvolumen zum jetzigen Zeitpunkt: rund 9 Millionen Euro. Spatenstich war im Herbst, die Gründungspfähle sind gesetzt. Franziska Tagscherer, technische Leiterin der Wohnungsbau Aalen, spricht von einer Bauzeit von 24 Monaten. „Unser Ziel ist eine Fertigstellung im Herbst 2023.“ Die Wohnungsgrößen liegen zwischen 50 und 90 Quadratmetern, der Quadratmeterpreis liegt noch nicht fest. „Angesichts der gestiegenen Baukosten muss man mit durchschnittlich 5000 Euro rechnen“, meint Robert Ihl, noch bis Jahresende Chef der Aalener Wohnungsbau. An jedem der 27 Tiefgaragen-Stellplätze ließe sich eine 11 KW-Wallbox montieren, im Gebäude sei ein „intelligentes Lademanagement“ vorgesehen. Ihl betont, dass die Marge, also die Differenz zwischen Herstellungskosten und Verkaufspreis, konstant bleibe. Sprich: Der höhere Verkaufspreis werfe nicht mehr ab für die Wohnungsbau. Die Hälfte der Wohnungen werden verkauft, die andere Hälfte vermietet; sieben davon als sozial geförderter Wohnraum.

4 Areal der Martinskirche im Pelzwasen: Investor ist auch hier die Aalener Wohnungsbau. Das Richtfest des ersten Bauabschnitts, der neuen Wohnanlage mit fünf Mehrfamilienhäusern in Holzhybridbau, war bereits im Sommer. Im Sommer 2022 sollen sie fertiggestellt sein. In einem zweiten Bauabschnitt entstehen hier zudem elf Reihenhäuser, die Ende 2022 stehen sollen. Die Mehrfamilienhäuser bieten 35 Wohnungen zwischen 50 und 90 Quadratmeter, darunter vier Penthousewohnungen. Auch sie werden je zur Hälfte verkauft und vermietet – neun Wohnungen werden sozial gefördert. Investitionsvolumen gesamt: rund 16 Millionen Euro.

5 Bleichgartenstraße, ein Mehrfamilienhaus unweit des Schulzentrums am Galgenberg errichtet derzeit die Firma Bauwerk-4 im KfW 55 Standard. Spatenstich war Ende November. Ins Penthouse zieht der Investor selbst, weitere 14 Wohnungen werden vermietet.

6 Alte Heidenheimer Straße: Ein Vollholzhaus will die Wohnungsbau Aalen ab dem Frühjahr 2022 bauen. Zwölf Einheiten, Sockel, Treppenhaus und Aufzug in Beton – alles andere aus Holz. Ihl: „Eigentlich wollten wir schon früher mit dem Bau beginnen. Dann aber kam die enorme Preissteigerung bei Holz. Jetzt, da der Preis stagniert, wollen wir loslegen.“ Voraussichtliches Investitionsvolumen: rund 3,5 Millionen Euro.

7 Unterer Abschnitt der Ziegelstraße, ein Mehrfamilienhaus zwischen Gebäude 20 und 22 (derzeit noch Parkplatz): 14 Wohneinheiten, Spatenstich Mitte 2022, Investitionsvolumen: rund 5,3 Millionen Euro. Auch hier ist die Wohnungsbau Aalen Investor.

8 Am Rötenberg, zwischen Saumweg und Bergweg, entstehen zwei weitere Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 30 Wohnungen. „Die Entscheidung soll im Frühjahr 2022 fallen, dann könnte im Herbst der Spatenstich sein“, kündigt der Chef der Aalener Wohnungsbau an. Investitionsvolumen: rund 30 Millionen Euro.

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