Aalen ruft nach einem Radschnellweg

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Der Mobilitätspakt Aalen-Heidenheim sieht unter anderem mehr Radwege und eine bessere Vernetzung vor. Ein Radschnellweg zwischen Aalen und Heidenheim indes fehlt bislang noch im Maßnahmenkatalog.
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Die Kocherstadt vermisst im Maßnahmenkatalog für den Mobilitätspakt eine schnelle Radtrasse zwischen Aalen und Heidenheim mit Anbindungen an die Radfernstraßen.

Aalen

Der Ausbau und die Elektrifizierung der Brenzbahn ist sicher der größte Brocken unter den rund 42 Projekten, die der sogenannte Mobilitätspakt Aalen/Heidenheim für den Bahn-, Bus- und Radverkehr umsetzen will. Jetzt drängt die Stadt Aalen darauf, noch ein weiteres Projekt in den Maßnahmenkatalog aufzunehmen.

„Mehrere zusätzliche Radverbindungen reichen uns nicht. Aus unserer Sicht brauchen wir einen Radschnellweg. Dafür eignen sich die Trassen Aalen-Heidenheim oder auch Aalen - Schwäbisch Gmünd“, machte Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle in der jüngsten Sitzung des Kultur-, Bildungs- und Finanzausschusses des Gemeinderats deutlich. Landrat Joachim Bläse habe zugesagt, die Initiativen beider Landkreise zu unterstützen. Trotz positiver Resonanz auf interkommunaler Ebene, so Steidle, wurde der Radschnellweg bislang noch im Maßnahmenkatalog des Mobilitätspakts aufgenommen.

Im Schienenverkehr wurden bereits erste Erfolge erzielt. Ausbau und Elektrifizierung der Brenzbahn stehen zwar weiter ganz oben auf der Liste. Doch in puncto Riesbahn, die Aalen Richtung Nördlingen an München anbindet, stehen „spürbare Verbesserungen“ in Aussicht. Wie aus der Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung hervorgeht, wird die Strecke ab Dezember 2022 von Go-Ahead Bayern bedient. „Dies wird zu spürbaren Verbesserungen auf der Strecke führen“, meint Steidle. So werde beispielsweise ein Stundentakt auch am Wochenende angeboten. Montags bis freitags könne man tagsüber alle zwei Stunden ohne Umsteigen nach München fahren.

Zwei Bahnverbindungen fehlen

Indes, so Steidle weiter, fehlten noch zwei Verbindungen am Morgen, mit einer Ankunftszeit um 7 und um 8 Uhr, um mehr Pendler für einen Umstieg vom Auto auf die Bahn bewegen zu können.

Gabriele Ceferino (Grüne) bestärkte die Stadtverwaltung in dem Ruf nach einem Radschnellweg. „Wir sollten gut und schnell daran arbeiten.“ Und in Anbetracht der steigenden Spritpreise sei der rasche Ausbau der Brenzbahn wichtiger denn je. „Wir brauchen die Bahn nicht nur für die Pendler, sondern auch als Sicherheit für den Güterverkehr.“ Ein Güterzug, so Ceferino, könne die Ladung von 53 Lkws aufnehmen. „Jeder Lkw, der fährt, macht unsere Straße kaputt.“ Zudem müsse man rasch die Busverbindungen weiter ausbauen und vernetzen. Ceferino: „Wir müssen auch in Sachen Werksbussen vorankommen.“

Laut Thomas Wagenblast (CDU) seien „richtig dicke Bretter“ zu bohren. Denn in Sachen Schienenverkehr sei man planerisch nicht nur an die vorgegebenen Zeitschienen der Bahn gebunden, sondern auch an der Mitfinanzierung beteiligt. Wagenblast: „Wir werden uns künftig überlegen müssen, was uns eine gute Verknüpfung wert ist.“ Nichtsdestotrotz müsse man die Mobilitätswende nicht nur mit Radwegen und Straßen, sondern auch mit dem Schienenverkehr denken. „Wir müssen auch unsere Wirtschaftsunternehmen berücksichtigen“, so Wagenblast, der beispielsweise einen Bahnhalt bei Carl Zeiss SMT in Oberkochen ansprach.

Timo Lorenz (SPD) wünschte sich, mit dem Radschnellweg rasch voranzukommen. In puncto Schienenverkehr mahnte er, den Bahnhalt-Süd nicht zu vergessen, „auch wenn jetzt der zweigleisige Ausbau der Brenzbahn an oberster Stelle steht“.

Jürgen Opferkuch (FW) meinte anknüpfend an die Bedeutung Aalens als Eisenbahnknotenpunkt, es sei wichtig, dass die Kocherstadt auch künftig eine Mobilitätsdrehscheibe bleibe. Wichtig sei daher der Ausbau der Brenzbahn und der Riesbahn. Er bat, die künftigen Halte Aalen-Süd und Oberkochen-Süd nicht aus dem Blick zu verlieren. Opferkuch lobte, dass Zeiss seinen Werksbusverkehr auf für andere Nutzer öffnen will.

Christa Klink (Die Linke) bezeichnete das Pilotprojekt mit den Zeiss-Werksbussen als nicht ausreichend. „Wir müssen uns für die Öffnung des Werksbusverkehrs für firmenfremde Fahrgäste stärker einsetzen“, forderte sie. Stellvertretend für ihre Fraktion plädierte sie, das Angebot des von der Landesregierung angedachten 365-Euro-Tickets auf alle Personenkreise auszuweiten.

Manfred Traub (Zählgemeinschaft Birkhold/Traub): Die Nutzung der Werksbusse von allen sei der richtige Weg, aber die Gesellschaft müsse für solche Angebote auch bereit sein. „Da liegt der Hase im Pfeffer.“ Und bei den Radwegen sollte man auch die Zeitschiene für die Schätteretrasse im Auge behalten sowie eine Radtrasse vom Härtsfeld nach Oberkochen.

Wir brauchen einen Radschnellweg.“

Wolfgang Steidle, Erster Bürgermeister

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